Düsseldorf: Repressive Maßnahmen sollen für mehr Sicherheit im Bahnhofsumfeld sorgen

Im September 2024 haben die Stadt Düsseldorf, die Polizei und die Bundespolizei eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung im Umfeld des Hauptbahnhofs zu verbessern. Das Projekt erhielt den Namen “Sicherheit im Bahnhofsumfeld” (SiBu). Schon damals war klar, dass es schwierig werden würde kurzfristige Erfolge zu erzielen, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller sprach in diesem Zusammenhang eher von einem Marathonlauf. Aber durch die eigenständige Projektstruktur mit kurzen Entscheidungswegen sollten Maßnahmen schnell und gezielt umgesetzt werden. Dabei werden auch externe Partner wie die Deutsche Bahn, Rheinbahn, soziale Träger, Anwohner*innen und Gewerbetreibende einbezogen.
Erste sichtbare große Maßnahmen waren die Umgestaltung des Worringer Platzes, bei dem im Frühjahr 2025 der Pavillon mit Pizzeria und die Glasbänke entfernt wurden. Im Juni 2025 stellten sich die verschiedenen Akteure des Projekts der Öffentlichkeit vor. Restriktives Auftreten von Polizei und Ordnungsamt verdrängten Teile der Szene, damit war das Problem aber nicht gelöst. Eine Zwischenlösung mit Streetworkern und Aufenthalt an der Ecke Karlstraße/Friedrich-Ebert-Straße als neuer Anlaufpunkt für die Menschen hat sich nicht bewährt und wurde zurückgebaut.

(v.l.) Henryck Fiedler, Leiter der DB Sicherheit NRW, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Polizeipräsidentin Miriam Brauns und der Leiter der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf, Thomas Hermsen bei der Vorstellung der neuen Streifen
Am Mittwoch (4.3.) stellten Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Polizeipräsidentin Miriam Brauns, Thomas Hermsen, Leiter der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf und Henryck Fiedler, Leiter der DB Sicherheit in Nordrhein-Westfalen, als neues Pilotprojekt die “SiBu-Streifen” vor. Diese bestehen aus jeweils einer Einsatzkraft von Polizei, Ordnungs- und Servicedienst (OSD), Bundespolizei sowie von der DB Sicherheit. Zum Projektstart werden die Vierer-Teams zwei Mal wöchentlich für jeweils vier Stunden gemeinsam auf Streife gehen. Ziel ist es, durch abgestimmtes, professionelles Handeln für mehr Sicherheit zu sorgen und dazu beizutragen, das Bahnhofsumfeld nachhaltig zu stabilisieren. Da alle Zuständigkeiten in den Teams vereint sind, ist ein zügiges und konsequentes Handeln möglich.
Aufgrund der hohen Publikumsfrequenz, der verschiedenen Nutzergruppen sowie der unterschiedlichen Zuständigkeiten stellt das Bahnhofsumfeld eine besondere Herausforderung für die Ordnungskräfte dar. Das Einsatzgebiet ist nicht auf das Bahnhofsgebäude begrenzt, sondern umfasst das gesamte Bahnhofsumfeld einschließlich angrenzender Bereiche wie dem Worringer Platz, die Immermannstraße, den Mintrop Platz oder der Eisenstraße. Neben konsequentem Einschreiten setzen die SiBu-Streifen auf Ansprechbarkeit, frühzeitige Intervention und Prävention. Die Einsatzkräfte wurden in speziellen Schulungen auf den Einsatz in den SiBu-Streifen vorbereitet. Unter Federführung der Bundespolizei wurden realitätsnahe Lagen trainiert um Rollenverteilung, Kommunikationswege und abgestimmtes Vorgehen zu erproben. Zum Projekt SiBu gehört ebenfalls die einbeziehung von Streetworkern und sozialen Trägern, an die auch die Streifen weitervermitteln können.

DB-Sicherheit, Bundespolizei, Polizei Düsseldorf und Ordnungsamt gehen gemeinsam auf Streife
Das Pilotprojekt ist auch eine Dauer von drei Monaten angelegt und soll zeigen, ob die bisher bestehenden Defizite bei Kommunikation und Klärung der Zuständigkeiten verbessert werden können, da alle Beteiligten beim Thema Sicherheit eng zusammenarbeiten. Perspektivisch ist vorgesehen, die Zusammenarbeit in Form einer Ordnungspartnerschaft zwischen dem Polizeipräsidium Düsseldorf, der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Bundespolizei, der DB Sicherheit und der Deutschen Bahn zu verstetigen.
Das Projekt “SiBu – Sicherheit im Bahnhofsumfeld” hat das Ziel, das Sicherheitsgefühl und Empfinden aller Menschen zu verbessern. Für die Bürger*innen wird Quartiersmanagement künftig von der Stadt durchgeführt, um Abstimmungswege zu verkürzen und Kontaktaufnahmen zu erleichtern. Die Weiterentwicklung von weiteren Aufenthalts- und Unterstützungsmöglichkeiten für Drogenabhängige soll unter anderem durch die Einrichtung einer Anlaufstelle an der Eisenstraße erreicht werden. Dort soll es auch medizinische, psychosoziale und Beratungsangebote geben, die auf die Situation der Suchtkranken vor Ort zugeschnitten sind. Eine Öffnung rund um die Uhr gehört zum Konzept. Wann die Anlaufstelle startet ist offen. In der Nachbarschaft regt sich Protest gegen die Pläne.