Düsseldorf: Rheinbahn testet Technik zur Kontrolle des Fahrverhaltens der Bahnfahrer*innen

Die Rheinbahn ist aktuell gebeutelt durch zahlreiche Unfälle ihrer Straßenbahnen. Bei der Mehrzahl der Unfälle sind allerdings die Fahrer*innen der Bahnen machtlos, weil andere Verkehrsteilnehmer*innen spontan – und meist verboten – ihren Weg kreuzen. Allerdings gab es auch schwere Unfälle, bei denen es offenbar Fehler der Fahrer*innen gab. Um dies künftig zu verhindern, testet die Rheinbahn nun eine Technologie, die menschliche Fehler (wie das Übersehen von Signalen oder zu schnelles Fahren in Kurven und Weichenbereichen) erkennt und ausgleicht. Die Rheinbahn nennt dies „Zugbeeinflussung“ und hat eine sogenannte „Koppelspule“ auf der Stadtbahnstrecke nach Holthausen installiert. Dies sei ein wichtiger Baustein der Rheinbahn-Sicherheitsstrategie 2030 betont das Unternehmen.

Christian Finke, Vorstand Betrieb und Infrastruktur
Christian Finke, Chief Operating Officer und Vorstand für Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn, sagt: „Sicherheit entsteht nicht erst im Fahrbetrieb – sie beginnt in der Infrastruktur. Mit der neuen ZUB-Koppelspule schaffen wir eine zusätzliche technische Sicherheitsebene, die unsere Fahrerinnen und Fahrer unterstützt und Risiken frühzeitig minimiert.“
Die Koppelspule ist ein Bauteil eines Zugbeeinflussungssystems (ZUB) und ermöglicht eine induktive Datenübertragung zwischen der Gleisanlage und einer fahrenden Bahn. Die Spule ist im oder am Gleis verbaut und besitzt einen Gegenpart im Fahrzeug. Beim Überfahren werden drahtlos sicherheitsrelevante Informationen (wie Geschwindigkeitslimits oder Streckendaten) an das Bordsystem der Bahn übermittelt. Wird eine zulässige Geschwindigkeit überschritten, warnt das System zunächst akustisch und optisch. Erfolgt keine Reaktion, verhindert es eine weitere Beschleunigung oder leitet – je nach Situation – automatisch eine Bremsung ein. So entsteht eine zusätzliche technische Absicherung, die kritische Situationen frühzeitig entschärfen kann.
Die Rheinbahn will die gewonnenen Erfahrungen aus der Installation in Holthausen nutzen, um den weiteren Einsatz der Technologie im Stadtbahnnetz zu bewerten.
Neben moderner Infrastruktur investiert die Rheinbahn unter anderem in Kollisionswarnsysteme, intelligenter Fahrzeugtechnik, optimierten Betriebsprozessen sowie weiteren technischen und organisatorische Maßnahmen. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und zusätzliche Sicherheitsebenen aufzubauen.