Düsseldorf: Oberbilk hat einen neuen Quartierstreffpunkt – der Waschsalon ist eröffnet

Oberbilk ist ein multikulturelles Viertel. Dort gibt es seit Anfang 2013 den Kultur – und Nachbarschaftsverein „Königinnen & Helden“. Der Name steht dafür, dass hier alle – unabhängig von Religion, Herkunft oder Hautfarbe – gleich sind. Dabei hat der ehrenamtlich organisierte Verein nicht nur die Kinder des Viertels im Blick, auch für Mütter und Väter gibt es Angebote. Schon länger gibt es die Halle 72 an der Linienstraße, wo zahlreiche Angebote stattfinden. Seit Samstag (5.9.) ist ein zweiter Standort offiziell eröffnet: der Waschsalon an der Querstraße 16.

Andrea Abbing freut sich über die gelungene Renovierung
Der Waschsalon liegt am Dreiecksplatz und war früher wirklich ein Waschsalon. Den Namen hat der Verein behalten, aber schmutzige Wäsche wird dort nicht mehr gewaschen. Stattdessen neue Ideen entwickelt, Gemeinschaft gelebt und der Raum als Treffpunkt genutzt. Die Tür ist offen für alle. Bereits etabliert hat sich ein Nachbarschaftscafé, ein Nähkurs für Frauen und auch der Oberbilker Bürgerverein und der Geschichtsverein haben dort einen Versammlungsort gefunden.

Der alte Automat für die Waschmünzen ist nun die Spardose des Vereins
Dabei war die Renovierung der Räume ein Kraftakt, der durch viel ehrenamtliches Engagement und Sponsoren ermöglicht wurde. Öffentlich Gelder seien nicht geflossen, betont die 1. Vorsitzende von Königinnen & Helden, Andrea Abbing. Die Timken-Stiftung hat sich finanziell stark eingebracht und zur Freude aller konnte mit Unterstützung der Postcode Lotterie eine marokkanische Mitarbeiterin eingestellt werden. Das hilft auch sehr im Kontakt mit den Menschen im Viertel, die zum Teil noch Sprachbarrieren haben.

Das Innere des Waschsalon ist richtig gemütlich geworden

Bürgermeisterin Clara Gerlach war zur Eröffnung gekommen und begrüßte gemeinsam mit Andrea Abbing die Gäste
„Unser Verein bietet Bürgern jeglichen Alters einen Ort, an dem man sich gerne aufhält und sich austauscht. Wir bieten einen Raum für Kreativität in verschiedenen Bereichen. So gibt es Kultur und Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche, Sprachförderprojekte für Familien und Kinder, integrations – und generationsübergreifende Projekte“, erklärte Andrea Abbing.

Fröhliches Miteinander auf dem Dreiecksplatz
Die Kinder haben im Rahmen des Projekts „Oberbilker Stadtteilpioniere“ das Viertel erkundet und fotografiert. Anschließend haben sie die Gebäude rund um den Dreiecksplatz nachgebaut. Das Modell war am Samstag im Waschsalon ausgestellt. Interviews mit den Menschen, die um den Dreiecksplatz wohnen sollen in einen Podcast einfließen und über QR-Code über das Leben im Stadtteil informieren.

Kinder konnten malen und Armbänder basteln

Beim Dosenwerfen versuchten sich nicht nur die Kinder

Das Oberbilker Projekt “Grad_Wanderung” stellte sich vor – dabei geht es um Entsiegelung, um der Hitze vorzubeugen
Gleich vor dem Waschsalon liegt der Dreiecksplatz, der seinen Namen der Form verdankt. Er ist wenig attraktiv und schnell sammelt sich dort Unrat in den Ecken. Für die Eröffnung des Waschsalon hatte das Team den Platz aufgehübscht, Tische und Stühle aufgestellt, bunte Länderflaggen gespannt und mit frischen Blumen dekoriert. So einladend sah der Platz lange nicht aus und schnell fanden sich Menschen, die sich zum Gespräch niederließen, Kaffee, Kuchen oder frische Waffeln genossen. Es ist der große Traum von Abbing, den Dreiecksplatz als Quartiersplatz für alle Menschen zu gestalten. Sie könnte sich einen festen Container vorstellen, in dem Tische und Bänke gelagert werden, die man für Aktionen benutzen kann. Doch zuvor müsste der Platz freundlich gestaltet werden. Über den Waschsalon würde der Verein Königinnen und Helden den Platz „bespielen“ und Veranstaltungen koordinieren. Doch aktuell fehlen die finanziellen Mittel und vor allem die Erlaubnis der Stadt, den Platz nutzen zu dürfen.
Weitere Informationen über den gemeinnützigen Verein und seine Angebot finden sie hier.