Die Gedok-Frauen feiern sich im Stadtmuseum Düsseldorf

Dass die Gedok-Frauen im Stadtmuseum Düsseldorf viel Raum einnehmen, kann man nicht behaupten. Statt zum 100-jährigen Bestehen der „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ eine der üblichen Ausstellungen zu organisieren, wählte die 1996 gegründete (und nach der nahen Autobahn benannten) Regionalgruppe A46 ein sehr heutiges Medium. Sie zeigt bis Ende November ein Video aus Reels, mit denen sich 26 Mitglieder kurz und knackig vorstellen.

Bilder für lyrische Worte finden: Das Kind auf der Schaukel erscheint in einem Poetry-Film von Elena Hill zu Johanna Hansens Buch „Schamrot“. Foto: bikö
Damit die Übergänge stimmen und das Ganze zum Gesamtkunstwerk wird, haben die beteiligten Frauen mit Studierenden der Akademie für Mode und Design zusammengearbeitet. Im ersten Stock des Museums werden Schwarz-Weiß-Porträts der Gedok-Kreativen durch eine schwingende Linie (dem „roten Faden“) verbunden und der Blick auf die Projektionsfläche geleitet. Es macht Spaß, den etwa 20-minütigen Film anzusehen – so viel Energie sprüht aus den kurzen Beiträgen ganz unterschiedlicher Art. Da blättert die Malerin und Lyrikerin Johanna Hansen rezitierend in ihrem Kunstband „Tischtuchnotizen“. Da zeigt die Bildhauerin Anette Lenzing, wie man einen Stamm entrindet und ein Bronzestück in Patina köchelt. „Ich bin sperrig“, behauptet Multimedia-Künstlerin Inken Boje, breitet die Arme aus und dreht sich digital, kopfüber.
Beiprogramm
Wie man Lyrik sichtbar macht, wie sich Worte durch träumerische Bilder entfalten, wurde deutlich bei einer Vorführung der „Poetry-Filme“ von Rike Casper, Johanna Hansen und Elena Hill im Johanna-Ey-Saal des Stadtmuseums. Am 22. November, 15 Uhr, wird es dort eine Konzertlesung geben, mit Musik von Pia Marei Hauser und Texten von Kerstin Nethövel, Insa Wenke und Johanna Hansen. Die Finissage der Gedok-Schau ist am 29. November, 15 Uhr, mit einem „improvisierten Dialog zwischen Zeichnung und Gitarre“ von Lydia Drontmann und Udo Hasenbein. www.gedok-a46.de