Düsseldorf: Gedenken an die Deportation der Sinti:zze im Mai 1940

Das Mahnmal “Ehra – Kind mit Ball” am Alten Hafen erinnert an die schrecklichen Taten im „Zigeunerlager“ am Höherweg in Lierenfeld. Dort waren rund 200 Düsseldorfer Sinti und Roma durch das Nazi-Regime festgesetzt worden. Das Mädchen Ehra war eine von ihnen und wurde mit rund 130 anderen am 16. Mai 1940 deportiert. Sie gehörte zu den wenigen Überlebenden des Massenmords. Der Künstler Otto Pankok war mit den Düsseldorfer Sinti befreundet und erstellte das Mahnmal des Mädchens Ehra.

(v.l.) Wilhelm Mettbach, Dr. Stephan Keller und Dr. Bastian Fleermann am Mahnmal
Am Mittwoch (20.5.) fand dort eine Kranzniederlegung und ein stilles Gedenken anlässlich des 86. Jahrestags der ersten Deportation Düsseldorfer Sinti:zze im Mai 1940 statt. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Wilhelm Mettbach, der Vorsitzende der Düsseldorfer Sinti-Union, legten gemeinsam einen Kranz nieder.
Anschließend wurde die Gedenkstunde im benachbarten Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte an der Marktstraße fortgesetzt. Dort begrüßte Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, die Gäste. Dr. Stephan Keller und Wilhelm Mettbach sprachen Worte des Gedenkens.

Nach der Kranzniederlegung ging das Gedenken im Beatrice-Strauss-Zentrum weiter, Foto: Stadt Düsseldorf, Meike Schrömbgens
“Wir erinnern heute an Düsseldorfer Sinti, die entrechtet, verschleppt und ermordet wurden. An Menschen aus unserer Stadt, deren Leben und Familien durch die nationalsozialistische Terrorherrschaft zerstört wurden. Es waren Düsseldorferinnen und Düsseldorfer wie Sie und ich, wie Du und ich. Wir setzen mit diesem Gedenken Zeichen: Diese Menschen sind nicht vergessen und wir stehen an Ihrer Seite als Familienangehörige und Nachfahren. Das ist unsere Verantwortung als heutige Stadtgesellschaft. Es ist unsere Verantwortung zu erinnern, was in der Zeit des Nationalsozialismus in unserer Stadt geschah”, betonte der Oberbürgermeister.
Mit einem Konzert mit traditionellem Sinti-Swing der Prisor-Jazzband klang das Gedenken aus. Neben Bandleader Feigeli Prisor (Sologitarre) spielten Wattie Rosenberg (Geige), Fremdo Rosenberg (Kontrabass) und Sendelo Schäfer (Rhythmus-Gitarre).
Das Gedenken war eine gemeinsame Veranstaltung der Sinti Union Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.