Düsseldorf: Staatsschutz prüft queerfeindliche Motive bei Übergriffen im Hofgarten

Einsatzkräfte der Düsseldorfer Polizei waren am späten Donnerstagabend (27.8.) als Begleitung eines 60-jährigen Mannes im Hofgarten unterwegs, der angab, dort in der Nacht zuvor von mehreren Jugendlichen beraubt worden zu sei. Nachdem die Täter ihn mit Pfefferspray angegriffen hatten, entwendeten sie seine Bauchtasche mit Mobiltelefon und seine Armbanduhr. Am Donnerstagabend hatte das Opfer dann versucht sein Telefon anzurufen und tatsächlich nahm jemand das Telefonat entgegen und erklärte dem 60-Jährigen, dass er seine Sachen im Hofgarten abholen könne. Daraufhin holte sich der Mann Unterstützung bei der Polizei.
Allerdings war gegen 23:30Uhr zunächst nichts von den Jugendlichen zu sehen und auch an das Handy ging niemand mehr. Dann kam plötzlich ein 31-Jähriger auf die Polizisten zu, der die Bauchtasche samt Telefon in einem Gebüsch zufällig gefunden hatte, nachdem er das klingeln hörte. Er hatte auch das Telefonat mit dem 60-Jährigen geführt, versicherte aber nicht zu den Tätern zu gehören. Er berichtete den Beamten von einer Begegnung mit einem jugendlichen Trio kurz vorher, die ihn homophob beleidigt und bedroht hätten. Aufgrund der Beschreibung des 60-Jährigen könnten diese für den Raub in Frage kommen.
Die Polizisten konnten anschließend im Hofgarten drei junge Männer beobachten, die immer wieder Personen ansprachen und beleidigten. Als die Einsatzkräfte die drei kontrollieren wollten, flüchteten sie. Nach einer kurzen Verfolgung stellten die Beamten zwei der drei Jugendlichen. Der 16-Jährige und der 17-Jährige leisteten erheblichen Widerstand, sie wurden vorläufig festgenommen. Es erwartet sie ein Strafverfahren unter anderem wegen Beleidigung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Ob die Jugendlichen auch für den Raub aus der vorherigen Nacht verantwortlich sind, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Der Staatsschutz prüft, ob eine queerfeindliche Tatmotivation vorliegt.