Düsseldorf Wersten: Ringstechen des Reiterkorps bei bestem Osterwetter

Wo am Ostersamstag noch das Osterfeuer loderte und die Westener fröhlich feierten, drehten am Ostermontag (6.4.) ganz entspannt Pferde ein paar Runden. Denn der Platz an der Opladener Straße war Austragungsort für das Ostereier-Ringstechen des Reiterkorps des St. Sebastianus Schützenvereins Wersten. Traditionell wird kein Startgeld erhoben, sondern die Reiter*innen bringen Oster-Leckereien mit, die zum Schluss bei der Siegerehrung verteilt werden.

Das Startgeld wird beim Oster-Ringstechen in Form von Süßigkeiten erhoben
Premiere feierten am Sonntag Charlotte Schiefer und Leana Deller. Das 18- und 19 Jahre alte Duo vom Reiterkorps Wersten hatte die Organisation zum ersten Mal übernommen. Zuvor hatte Rittmeister Karl Hahne die Federführung bei der Traditionsveranstaltung. „Ich habe den beiden jungen Damen meinen Organisationsplan gegeben. Das hat ihnen wahrscheinlich geholfen. Sie hatten alles im Griff. Es gab jedenfalls nur sehr wenige Nachfragen“, so Hahne.

(v.l.) Charlotte Schiefer und Leana Deller mit dem Araber-Hengst Spirit
Gut 20 Pferde und 30 Reiter*innen waren für das traditionelle Auftakt-Event der Freiluft-Reitsaison der Schützen gemeldet. Sie kamen unter anderem aus den Schützenvereinen in Flingern, Gerresheim, Wersten und Viersen. Jeweils zehn Pferde mit ihren Reiter*innen waren zeitgleich im Wettbewerbsviereck versammelt, während die zehn anderen Pferde ihren Auslauf auf und rund um den Platz bekamen. „So viele Teilnehmende hatten wir in den letzten fünf Jahren nicht mehr“, freute sich Charlotte Schiefer.

Klemens Hänsdieke vom Werstener Reiterkorps sticht erfolgreich den Ring
Und es lief alles wie am Schnürchen. Auf und neben dem Reitplatz sorgten die Reiterkorpsmitglieder dafür, dass die einzelnen Reiter*innen aufgerufen wurden, die Ringe in der richtigen Höhe hingen, die Ergebnisse protokolliert und die Laune bei den Zuschauer*innen bestens war.
Den Pferden merkte man an, dass sie froh waren, nach den langen Wintermonaten endlich mal wieder bei sonnigem Wetter im freien zu laufen. Verschiedenste Rassen waren am Start: Hannoveraner, Westfalen, Haflinger, polnisch und westfälisch Warmblut, Araber, deutsche Sportponys und andere Rassen.

Rittmeister Karl Hahne konnte das ringstechen genießen – die Organisation hatte er an den Nachwuchs abgegeben
Beim Ringstechen ist viel Geschick gefragt. „Man sollte die Pferde vor dem Stich in einen gleichmäßigen Mittelgallop gebracht haben, damit man möglichst ruhig den Ring vom Galgen stechen kann“, erklärte Hahne. Aber selbst, wenn es nahezu keine auf- und ab-Bewegung gibt, ist es schwierig den Ring zu treffen, denn er hat nur einen Durchmesser von vier Zentimetern. Schiefer und Deller schafften es in ihren jeweils zehn Versuchen acht Mal. „Gewinnen werden wir damit nicht, in unseren beiden Abteilungen gab es schon Reiter*innen, die zehn von zehn geschafft haben“, so Schiefer.

Die Siegerin erhielt den Wanderpokal und darf das Ringstechen im nächsten Jahr eröffnen
Also kam es zu einem Stechen um den Siegerpokal und die Osterpräsente zwischen Katharina Grenzer (Reiterkorps Wersten) und Lia Kessler (Reitercorps Flingern). Dafür wurde die Ringgrößte auf 2,5 Zentimeter reduziert und damit der Schwierigkeitsgrad nochmals erhöht. Grenzer war schließlich besser und holte sich den Wanderpokal und die Oster-Leckereien. Schiefer und Deller landeten auf Platz sieben, Hahne auf Platz neun. Neben dem Stolz auf die gelungene Veranstaltungspremiere des Organisations-Duos, freute sich Hahne auch über den Erfolg „seiner“ Reiterinnen, belegten sie doch die Plätze eins, drei (Lorena Saia) und vier (Laijla Begic).