Düsseldorf: Die Schützen von 1316 lassen eine neue Chefkette fertigen

Am 19. Juli 2024, im Anschluss an das große Feuerwerk, wurde die Schützenchefkette des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf im Festzelt der Rheinkirmes gestohlen und ist trotz ausgesetzter Belohnung bisher nicht wiedergefunden worden. Seitdem muss Schützenchef Andreas Paul Stieber oder seine Insignien auskommen. Anstatt eine Kopie der gestohlenen kette anfertigen zu lassen, wollte der Verein neue Wege gehen. Angehende Gold- und Silberschmiedemeister*innen der Meisterschule der Handwerkskammer zu Köln erstellten im Rahmen ihrer Ausbildung Entwürfe für eine neue Kette.
Schützenchef Stieber besuchte den Meisterkurs und war begeistert, wie sehr sich die Teilnehmende auf das Projekt einließen, die Geschichte der Sebastianer von 1316 studierten und dieses in ihre Entwürfe einfließen ließen. Die Meisterschule in Köln unterrichtet berufsbegleitend. Die angehenden Meister*innen haben über sieben Wochen an jeweils zwei Abenden daran gearbeitet.
Am 16. Januar trafen sich eine hochkarätig besetzte Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden Berthold Schröder, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Christoph Pöggeler, Ingo Telkmann sowie von den Schützen Andreas Paul Stiebert, Oberst Torsten Peters und Majore und Hauptleute des Regiments. Mit einem Punktesystem ermittelten sie fünf für sie herausragende Entwürfe, die im nächsten Schritt als Sieger, einen zweiten und drei dritte Plätze bewertet wurden.

Andreas Paul Stieber mit der alten (gestohlenen) Chef-Kette und rechts der Entwurf für die neue Kette
Gewonnen hat der Entwurf des Hildesheimers Simeon Andreas Prade mit dem Titel „Gemeinsam für die Zukunft“. Die Kette in moderner und klarer Form hat die Düsseldorfer Rose als Basis. Die 700-jährige Tradition der Sebastianer wird durch ein siebenstrahligen Mittelteil symbolisiert. Wie bei der gestohlene Kette zieren die Wappen von Herzogtum Burg und Düsseldorf den Entwurf. Aber auch auf die Tragbarkeit hat Prade geachtet, dem die Platte auf dem Rückenteil ist so konstruiert, das sie sich ein wenig unter den Kragen legt und damit für Tragekomfort sorgt.
Der Entwurf fließt nun in eine Ausschreibung ein und Ziel ist, dass beim nächsten Schützenfest die neue Kette bereit liegt. Gefertigt wird die Kette nicht vom Sieger des Wettbewerbs, aber nach dessen Entwurf. 20.000 Euro haben die Sebastianer für die Anfertigung veranschlagt, die komplett über Spenden und Sponsoren gesammelt wurden. Allerdings könnte bei den aktuell hohen Preisen für Silber und Gold noch eine Nachbesserung erforderlich sein. Die Kette wird unter 1000 Gramm schwer sein. Auch damit zeigt sich der Verein zukunftsorientiert, denn sollte eine Frau Schützenchefin werden, soll auch sie die Kette gut tragen können.

(v.l.) Stephanie Fammels Hellmann, Torsten peters, Kirsten Neumann, Dr. Florian Hartmann, Ingo Telkmann, Andreas-Paul Stieber, Simeon Andreas Prade, Leocadie Margaux Robinne und Maja Wingertszahn präsentieren die Entwürfe
Die fünf Finalisten erhalten für ihre Entwürfe Preise, die ihnen feierlich beim Stephanientag am 3. Mai im Hofgarten überreicht werden. Simeon Andreas Prade wird 2000 Euro erhalten, Kirsten Neumann für ihren zweiten Platz mit dem Entwurf „Gemeinsam etwas Einzigartiges erschaffen“ 1500 Euro und die drei dritten Plätze je 1000 Euro, das sind Stephanie Fammels Hellmann mit „Der Vereinskreis“, Leocadie Margaux Robinne mit „Von der Heimat getragen“ und Maja Wingertszahm mit „Anno 1316“.