Düsseldorf Stadtmitte – Bilk: Eine Demonstration von alt nach neu

Die Umzugswagen, die demnächst von der Bastionsstraße 24 zur Völklinger Straße fahren werden, um die „Habseligkeiten“ des Luisen-Gymnasiums von der alten Schule in den Neubau zu bringen, legen nur eine Strecke von rund drei Kilometern zurück. Aber sie können nicht der selben Streckenführung folgen, die die gesamte Schülerschaft inklusive Kollegium am Freitag (10.7.) bei ihrem Umzug gegangen sind. Denn der lange Demozug führte die 800 Teilnehmer*innen durch den Florapark.

Es heißt Abschied nehmen von alt-ehrwürdigen Bau an der Bastionstraße
Als symbolischen Akt, als Umzug vor dem Umzug, hatten Michael Salzwedel (Latein und Philosophie) sowie Holger Sudkamp (Englisch, Geschichte, Deutsch als zweite Sprache) den Demonstrationszug von alt nach neu organisiert. Als Salzwedel den Genehmigungsantrag stellte, war bei den Ordnungsbehörden die Verwirrung erst einmal groß.

Transparente und Plakate gehörten zum Demozug
„Als ich den Genehmigungsantrag gestellt habe, wurde ich als erstes gefragt, wogegen wir denn demonstrieren wollten“, erzählte Michael Salzwedel augenzwinkernd. „Mir wurden noch zwei, drei weitere Fragen gestellt, dann war alles erledigt. Die Polizei war sehr kooperativ und hilfreich.“ So ging Salzwedel vorab gemeinsam mit einer Polizistin zur Planung der Demo zwei verschiedene Demonstrationswege ab. „Sie sagte, wir nehmen den durch den Florapark und sperren die Straßen dafür ab“, so der Lateinlehrer.

Die Marching Band der Flora-Realschule begleitete die Schüler*innen

Auf dem Fürstenwall mischten sich die älteren mit den jüngeren Schüler*innen
Also zog das „Luisen“ von der Bastionsstraße zum Fürstenwall und sammelte dort an der Schul-Dependance die jüngeren Jahrgänge ein.Dann ging es über die Florastraße, den Flora-Park, Bach-, Germania- und Fähr- bis zur Völklinger Straße. Allerdings durfte die Schul-Demo den Neubau noch nicht betreten. „Noch wird gebaut und ist es eine Baustelle. Aber es ist nur noch wenig zu tun. Es gibt auch schon fertig eingerichtete Klassenzimmer. Ich bin sicher, dass zum Anfang des kommenden Schuljahres alles da sein wird. Ich mache mir keine Sorgen,“ betonte Schulleiterin Gabriele Patten.

Quer durch den Flora-Park zog die Demo
Obwohl etwas Wehmut mitschwingt, freut man sich bei den „Luisen“ auf den Neubau. „Wir verabschieden uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge vom alten Standort“, bekennt die Schulleiterin. „Wir müssen weg aus den alten, gewohnten Strukturen, dem Stadtviertel. Wir verlassen Historisches, bekommen dafür aber einen Neubau der modern ist und zu uns passt. Im Augenblick überwiegt eindeutig die Aufbruchstimmung.“

Schulleiterin Gabriele Patten und ihre Stellvertreterin Kathrin Kuchner freuen sich auf ihren neuen Arbeitsplatz
So auch bei der Schülerschaft. „Unsere alte Schule hatte zwar ihren Charme, aber auch Mängel. Ich freue mich auf den Neuanfang, denn wir haben mehr Platz, viel Grün, viel Glas, viel Licht, eine Mensa und auch eine große Sporthalle“, urteilte Schüler*innen-Sprecherin Florinda van Dijk. „Als ich aufs Luisen gekommen bin, wurde der Umzug in einen Neubau ja schon angekündigt. Jetzt bin ich froh, dass ich das wirklich noch erleben darf.“ Sie wird im nächsten Jahr zum ersten Jahrgang gehören, dem im Neubau die Abiturprüfungen abgenommen werden. „Es ist schon etwas besonderes, dem Premierenjahrgang anzugehören“, meint van Dijk.

Die Völklinger Straße war erreicht
Für Salzwedel war der problemlos verlaufende Umzug der Schülerschaft nicht nur ein Symbol für den Umzug. „Es war auch eine praktische Unterrichtseinheit Demokratie und Verkehrserziehung“, erklärte der Lehrer. „Die Schüler*innen haben gemerkt, dass es möglich ist, einen Demonstrationszug zu organisieren, für oder gegen was immer es auch ist.“ So sind sie halt die Lehrer, nichts passiert bei ihnen ohne pädagogische Hintergedanken.

Zum Neubau gehören Sporthalle und auch Außensportflächen