Düsseldorf Oberbilk: Marokko scheitert gegen Frankreich – und feiert trotzdem

Marokko ist stolz auf seine Nationalmannschaft – auch wenn sie am Donnerstagabend (9.7.) im Viertelfinale mit 0:2 gegen Frankreich ausgeschieden ist. In Düsseldorf Oberbilk machten hunderte von Fans der Roten die Nacht zum Tage. Ob sich in den Hauseingängen drei, vier Fans um ein Handy drängte, ein Mini-Beamer im Einsatz war – oder die Glücklichen einen Platz in einer der Kneipen ergattert hatten. Lautstark wurde das Spiel kommentiert. Gejubelt. Gelitten. Gehofft. Und verloren.

Jedes Plätzchen, von dem aus das Spiel verfolgt werden konnte, wurde genuttzt, Foto: Infozentrale

Das Handy zur Anzeige des Livestreams – die Fans an der Ellerstraße rückten zusammen, Foto: Infozentrale
Erst wurde der marokkanische Torwart als Held gefeiert, weil er einen Elfmeter gehalten hat. Doch dann traf Frankreich gleich zwei Mal – und Marokko hatte nichts entgegen zu setzen. Frankreich ist im Halbfinale. Marokko wird in Düsseldorf Oberbilk gefeiert. Sie haben eine tolle WM gespielt.
Dann kippte die Stimmung
Wie die Polizei mitteilte kippte gegen 0.45 Uhr die anfangs gute Stimmung der circa 1.500 Anhänger der marokkanischen Mannschaft auf der Ellerstraße. Vermummte warfen unvermittelt Böller, Glasflaschen und selbstgebaute Brandsätze auf die Straße, in die Menschenmenge und auch gezielt gegen Polizeibeamt*innen. Verkehrsschilder wurden aus der Verankerung gerissen und Mülltonnen umgeworfen. Die Einsatzkräfte räumten die Ellerstraße, um weitere Eskalationen zu verhindern. Ein 15-Jähriger aus Viersen und einen 20-Jähriger aus Wesseling wurden in Gewahrsamgenommen. Der Jugendliche hatte einen Einkaufswagen, der 20-Jährige eine Flasche gegen die Polizeibeamten geworfen.

Die Polizei sperrte die Ellerstraße ab, Foto: Infozentrale
Ein 27-jähriger Polizist musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Zwei weitere Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen.
Die Beamten fertigten diverse Strafanzeigen u. a. wegen tätlichen Angriffs, Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Umfangreiches Videomaterial der Polizei wird ausgewertet