Großangelegte Verkehrskontrolle am Donnerstag in Düsseldorf auf der Ronsdorfer Straße

Eine Kontrollstation mit 20 Plätzen hatte die Polizei am Donnerstag (26.2.) an der Ronsdorfer Straße eingerichtet. Ab Vormittag und bis 16 Uhr wurden dort Fahrzeugführer*innen im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle herausgewunken. Neben allgemeiner Überprüfung von Ladungssicherung, Fahrerlaubnis und Fahrzeugpapieren richtete sich der Fokus auf das Fahren unter Alkohol oder Drogeneinfluss.

Fahrzeuge in beiden Fahrrichtungen wurden zur Kontrolle herausgewunken

Der rote Toyota hatte versucht sich der Kontrolle zu entziehen und wurde sofort Polizeimotorrädern gestoppt
Die Kontrolle war der Praxisteil einer Fortbildung für Polizeibeamtinnen aus ganz NRW. Wie Polizeihauptkommissar André Gorgs erläuterte, ging der Lehrgang über fünf Tage. Nachdem an drei Tagen die Theorie über Betäubungsmittel und Alkohol mit den Auswirkungen und der Erkennbarkeit vermittelt wurde, wendeten die Teilnehmerinnen ihr Wissen am Donnerstag in der Praxis an. Dafür war der Parkplatzbereich an der Ronsdorfer Straße abgesperrt und in zwanzig Haltebuchten eingeteilt worden. In beiden Fahrrichtungen wurden Fahrzeuge zur Kontrolle gebeten. Außerdem waren Polizisten auf Motorrädern im Einsatz, auffällige Fahrer*innen zuführten. Dabei waren beispielsweise beobachtete Rotlichtfahrten.

NRW Innenminister Herbert Reul lässt sich von André Gorgs die Schnelltest erläutern
Einen Eindruck bei der Kontrolle macht sich NRW-Innenminister Herbert Reul. Er ließt sich die Vorgehensweise erläutern. Denn die Beamt*innen verschafften sich zuerst einen allgemeinen Eindruck von den Fahrer*innen. Dazu gehörten die Überprüfung von Zeitempfinden, allgemeines Verhalten wie beispielsweise Aggressivität, Feinmotorik, Gleichgewicht und kognitive Fähigkeiten.

Bei den Kontrollierten wurden unter anderem die Motorik getestet
Denn daraus können sich Anhaltpunkte auf möglichen Alkohol- oder Drogenkonsum ergeben. Bestehen Verdachtsmomente werden die Überprüften zur Abgabe einer Urinprobe gebeten, um einen Drogenschnelltest durchzuführen. Dafür wurden extra zwei Toilettenwagen in der Kontrollstelle aufgestellt. Der Schnelltest beinhaltet nur einige wenige Substanzen, kann aber bei positiven Bescheid Grundlage für weitergehende Tests, wie die Entnahme einer Blutprobe sein. Deren Auswertung dauert in der Regel einige Wochen, gibt dann aber konkreter Aufschluss über Wirkstoffe.

Für die Kontrolle waren auch zwei Toilettenwagen vor Ort

Der Drogenschnelltest wird mit Urinprobe durchgeführt
Die Legalisierung von Cannabis hat die Arbeit der Polizei erschwert. Denn erst ab einem Wert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter aktivem THC im Blutserum handelt ein Fahrer ordnungswidrig. Der Grenzwert für Fahranfänger unter 21 Jahren liegt bei 1,0 ng/ml . Schwierig wird der Nachweis bei Betäubungsmitteln wie Pregabalin oder Fentanyl sowie weiteren synthetischen Drogen.

Auch Roller wurden überprüft

Die Ladung und deren Sicherung hatten die Beamt*innen auch im Blick
“Drogen im Straßenverkehr sind und bleiben ein Problem. Wer bekifft am Steuer sitzt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch alle anderen. Durch gezielte Kontrollaktionen nehmen wir uns des Problems an. So machen wir nicht nur die Straße sicherer, sondern decken auch Straftaten auf, die sonst unerkannt geblieben wären.” sagte Innenminister Herbert Reul am Rande der Kontrolle.
Die Bilanz der Kontrolle
Die Einsatzteams kontrollierten insgesamt 81 Fahrzeuge und 105 Personen. Dabei stellten sie zehn Straftaten (darunter Trunkenheit im Straßenverkehr, Kennzeichenmissbrauch und Fahren ohne Fahrerlaubnis) und 39 Ordnungswidrigkeiten fest. Zehn Fahrzeugführer standen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, daher wurden ihnen Blutproben entnommen.
Drei der kontrollierten Fahrzeuge wiesen technische Veränderungen bzw. technische Mängel auf, sodass sie zwecks Gutachtenerstellung sichergestellt wurden.
Außerdem fiel den Beamt*innen ein Pkw aus Nürnberg auf, der mit drei Personen besetzt war. Die Insassen, bei denen es sich um einen 19-jährigen Mann und zwei Frauen im Alter von 26 und 28 Jahren (alle mit serbischer Staatsangehörigkeit) handelte, sind der Polizei als reisende Täter bekannt. Im Fahrzeug fanden die Polizist*innen Einbruchswerkzeuge wie “Flipper” zum Öffnen von Türen, große Schraubendreher zum Aufhebeln sowie Sturmhauben. Ein konkreter Bezug zu einer Straftat bestand nicht, allerdings lag gegen die 28-jährige Frau ein Abschiebehaftbefehl vor. Sie wurde festgenommen.