Düsseldorf: Derendorfer Jonges feiern ihr 70-jähriges Jubiläum

Eigentlich wollten die Derendorfer Jonges ihr 70-jähriges Bestehen groß beim traditionellen Familienfest feiern, das es jeweils am letzten Samstag im August gibt. Doch Bauarbeiten der Stadt blockierten große Teile der Flächen an der Mühle und so musste das Fest abgesagt werden.
Stattdessen hatte Baas Piet Keusen am Mittwoch (2.9.) Mitglieder und Freunde zu einer kleineren Feier in die Mühle eingeladen. Neben den Bezirksbürgermeistern Annette Klinke und Philipp Schlee waren Vertreter der Kirchen, des Brauchtums und der Stadtgesellschaft der Einladung gefolgt. Ein Mitglied wurde besonders begrüßt: Peter Bongartz ist bereits seit 65 Jahren bei den Derendorfer Jonges. Er hatte seine Frau Doris mitgebracht, die am Mittwoch ihren Geburtstag feierte.

Peter Bongartz ist bereits seit 65 Jahren Mitglied bei den Derendorfer Jonges, seine Frau Doris feierte am Mittwoch Geburtstag
Keusen blickte bei seiner Rede auf die bewegten 70 Jahre der Derendorfer Jonges zurück, die sich 1956 in einer Gaststätte am Münsterplatz gründeten. Die 78 Mitglieder wählten Ewald Conrad zu ihrem ersten Baas. Von Beginn an setzten sich die Jonges dafür ein, die Bürger in Derendorf zu unterstützen, Historisches zu bewahren und beim Wiederaufbau zu helfen. Trotz des Namens „Derendorfer Jonges“ verstanden sie sich immer als Bindeglied der Stadtteile Derendorf, Golzheim und Pempelfort. Ein Schwerpunkt des Engagements der Jonges ist immer noch der Erhalt der Buscher Mühle, die älteste Mühle Düsseldorfs. 1992 verhandelte der damalige Baas Andreas Dahmen mit der Stadt einen Überlassungsvertrag über 25 Jahren zu einem symbolischen Preis. Seitdem ist viel Geld und Einsatz in die Renovierung geflossen.

Die Buscher Mühle
Die Buscher Mühle ist die Heimat der Derendorfer Jonges, aber die Zukunft hat einige Ungewissheiten. Denn mit der Stadt wird aktuell über einen neuen Mietvertrag verhandelt und der Ausbau der Bahn für den RRX könnte Auswirkungen auf das Gelände der Mühle haben.
Doch Baas Keusen machte deutlich, dass die Mühle zwar Heimat sei, aber auch die Menschen, die Erinnerungen seien Heimat – ein Gefühl, das durch die Gemeinschaft entstehe. „Heimat lebt von den Menschen, die sich engagieren, die Verantwortung übernehmen“, führte der Baas aus und „70 Jahre Derendorfer Jonges sind deshalb auch 70 Jahre Ehrenamt“.

Die Jubiläums-Feier der Derendorfer Jonges in der Buscher Mühle
Dass die Derendorfer Jonges sich Herausforderungen stellen und mit der Zeit gehen, haben sie auch durch ihre Entscheidung im Jahr 2024 gezeigt, sich für weibliche Mitglieder zu öffnen. Fast ein Dutzend Frauen gehören mittlerweile zu den Jonges.
Die Derendorfer Jonges blicken zuversichtlich in die Zukunft, das war bei der Jubiläumsfeier deutlich zu spüren. Weitere Informationen über Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten gibt es hier.

Diese Gäste waren nicht eingeladen, fühlen sich aber auf dem Gelände sehr wohl