Düsseldorf: Empfang für die Unterstützer*innen von Housing First

Zahlreichen Spender*innen, Förderer*innen sowie Partner*innen des Projekts “Housing First Düsseldorf” wurde am Mittwoch (24.6.) für ihr Engagement mit einem Empfang im Rathaus gedankt. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller begrüßte die Gäste gemeinsam mit Hubert Ostendorf, Geschäftsführer des Straßenmagazins “fiftyfifty” und würdigte die wichtigen Beiträge zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit.
Der Verein fiftyfifty, der Obdachlose auf der Straße unterstützt und betreut, setzt auf das Projekt „Housing First“, um Obdachlose langfristig von der Straße zu holen. Das Prinzip ist einfach: Zuerst ein Zuhause für die Menschen finden, danach die individuellen Probleme angehen und so den ehemals Obdachlosen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben geben. Durch großzügige Spenden aus der Kunstszene konnte fiftyfifty über 40 Wohnungen finanzieren und sie an Obdachlose vermitteln. Doch der Bedarf ist wesentlich größer. Deshalb wurde im Herbst 2021 der Verein „Housing First Düsseldorf“ gegründet. Ziel ist es, Wohnungsbesitzer zu motivieren an Obdachlose zu vermieten oder Investoren zu gewinnen, die eine Wohnung kaufen und diese dann jemanden von der Straße gegen Mietzahlung zur Verfügung stellen. Dabei kümmert sich der Verein um die komplette Abwicklung. Nach erfolgreichem Einzug werden die Bewohner*innen weiter betreut und auch die Vermieter haben weiterhin Ansprechpartner*innen. Die Idee überzeugte auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Daher finanziert die Stadt Sozialarbeiterstellen und das Stadtoberhaupt hat es zu seinem persönlichen Anliegen gemacht, Unterstützer*innen für „Housing First Düsseldorf“ zu gewinnen.

(v.l.) Oberbürgermeistr Dr. Stephan Keller zu Besuch bei Thomas D., mit Oliver Ongaro (fiftyfifty), Klaus Feldhaus (SWD) und Alena Hansen (Housing First) in der 150. Wohnung
Dank des Engagements von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen konnten seit dem Start von “Housing First Düsseldorf” im Oktober 2021 bereits 150 ehemals obdachlose Menschen in eine eigene Wohnung vermittelt werden. Hinter jeder vermittelten Wohnung steht nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch die Chance auf Stabilität, gesellschaftliche Teilhabe und einen Neuanfang.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “Unser Ziel ist es, durch das Projekt perspektivisch insgesamt rund 600 Menschen in Wohnungen zu bringen. Das ist eine große Herausforderung. Aber wir können sie meistern. Uns kann es gemeinsam gelingen, weiteren Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, sondern auch Würde und Perspektive zurückzugeben. Denn unsere Stadtgesellschaft steht für gelebte Solidarität und Zusammenhalt. Die bisherige Entwicklung von ‘Housing First Düsseldorf’ ist dafür das beste Beispiel.”

Carl S., Alena Hansen und Alex N. in der neuen Wohnung
Auch der pensionierte Unternehmer Carl S. war am Mittwochabend beim Empfang dabei. Er ist seit vielen Jahren als Vorstand bei Aktion Deutschland Hilft aktiv und setzt sich weltweit für Menschen in Not ein. Über Michael Busch, Mitgründer des Vereins „Housing First Düsseldorf“, erfuhr er von den vielen Obdachlosen, die in Düsseldorf auf eine Wohnung warten. Carl S. erklärte sich bereit eine Wohnung zu kaufen. Die Abwicklung übernahm komplett der Verein und als eine passende Immobilie gefunden war, unterschrieb er den Vertrag. Wenig später freute sich Alex N. über seine neue Wohnung.

(v.l.) Albrecht Woeste, OB Stephan Keller, Stefanie Peters und Oliver Ongaro, Foto: Stadt Düsseldorf, Claus Langer
Der Unternehmer und Düsseldorfer Ehrenbürgers Albrecht Woeste hat mehrere Wohnungen für das Projekt finanziert. Bei einem gemeinsamen Treffen mit OB Keller und der neuen Mieterin ließ er sich persönlich berichten, welche Chance damit für ehemals Wohnungslose verbunden ist.
Beim Empfangs im Rathaus verfolgten die Eingeladenen interessiert, wie sich das Projekt weiterentwickelt. fiftyfifty-Streetworker Oliver Ongaro und Pino, ein Teilnehmer des Projekts, stellten “Housing First meets MAGS” vor. Denn nach der eigenen Wohnung folgt im Idealfall ein Arbeitsplatz und damit die Chance auf ein selbständiges Leben.

(v.l.) Patrick (Pino) Bauer, Agata Reul und Dennis Nikolay in der Küche des MAGS
In Zusammenarbeit mit der Metro und anderen Gastronomiebetrieben wurden Workshops initiiert, die den Bewohner*innen von Housing-First-Wohnungen Optionen zu Praktika und festen Arbeitsplätzen eröffneten. Daraus entstand im Rahmen des Projekts die Übernahme der Kantine des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, wo die ehemals wohnungslosen Menschen die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen in einem professionellen Küchenbetrieb zu sammeln und sich auf den Wiedereinstieg in das Berufsleben vorzubereiten. Die persönlichen Einblicke machten deutlich, welche Bedeutung ein eigenes Zuhause für einen erfolgreichen Neustart hat.
Als Zeichen der Wertschätzung erhielten die anwesenden Spender*innen einen Druck eines Kunstwerks von “Krickel Krackel”, ebenfalls Teilnehmer von “Housing First Düsseldorf”.