Düsseldorf Oberbilk: Interkulturelles Fest auf dem Oberbilker Markt hatte kein Glück mit dem Wetter

Moussa Diallo und seine Trommler*innen-Gruppe Sapali spielten und sangen am Freitagnachmittag (4.9.) unentwegt gegen den Regen an. Die Bühne auf dem interkulturellen Fest auf dem Oberbilker Markt war überdacht und bot den 16 Musiker*innen Schutz. Vor der Bühne, wo normalerweise bei den rhythmischen afrikanischen Klängen getanzt wird, sammelten sich die Pfützen auf dem Boden. Und doch gab es wenige Unentwegte, die die Musik mitriss.

Auch bei Regen wurde vor der Bühne getanzt
Es war Pech für das mit viel Engagement organisierte interkulturelle Fest auf dem Oberbilker Markt, dass die Wettervorhersage recht behalten sollte. „Ich schaue einfach nicht auf die Wettervorhersage. Man kann es ja eh nicht ändern“, meinte Fest-Mitorganisatorin Silvana Cisonna (i-Punkt Arbeit/Caritas). Sie war für das musikalische Bühnenprogramm verantwortlich und hatte fünf Bands und eine Solokünstlerin für das Fest gewinnen können. Darunter auch die Musiker*innen Words Beyond Borders. „Die Band hat während eines Musik-Workshop für Geflüchtete gegründet und ist seit dem ersten interkulturellen Fest in Oberbilk 2018 immer dabei“, freute sich Cisonna.

Moderatorin Janine Rolke (2.v.l.) mit dem Orga-Team (v.l.) Silvana Cisonna (i-Punkt Arbeit), Alexandra Budee (Gesundheitsamt) und Anna Ziener (Arbeit und Leben NRW)
Words beyond Borders war eins der interkulturellen Angebote auf dem Fest. Ergänzt wurde das durch Initiativen und Organisationen aus der Nachbarschaft. So hatten beispielsweise die Polizei gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle, Arbeit und Leben NRW, Düsselgrün, das Gesundheitsamt und der Oberbilker Schachverein (OSV) Info-Stände aufgebaut. „Wir hätten uns noch mehr Vereine, Institutionen, Initiativen mit internationalem Hintergrund gewünscht“, gesteht Fest-Mitorganisatorin Anna Ziener (Arbeit und Leben NRW). „Wir haben auch alle in unserem Viertel eingeladen mitzumachen, aber mehr als einladen können wir sie ja nicht.“

Das Duo Spume war die erste Band auf der Bühne beim interkulturellen Fest auf dem Oberbilker Markt
Und doch wurde das Fest seinem Anspruch gerecht, wie der Oberbilker Schachverein zeigte. „Schach hat ja oft das Image eines abgehobenen Intellektuellenspiels. Bei uns aber ist Schach klarer Breitensport, wir haben keine Großmeister“, erklärt der OSV-Vorsitzende Andreas Hecker. „Jeder ist willkommen, egal welches Alter, welche Religion, welche Hautfarbe oder welchen Migrationshintergrund er oder sie auch hat.“ Interkultureller geht es nicht.

Andreas Hecker (Vorsitzender Oberbilker Schachverein) freute sich über das Interesse junger Menschen
Die Polizei suchte das Gespräch mit allen Oberbilkern und das unter wissenschaftlicher Begleitung und Beobachtung der Bergischen Universität Wuppertal. „Wir haben in Oberbilk ein neues Projekt ‘Dialogisch’“, erklärte Uni-Mitarbeiterin Jacquelin Oppers. „Wir wollen positive Kontakte mit der Polizei ermöglichen.“ Oft sei der Kontakt mit den Gesetzeshütern eher negativ, da häufig Ausgangssituationen wie Strafverfolgung oder Notfälle zugrunde liegen. „Wir möchten mit einer ganz niedrigen Hemmschwelle Gespräche ermöglichen. Dabei solle jeder fragen können, was er immer schon fragen wollte“, so Oppers. „Wir möchten das Ansehen der Polizei stärken,so dass die Beamten wieder als Freund und Helfer gesehen werden.“

Der Gemeinschaftsgarten Düsselgrün warb um neue Hobbygärtner*innen
Ganz praktische Gründe hatte der Gemeinschaftsgarten Düsselgrün, sich beim interkulturellen Fest Präsenz zu zeigen. „Wir suchen nach neuen Hobbygärtner für unsere Gemeinschaftsinitiative. Unser 640 Quadratmeter großer Garten liegt im Oberbilker WGZ Park und wird derzeit von zehn Aktiven bearbeitet. Wir können noch mehrere neue Gärtner*innen gebrauchen“, lud Franzi von Düsselgrün ein. „Niemand muss ein perfekter Gärtner oder Gärtnerin sein, um bei uns mitzumachen. Willkommen sind alle.“ Jeden Sonntag gibt es zwischen 15 und 18 Uhr im WGZ Park eine offene Pforte des Gemeinschaftsgartens. Das und noch viel mehr erfuhr man auf dem interkulturellen Fest auf dem Oberbilker Markt.