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Home›Kultur›Düsseldorf geht aus: 20 Jahre Capitol – Die Zukunft liegt in der Programm-Vielfalt

Düsseldorf geht aus: 20 Jahre Capitol – Die Zukunft liegt in der Programm-Vielfalt

Von Claudia Hötzendorfer
18. April 2016
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Früher wurden hier die Straßenbahnen geölt, heute das Lachen und - im besten Fall - die Seele der Musical-, Konzert-, Comedy-Besucher: Seit 20 Jahren ist das Capitol eine der Bühnen der Stadt

Seit zwei Jahrzehnte ist das Capitol-Theater die Adresse in Düsseldorf für Musicals und immer öfter auch für Comedy oder Konzert-Events. 2015 übernahm Henning Pillekamp die Leitung des Hauses. Für report-D.de schaut der gebürtige Ulmer zurück, verrät wie ein Arbeitstag am Theater aussieht und wagt einen Ausblick auf die nächsten Jahre.

D_Henning_Piullekamp_20160420

Seit "Grease" schlägt sein Herz fürs Capitol in Düsseldorf

Sie sind seit 2015 Leiter des Capitol-Theaters. Wie war ihre erste Begegnung mit dem Capitol?
„Das war tatsächlich das erste Musical hier im Haus. Für „Grease“ bin ich extra aus meiner damaligen Heimatstadt Ulm angereist. Zu der Zeit war ich noch Schüler und hätte nie zu träumen gewagt, dass ich irgendwann tatsächlich einmal im Capitol arbeiten würde. Ich hatte zwar immer den vagen Plan etwas mit Theater zu machen, aber das es dann der Theaterleiter hier in Düsseldorf werden würde, damit habe ich nicht gerechnet.“

20 Jahre Capitol, das ist …
„… eine lange spannende Zeit mit sehr vielen verschiedenen Produktionen. Ich erinnere mich gern an die Aufführung von „Elisabeth“ zurück. Vor 20 Jahren war der Musical-Markt noch anders aufgestellt, mit sehr langen Engagements. Inzwischen geht der Trend hin zu kurzen Produktionen und mehr Abwechslung im Programm. Das mag natürlich auch daran liegen, dass damals die Musicals von Andrew Lloyd Webber den Markt dominierten. Da hatte fast jede große Stadt ein entsprechendes Theater. Heute werden diese großen Produktionen eigentlich nur noch in den Kerngebieten mit hohem Tourismusaufkommen präsentiert.“

D_Capitol3_20160418

Willkommen, Bienvenue, Welcome…in der Kostümschneiderei

Tourismus gibt es auch hier in Düsseldorf!
„Ja das stimmt, nur im Vergleich mit Hamburg beispielsweise, ist unser Einzugsbereich deutlich kleiner. Wir können den Markt besser durch Vielfalt abdecken. Denn wir möchten im Umkreis von – sagen wir – 150 Kilometern, den Gästen auch die Möglichkeit bieten, öfter ins Theater zu gehen.“

Was bedeutet es für Ihre Crew, wenn eine große Produktion nur für ein oder zwei Abende im Haus gastiert?
„Ich finde es immer schön, wenn eine Produktion etwas länger gastiert. Das sind in der Regel ein oder zwei Wochen. Da hat man zwar am ersten Tag wirklich Stress, bis alles aufgebaut ist. Aber dann läuft es auch die nächsten Tage. Die Herausforderung sind wirklich die so genannten One-Nighter, diese Tagesgastspiel-Produktionen, die teilweise um 6 Uhr morgens mit ihren Trucks ankommen und um 2 Uhr nachts wieder weg sein wollen. Ein unheimlicher Aufwand.“

Wie läuft so ein Tag ab?
„Um 6 Uhr in der früh müssen unsere Techniker vor Ort sein. Ihre Aufgabe ist es, die Touringcrew aufzunehmen und die Bühne zu übergeben, um das Set aufzubauen. Parallel kommt dann die Produktionsabteilung mit den Darstellern so gegen 10 Uhr für die Proben. Da die Techniker nur acht Stunden arbeiten, müssen wir mit mindestens zwei Schichten für die Techniker rechnen. Nach dem Ende der Show so gegen 22 oder 23 Uhr, wird das ganze Set bis 2 Uhr nachts wieder abgebaut, verladen und dann ist diese Produktion weg. Im schlimmsten Fall steht aber am nächsten Morgen in der Früh, die nächste Produktion vor der Tür und der Ablauf wiederholt sich.

D_Capitol_Club_20160418

Der Club im Capitol bietet viele Möglichkeiten für den kleinen, großen Abend

Im Capitol gibt auch regelmäßig Firmenevents, Modenschauen oder TV-Produktionen statt. Könnte ich als Privatperson die Räume auch anmieten?
„Ja. Wir haben eine hauseigene Eventabteilung mit inzwischen vielen Stammkunden, die seit Jahren bei uns Räume buchen. Es gibt zwei Möglichkeiten. Wir haben den großen Saal mit 1100 Plätzen und den Club mit 500 Plätzen.
Gerade, was den Club betrifft, haben wir sehr viele Möglichkeiten. Im großen Saal ist die Bestuhlung fest. Die können wir zwar ausbauen, wenn es sein muss. Aber das ist natürlich ein riesengroßer Aufwand. Im Club hingegen haben wir eine mobile Bestuhlung. Wir haben da eine Fläche von 630 m² Fläche zur Verfügung, die wir individuell für den Kunden gestalten können. Da hatten wir tatsächlich schon Moden- und Dinnershows oder Produktpräsentationen. Das werden wir auch weiter ausbauen, weil dieses Angebot sehr gut angenommen wird.
Man kann ab 20 bis maximal 1200 Personen hier im Haus Räumlichkeiten anmieten. Das heißt, jeder der hier auch mal privat feiern möchte, kann sich gerne melden. Wir freuen uns darüber.“

Wo sehen Sie das Capitol in 20 Jahren?
„Ich hoffe, dass ich in 20 Jahren noch hier bin. (lacht) Ich sehe die Zukunft des Theaters weiterhin in der Vielfalt. Ich wage keine Prognose für die nächsten 20 Jahre abzugeben, dazu ist der Musical-Markt viel zu sehr in Bewegung. Ich denke, ich kann aber eine Prognose für die nächsten Jahre abgeben und da wird sich der Trend weiter fortsetzen.

D_Capitol4_20160418

In die Maske bitte: Der Fundus reicht vom Wikinger-Helm bis hin zur kühlen Blonden 

Welche Highlights erwarten Sie in 2016?
„Mein persönliches Highlight ist das Musical „Gentleman“. Da freue ich mich schon besonders drauf. Wir werden im Family-Entertainment „Bibi Blocksberg“ haben. Der Comedian Sascha Grammel ist zu Gast. Leider schon komplett ausverkauft. Wir haben auch im Herbst „Shadowland 2“ da. Zudem kooperieren wir mit dem Schauspielhaus, das drei Monate lang unser Theater als Interimspielstätte nutzen. Wir haben auch wieder eine Partnerschaft mit dem Kom(m)ödchen geschlossen, die fünf Vorstellungen Kabarett bei uns anbieten. Solche Kooperationen möchte ich gern noch weiter ausbauen. Denn ich sehe uns nicht als Konkurrenz zueinander.“
Das Interview führte Claudia Hötzendorfer   

Fotos: R.Zimmer, Capitol

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