Düsseldorf: Viele Besucher*innen des Nordfriedhofs an Allerheiligen

An Allerheiligen, den Stillen Feiertag, an dem Musik- und Tanzveranstaltungen verboten sind, besuchen die menschen traditionelle die Gräber und denken an ihre Verstorbenen. Auf den Nordfriedhof lud das Garten-, Friedhofs- und Forstamt auch in diesem Jahr zum Besuch ein. Bereits seit 2014 gehört diese Veranstaltung an Allerheiligen zum festen Programm in der Stadt. Die Lindenallee am Haupteingang des Friedhofs, die Kapelle und ausgewählte Grabmale wurden in verschiedenen Farben angestrahlt. Darüber hinaus gab es ein Veranstaltungsprogramm, bei dem die Besucher*innen den Friedhof als Kulturstätte und Ort der Natur in der Stadt erleben konnten.

Ab Mittag strömten Scharen von Besucher*innen auf den Friedhof, Foto: Karina Hermsen
Das Programm begann am Mittag mit einer ökumenische Andacht mit Orgelkonzert. Unter dem Titel “Hallo und auf Wiedersehen. Frauen in Grenzgängen des Lebens” lud die Fotografin, Journalistin und Autorin Annika Eliane Krause anschließend zur Bilderausstellung mit Lesung ein. Musikalisch wurde es später mit Jazz und Pop des Duos Müller (Gesang) und Michalke (Piano).

In der Kapelle gab es verschiedene Programmpunkte, Foto: Karina Hermsen
Grabsegen
Am Haupteingang und am östlichen Eingang Ulmenstraße standen Seelsorger*innen sowie Ehrenamtliche beider Kirchen und wer wollte, konnte das Gsspräch suchen. Auf Wunsch konnten sich Besucher*innen zu einem Grab oder zum Hochkreuz begleiten lassen, wo viele Kerzen für Verstorbene aufstellten.

Eine sehr persönlich gestaltete Grabstätte, Foto: Karina Hermsen
Für Interessierte gab es aber auch einen „Grabsegen to go“, eine Karte mit Gebeten und Anregungen für das persönliche Gedenken am Grab, und ein Fläschchen Weihwasser. Neben Informationen zu kirchlichen Angeboten für Trauernde, stand am Eingang Ulmenstraße außerdem „Evie“, das mobile Diakonie- und Kirchencafé der Evangelischen Kirche, mit Kaffee. Für Menschen, die nicht mehr mobil waren, hatte die Pfarrei St. Suitbertus Fahrrad-Rikschas organisert. Ehrenamtler*innen fuhren Menschen damit zu Gräbern oder zur Friedhofskapelle.

An vielen Stellen konnten Menschen Kerzen aufstellen, auch wenn sie dort kein Familiengrab hatten, Foto: Karina Hermsen
Viele Kinder begeistern die Aktion “Der kleine Abschiedsweg”, bei der auf kindgerechte Weise entdeckt werden konnte, was zu einer Beerdigung gehört und wie Menschen Abschied gestalten. An verschiedenen Stationen lernten sie spielerisch die unterschiedlichen Aufgaben von Friedhofsgärtnern, Bestattern, Steinmetzen und der Kirche kennen. Bei den Friedhofsgärtnern gestalteten sie eine Blume aus Holz oder einen Holzstecker. Gemeinsam mit den Bestattern wurde ein kleiner Sarg angefertigt, bei den Steinmetzen entstanden Namens- und Erinnerungssteine. An der Trostwort-Station der Kirche ging es um Worte, die Menschen in Trauer guttun können. Am Nachmittag kamen alle Akteure zu einer kleinen symbolischen Beerdigung zusammen.

Für Kinder wurden viele Aktionen angeboten, Foto: Karina Hermsen
Illumination
Die Illumination des Friedhofs begann bei einbrechende Dunkelheit. Dabei wurde der Eingangsbereich, die Kapelle und einige Grabmale angestrahlt. An ausgewählten Standorten trugen Schüler*innen der Clara-Schumann-Musikschule zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Das angestrahlte Grabmal von Mintrop, Foto: Karina Hermsen
Seit Jahren äußerst beliebt sind die Taschenlampenführungen über den historischen Teil des Friedhofs. Dabei erfuhren die Teilnehmer*innen mehr über kunstvoll gestaltete Grabstätten und berühmte Persönlichkeiten.

Einige Gräber wurden sehr üppig dekoriert, Foto: Karina Hermsen