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Home›Top News›Düsseldorf: Woher bekommen Stadt- und Straßenbahnen ihren Strom?

Düsseldorf: Woher bekommen Stadt- und Straßenbahnen ihren Strom?

Von Ute Neubauer
27. Juli 2026
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(v.l.) Dr. Stephanie Zweig (Bereichsleiterin Infrastruktur) mit Projektleiter Nico Nothof und Thomas Wimmer (Abteilungsleiter Elektronische Anlagen)

Dass die Stadt- und Straßenbahnen der Rheinbahn auf Strom durch die Oberleitungen angewiesen sind, dürfte jedem klar sein. Wie allerdings der Strom in die Oberleitungen kommt, ist ein Vorgang, der ein aufwendiges Prozedere erfordert. Denn die Stadtwerke liefern 10.000 Volt starken Wechselstrom an. Genauso wie nicht jedes Auto Diesel oder Benzin verträgt, vertragen die Bahnen auch nicht jede Art von Strom. Deshalb gibt es im Bereich des Rheinbahnnetzes 60 sogenannte Unterwerke, in denen mit Hilfe von Transformatoren und Gleichrichtern der angelieferte Stom in 720-Volt-Gleichstrom umgewandelt wird. Durch Erdkabel verlässt dann der umgewandelte Strom das Unterwerk und wird in die Fahrleitung gespeist, aus der ihn die Bahnen mit dem Stromabnehmer auf dem Dach aufnehmen.

Viel Technik gehört zu den Unterwerken

Von außen betrachtet sind diese Unterwerke graue Container, die viel Technik beinhalten, aber kaum auffallen. Doch ohne sie könnten die Bahnen nicht fahren und daher muss auch die Technik regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden. Einige der Unterwerke sind in die Jahre gekommen und werden nun erneuert. Seit 2021 hat die Rheinbahn bereits fünf Anlagen überholt, unterstützt durch das Förderprogramm „Kommunale Schiene“, durch das Bund und Land 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten tragen.

„Ein Gleichrichterunterwerk sieht man im Alltag kaum, aber ohne diese Anlagen fährt keine Bahn“, erklärte Dr. Stephanie Zweig, Bereichsleiterin Infrastruktur bei der Rheinbahn, bei einem Ortstermin am Reeser Platz am Montagvormittag (27.7.). „Das Unterwerk wandelt den Strom aus dem öffentlichen Netz so um, dass wir ihn für den Betrieb nutzen können. Wenn wir ein Unterwerk erneuern, tauschen wir also nicht einfach nur Technik aus, sondern sichern ganz konkret die Grundlage für einen verlässlichen Betrieb.“

Am Reeser Platz sind die Arbeiten bereits in vollem Gang. Das Gebäude, dass das bisherige Unterwerk beherbergt, wurde abgerissen. „Bei Untersuchungen hatten wir festgestellt, dass es sich abgesenkt hat und die Abdichtung beschädigt ist. Dadurch hätte Wasser eindringen können“, so Thomas Wimmer, Abteilungsleiter Elektronische Anlagen bei der Rheinbahn.

Links das mobile Unterwerk, rechts der Ersatzneubau, der voraussichtlich im September in Betrieb genommen wird, Foto: Rheinbahn

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse habe ergeben, dass ein Ersatzneubau wirtschaftlicher und langfristig tragfähiger ist als eine Sanierung, zumal die Technik bereits mehr als 40 Jahre alt ist. „Die Instandhaltung war inzwischen sehr aufwendig geworden, da Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind“, machte Wimmer deutlich.

Im Mai erfolgte die Anlieferung der Beton-Fertigbauteile für das neue Unterwerk am Reeser Platz. Abschließen wird die Rheinbahn die Arbeiten voraussichtlich im September. „Bis dahin werden wir unter anderem drei Kilometer Kabel verbaut haben“, so Nothof. Anschließend wird auch das mobile Unterwerk abtransportiert.

Einschränkungen für die Fahrgäste auf den Linien U78 und U79 gab und gibt es nicht. „Die Stromversorgung unserer Strecken ist grundsätzlich redundant ausgelegt: Jeder Fahrleitungsabschnitt kann von zwei Unterwerken versorgt werden, sodass bei Ausfällen automatisch benachbarte Unterwerke einspringen“, so Projektleiter Nico Nothof. Seit Dezember versieht bereits ein mobiles Unterwerk in einem Container seinen Dienst. „Uns ist es wichtig, dass wir den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen und unseren Kundinnen und Kunden trotz der Bauarbeiten die gewohnten Verbindungen ermöglichen.“

Drei Kilometer Kabel werden für den Neubau verlegt

Sobald das neue Unterwerk steht, wird auch die Grünfläche am Reeser Platz neugestaltet. „Für die Wiederherstellung haben wir einen Garten- und Landschaftsarchitekten beauftragt, der ein Konzept für die Neubepflanzung erarbeitet“, sagt Nothof. „All das passiert in enger Abstimmung mit dem Gartenamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.“

In den kommenden fünf Jahren bringt die Rheinbahn weitere fünf Unterwerke auf Vordermann. „Für mich ist das echte Zukunftsarbeit an unserer Infrastruktur: Wir machen das Netz robuster, moderner und bereiten uns so darauf vor, was in Zukunft an Anforderungen auf uns zukommt,“ betont Dr. Stephanie Zweig

 

StichworteRheinbahnStraßenbahnenStromversorgung
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