Botschafter für den RhineCleanUp paddeln von Düsseldorf nach Emmerich

Seit der Gründung im Jahr 2018 organisiert die Umweltorganisation RhineCleanUp (RCU) einmal im Jahr, jeweils am zweiten Samstag im September, eine große Müllsammelaktion. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um die Ufer des Rheins. Bundesweit haben im vergangenen Jahr rund 600 Initiativen, Organisationen, Vereine, Firmen, Schulen, Soziale Einrichtungen sowie Nachbarschaftsgemeinschaften mit 50.000 Einzelteilnehmern die Ufer an 30 Flüssen gereinigt.

(v.l.) Joachin Umbach, Mirjam Schenke, Judith Mörschel und Uwe Franken vor dem Start
In Vorbereitung des CleanUps am 12. September starteten zwei Aktivisten aus dem Raum Mannheim am Freitag (15.8.) eine besondere Werbetour. Uwe Franken, RCU-Flussbeauftragter für die Region Rhein-Neckar, und Judith Mörschel hatten ihre Stand-Up-Paddle-Bords nach Düsseldorf gebracht und begannen am Mittag eine Tour nach Emmerich, wo sie am Dienstag ankommen wollen.
Die Bords sind mit ihrem Gepäck bestückt, über dem die Fahnen vom RhineCleanUp flattern, denn sie wollen auf die Verschmutzung des Rheins aufmerksam machen und auf die immer größere Bedeutung von CleanUps.

Der Weg bis zum Wasser war erschreckend lang
An den Rheinwiesen an der Oberkasseler Brücke hatten sich die Beiden mit dem RCU-Team Joachim Umbach und Mirjam Schenke verabredet. Dabei mussten alle feststellen, dass der Weg bis zum Wasser erschreckend weit war. Denn das Niedrigwasser hat den Rhein zu einem schmalen Fluss werden lassen und wo sonst das Wasser fließt, war jetzt eine Steinwüste. Zu sehen war allerdings auch zahlreicher „frischer“ Müll, den Menschen haben liegenlassen. Daneben tauchten im Fluss Objekte auf, die dort schon lange liegen. Die Bords wurden gerade ins Wasser gelassen, als genau dort eine alte Bratpfanne herausgeholt wurde, wenig später entdeckte Judith Mörschel noch ein großes Blechteil. Aber sie und Uwe Franken konzentrieren sich bei ihrer Fahrt auf den Transport der Botschaft – für die zusätzliche Sammlung von Müll ist auf den Bords kein Platz.

So einiges kommt jetzt bei Niedrigwasser zu Tage, was schon lange im Rhein lag
Beide sind erfahrene Wassersportler, die alle Risiken einer solchen Tour auf einer viel befahrenen Wasserstraße gerade bei Niedrigwasser kennen und bestens vorbereitet sind. Im vergangenen Jahr waren sie bereits zwischen Andernach und Düsseldorf unterwegs. Als sie die Tour geplant haben, haben sie allerdings nicht damit gerechnet, auf einem historisch niedrigen Wasserstand zu paddeln. Sie haben für die Bords unterschiedliche Finnen dabei, neben der starren auch eine Klapp-Finne, die sich bei Grundberührung einklappt. Sie wissen, dass StandUp-Paddeln auf dem Rhein nichts für Anfänger ist und werden auf ihrer Tour vorausschauend paddeln und auf die Schiffe achten, die von hinten kommen. Von Rheinkilometer 745 geht es bis Rheinkilometer 852, das ist Emmerich. Dort wollen sie nach Stationen in Duisburg, Dinslaken, Rees und Wesel am Dienstag ankommen. Wie Uwe Franken schmunzelnd erklärte, ist aber auch immer Zeit für eine Pause an einer netter Rheinpromenade, wenn sich dies anbietet. Übernachten wird in Kanu-Sport-Vereinen entlang der Route.
Die beiden Aktivisten kennen sich schon lange und sind nicht nur an den RCU-Tagen aktiv im Umweltschutz. Sie hoffen mit ihrer Tour viele Menschen zu begeistern, sich am 12. September 2026 zu engagieren. Eine Anmeldung ist bereits hier möglich und wer möchte kann eine eigene Gruppe organisieren oder sich bei einer Aktion anschließen.