KRASS(e) Ausstellung im Amts- und Landgericht Düsseldorf

Wer das Amts- und Landgericht Düsseldorf noch bis zum 26. November besucht, sollte sich die Zeit nehmen, eine ganz besondere Ausstellung zu besichtigen. Denn 64 Kunstwerke junger Künstler*innen sind im Rahmen des Projekts „Unsichtbar verbunden“ des Vereins KRASS entstanden und wurden am Montag (19.10.) zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung kann montags bis freitags jeweils von 8:30 bis 18 Uhr kostenfrei und ohne Anmeldung im Gerichtsgebäude an der Werdener Straße 1 besichtigt werden.

(v.l.) Fatima, Alexandra, Berrak, Lisa, Turak, Nicole Marci, Richterin und Pressesprecherin Amtsgericht Düsseldorf, Naila, Claudia Seidensticker, Gründerin und Vorständin KRASS e.V., Lucia, Christiane Fleischer, Präsidentin Landgericht Düsseldorf, leitende Künstlerin Sepideh Sadeghi, Adrina, Tahmineh, Melissa, Lilly, ValentynaFoto: Alexandra Girgott
Die Ausstellung ist das Ergebnis monatelanger Projektarbeit, bei der unter der künstlerischen Leitung von Sepideh Sadeghi, Kinder ihre Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven in ihren Kunstwerken verarbeiteten. „Unsichtbar verbunden“ ist der Titel und möchte zeigen, was engagierte Projektarbeit und kulturelle Bildung bewirken können. Einige Bilder sind seit März im Rahmen des KRASS-Projekts „Ich bin wichtig“ entstanden.

Auf den Fluren des Gerichtsgebäudes sind insgesamt 64 Bilder ausgestellt, Foto: Alexandra Girgott
Dass Team von KRASS begleitete die Kinder, schaffte kreative Freiräume, förderte ihre Ausdrucksmöglichkeiten und organisierte die Umsetzung. Von der künstlerischen Arbeit bis zur Präsentation der Werke war neben viel Zeit auch Fachwissen, Einfühlungsvermögen und eine verlässliche Begleitung wichtig.

Das KRASS(e) Team: (v.l.) Lisa, Fatima, Tahmineh, Claudia Seidensticker und Sepideh Sadeghi, Foto: Alexandra Girgott
Ein besonderes Werk ist ein Gemeinschaftsbild, das unter der künstlerischen Leitung von Sepideh Sadeghi entstanden ist. Es vereint unterschiedliche Gesichter und individuelle Perspektiven zu einer gemeinsamen Botschaft: „Jeder Mensch ist einzigartig, und zugleich verbindet uns mehr, als uns trennt.“ Das Kunstwerk steht für Vielfalt, Menschlichkeit und Zusammenhalt.

Adrina zeigt das gemeinshaftliche Werk, Foto: Alexandra Girgott
Mit der Ausstellung erhielten die Kinder die Möglichkeit, ihre Arbeiten öffentlich zu zeigen und mit ihren Perspektiven wahrgenommen zu werden. Dank des Amts- und Landgerichts Düsseldorf wird den 64 Kunstwerken in den Räumlichkeiten eine besondere Bühne geboten und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Auch Turak ist stolz in der ausstellung vertreten zu sein, Foto: Alexandra Girgott
KRASS e.V.
Claudia Seidensticker gründete im Jahr 2009 den Verein KRASS, der mittlerweile auf drei Kontinenten in 30 Ländern aktiv ist. Ziel ist es den Kindern Musik und Kunst näher zu bringen, was auch in Düsseldorf in vielen Flüchtlingsunterkünften, Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen begeistert aufgenommen wird. Verschiedene Stationen im Stadtgebiet werden regelmäßig mit dem Kulturmobil angefahren. Dann werden Bänke und Tische ausgepackt und draußen geht es kreativ ans Werk. Mittlerweile gibt es mit dem „Mover“ einen zweiten Bus, dessen Angebot sich eher an Jugendliche richtet. Das Angebot ist niederschwellig und kostenfrei. Gestaltet wird es von Künstler*innen und Ehrenamtler*innen, die damit den Zugang zu Kunst, Musik, Tanz und Theater auch den Kindern eröffnen wollen, die in ihren Familien damit eher wenig Kontakt haben. In Eller auf der Jägerstraße hat der Verein eine Heimat gefunden und bieten auch dort zahlreiche Aktivitäten an. Das Projekt „Unsichtbar verbunden“ zeigt, wie viel entstehen kann, wenn engagierte Menschen junge Talente stärken und ihnen Raum geben, ihre Stimme zu finden.
Weitere Informationen zum Verein und der Möglichkeit ihn zu unterstützen finden sie hier.

Naila präsentiert ihr Kunstwerk, Foto: Alexandra Girgott