Düsseldorf: Punk-Bahn-Fahrt mit Dosenbier und bester Stimmung

Soundcheck in der Straßenbahn, Feier des Hochzeitstages und selbst gehäkelte Dosenbierhalter – diese Mischung gibt es nur in der Punk-Bahn, die am Freitag (7.8.) ihre zweite Fahrt durch Düsseldorf startete.
Das Team von Rock am Bach wiederholte das Event nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr und quasi als Ankündigung für das beliebte Festival, das vom 18. bis 20. September 2026 an der Fischtreppe am Brückerbach stattfindet.

Sabrina Hantke und Dirk Rauchmann organisierten die Punk-Bahn-Fahrt durch Düsseldorf
Platz für 60 Gäste war in der Oldie-Bahn der Rheinbahn, die zuvor auf dem Betriebshofs in Lierenfeld punkig dekoriert worden war. Den Fahrgästen war live Punkmusik in der Akustikversion versprochen worden, doch die Künstler waren im Vorfeld noch nicht verraten worden. Und auch die Musiker wussten nicht wirklich, was auf sie zukam. So nutzten der Oberhausener Akustik-Punker, so bezeichnet er seine Art von Musik selbst, Dan Ganove, und Nico Jansen, der auch bei der Band Massendefekt spielt, die Fahrt von Lierenfeld nach Holthausen für den Soundcheck und um sich an ihre wackelige „Bühne“ zu gewöhnen.
Beim Einstieg der Fahrgäste an der Wendeschleife am Kamper Acker in Holthausen gab es für alle einen selbstgehäkelten Dosenhalter inklusive Dosenbier und dann konnte die Tour starten. Mit „Vollgas“ ging es in Richtung Gerresheim, wo es neben der Pippi Pause sich auch alle für das Gruppenfoto aufstellten. Weiter über den Hauptbahnhof, über das Polizeipräsidium anschließend zurück nach Holthausen.

Begeisterte Fahrgäste bei der 2. Auflage der Punk-Bahn
Unter den Gästen war auch Chris von Düssel, der mit seiner Jessy ihren 5. Hochzeitstag in der Punk-Bahn feierte. Die anderen Mitfahrenden waren begeistert. „Das ist doch mal etwas anderes. Ich mag Ideen, die ein wenig aus der Art schlagen“, urteilte Musik-Fan Schmal. „Ich höre auch gerne mal Schlager. Da kann ich mir durchaus auch eine Schlager Bahn vorstellen.“
Wer bei der Punk-Bahn-Fahrt harte, unsagbar laute Rhythmen mit rotzigen Texten erwartet hatte, wurde etwas enttäuscht. Denn schon die Elektrik an Bord der betagten Bahn verkraftet keine großen Verstärker. Nico Jansen und Dan Ganove hatten deshalb Sets mitgebracht, die eher an Singer-Songwriter erinnerten. Nur mit eigener Gitarrenuntermalung brachten sie ihre gesellschaftskritischen und humorvollen Texte zu Gehör.
Ulrike war das völlig egal. „Ich wollte schon immer mal wieder, so wie in meiner Kindheit, in einer alten Straßenbahn fahren“, erklärte sie. „Wenn mir die Musik nicht gefallen würde, würde ich eben zwei, drei Stunden lang weg hören. Aber die Musik ist super. Die Fahrt mit der Punk-Bahn hat sich gelohnt.“

Dan Ganove und Nico Jansen waren Teil des musikalischen Programms
Auch für die beiden Musiker, die noch nie zuvor in einer Straßenbahn ein Konzert gegeben hatten. „Das ist die ungewöhnlichste Location, in der ich je gespielt habe. In einer Straßenbahn zu spielen, bringt ganz besondere Herausforderungen mit sich“, so Jansen. „Es war ganz schön wackelig, das habe ich gemerkt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich an der Gitarre jedes mal den richtigen Ton getroffen habe.“ Falls mal etwas daneben ging, hat es wahrscheinlich keiner gemerkt, denn die Fahrgeräusche überdeckten dann doch die leiseren Feinheiten der Musik.
Die Stimmung war von Anfang an prächtig und die Fahrgäste nicht auf den Mund gefallen. „So, das ist jetzt euer Pech. Ihr könnt einfach nicht mehr weglaufen“, scherzte Dan Ganove als sich die Türen bei der Abfahrt am Holthausener Wendehammer schlossen. Sofort schallte „Notbremse, Notbremse“ stakkatohaft durch die Bahn. Damit war das Stimmungslevel gesetzt und flaute bis zum Ende auch nicht mehr ab.
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