Düsseldorf: Das Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlichen – Strömungsretter demonstrieren ihren Einsatz

Im Rahmen einer Einsatzübung demonstrierten die Strömungsretter der Düsseldorfer Feuerwehr am Donnerstag (18.6.) die Lebensgefahr, die das Schwimmen im Rhein bedeutet. Die Chance, dass eine Person, die von der Strömung des Rheins erfasst wurde, zu retten, hängt entscheidend von den Einsatzkräften ab, die dafür speziell ausgebildet werden.
Allein in diesem Jahr gingen bei der Feuerwehr Düsseldorf bereits zu 24 Meldungen mit den Einsatzstichwort “Personen im Rhein” ein. In acht Fällen konnten Menschen gerettet und medizinisch versorgt werden, für drei Personen kam jede Hilfe zu spät. Im vergangenen Jahr gab es 65 solcher Einsätze, 18 Menschen wurden gerettet, drei verstarben. “Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Rhein trotz vermeintlich ruhiger Wasseroberfläche ein hochgefährliches Gewässer bleibt”, betont Stefan Böle, Pressesprecher der Düsseldorfer Feuerwehr. “Die Strömung im Rhein verzeiht keinen Moment der Unachtsamkeit. Wir erleben immer wieder, wie schnell Menschen in Situationen geraten, aus denen sie sich nicht mehr selbst befreien können. Unsere Aufgabe ist es, Leben zu retten – aber am sichersten ist es, gar nicht erst in Gefahr zu geraten.”

Das Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich, trotzdem kommt es immer wieder zu Einsätzen, Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert
Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich
Die Düsseldorfer Feuerwehr betont regelmäßig, dass der Rhein aufgrund seiner Strömung, Sogwirkungen durch Schiffe, Strudel an Kribben und der Fahrrinne der Berufsschifffahrt ein Hochrisikogewässer ist. Die Menschen verkennen häufig die Gefahr, denn die Schiffe sind meist schon viele hundert Meter weitergefahren, bis der Sog oder die anschließenden Wellen am Ufer ankommen. Niedrige Wasserstände, scheinbar ruhige Oberflächen und sommerliche Temperaturen verleiten immer wieder Menschen, ins Wasser zu gehen. Die tatsächlichen Strömungsverhältnisse bleiben jedoch unsichtbar und können binnen Sekunden lebensbedrohlich werden.

Strömungsretter der Feuerwehr Düsseldorf demonstrierten eine Rettung aus dem Rhein, Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert
Strömungsretter der Feuerwehr
Seit fast 50 Jahren gibt es bei der Düsseldorfer Feuerwehr eine Taucherstaffel, die rund um die Uhr mit vier Tauchern einsatzbereit ist. Alle Staffelmitglieder als Strömungsretter für Rettungen in fließenden Gewässern ausgebildet und trainieren regelmäßig unter realen Bedingungen an den rund 40 Rheinkilometern. Die Taucher sind an der Feuer- und Rettungswache an der Hüttenstraße stationiert. Für Einsätze auf dem Rhein liegt neben dem Feuerlöschboot ein ständig besetztes Rettungsboot im Hafen vor Anker, das sofort einsatzbereit ist und Hilfe leisten kann.
“Strömungsrettung erfordert eine anspruchsvolle Ausbildung und regelmäßiges Training unter realen Bedingungen. Nur wenn jeder Handgriff sitzt, können wir im Ernstfall schnell und sicher handeln. Mit jeder Übung verbessern wir unsere Abläufe, damit wir Menschen in Notlagen schnell, sicher und effektiv helfen können. Unser Ziel ist es, im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein und jede Rettungschance zu nutzen”, beschreibt Strömungsretter Thomas Zender die Komplexität.

Mit einer speziellen Vorrichtung wird der Gerettete in das Boot gerollt, Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert
Badeverbot und Hinweisschilder
Das Baden im Rhein ist seit August 2025 verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Als Baden gilt das planmäßige Verweilen mit dem Körper in mehr als jeweils knöcheltiefem Wasser des Rheins zu Erholungs-, Sport- oder Freizeitzwecken, insbesondere das Schwimmen, Waten oder Spielen im Wasser. Gestattet ist außerdem das kurzzeitige Ein- und Aussteigen beim An- und Ablegen von Wasserfahrzeugen, das Zuwasserlassen oder Herausziehen von Wasserfahrzeugen an dafür vorgesehenen Stellen sowie das Ausüben von Angelsport und Watfischerei.

Schilder weisen auf das Badeverbot hin
Rund 70 Hinweisschilder entlang des Rheins weisen auf das Badeverbot hin und warnen mehrsprachig mit Piktogrammen und kurzen Hinweisen vor der Lebensgefahr, die beim Schwimmen im Rhein droht. Sollte ein Notruf notwendig sein, ermöglicht die Angabe des Rheinkilometer auf den Schildern, den Einsatzkräften eine präzise und schnelle Anfahrt zum Standort. Außerdem enthalten die Schilder Verhaltenshinweise, die für alle Besucher*innen des Rheinufers für einen angenehmen Aufenthalt sorgen sollen – etwa durch das Entsorgen von Müll oder den Verzicht auf ein offenes Feuer.
Badeseeen und Schwimmbäder
Baden ist in Düsseldorf nur in den Freibädern und am Unterbacher See erlaubt, wo Aufsicht vorhanden ist.
Für alle anderen Baggerseen gilt Badeverbot, also für:
• Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderweges
• Suitbertussee
• Fliednersee
• Lambertussee in Kaiserswerth
• Lichtenbroicher Baggersee am Flughafen
• Südpark-See
• Unisee
• Elbsee Süd und Nord
Lebensgefahr
Generell sollten Menschen, die zum Baden gehen, einige Regeln beachten. Die Düsseldorfer Feuerwehr, die DLRG, die DRK-Wasserwacht, das Forstamt und die Wasserschutzpolizei appellieren, die Baderegeln einzuhalten:
> Nie überhitzt ins Wasser gehen,
> nie alkoholisiert schwimmen gehen,
> nie mit vollem Magen ins Wasser gehen,
> nie mit ganz leerem Magen Schwimmen gehen.
> Eltern sollten ihre Kinder an den Gewässern immer im Auge behalten!