Düsseldorf: Critical Mass und Investitionen in den Radverkehr

Das Land NRW unterstützt die Städte beim Ausbau der Radinfrastruktur. Die Erfolge präsentierten am Freitagmorgen (10.4.) Landesverkehrsminister Oliver Krischer, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Matthias Pesch vom ADFC Düsseldorf an der Luegallee. Seitdem es dort eine Radfahrspur gibt, nutzen deutlich mehr Bürger*innen in Rad. Die Zählstelle der neuen Radleitroute 2 West-Ost vom Areal Böhler bis zum Luegplatz erfasste 207.565 Radfahrende vom 1. Januar bis 31. März 2026. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 185.276.
Oberbürgermeister Stephan Keller: “Düsseldorf fährt Rad – und das mit wachsendem Engagement. Bereits heute werden 76 Prozent aller Wege in unserer Stadt nachhaltig zu Fuß, per Rad oder mit Bussen und Bahnen zurückgelegt. Darunter hat der Radverkehr seinen Anteil in den letzten Jahren auf 21 Prozent ausbauen können. Wir danken dem Land Nordrhein-Westfalen für die kontinuierliche Förderung des Radwegebaus.”
Aktuelle Zählungen belegen den Trend zum Rad in Düsseldorf eindrucksvoll: An allen Dauerzählstellen wurden 2025 rund 6,6 Millionen Radfahrende erfasst – ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber 2025, als rund 6,2 Millionen Radfahrende erfasst wurden.
Matthias Pesch vom ADFC Düsseldorf und Mitglied der Kleinen Kommission Radverkehr in Düsseldorf betont: “Am Beispiel der Radleitroute 2 sehen wir deutlich, wie moderne Infrastruktur den Verkehrsraum für alle ordnet: Sie schafft Sicherheit, entflechtet Konflikte und bietet so einen messbaren Mehrwert nicht nur für Radfahrende, sondern auch für den Fuß- und Kfz-Verkehr.“

Auch die Kirschblüte wurde am Freitag erfahren, Foto: Dirk Schmidt
Soweit der offizielle Pressetermin am Freitagmorgen. Am Freitagabend fuhr die Critical Mass (CM) durch die Stadt. Jeden zweiten Freitag im Monat starten Fahrradbegeisterte ab Fürstenplatz zur CM und unterstreichen damit die Forderung nach Verkehrswende und für eine fahrradfreundliche Stadt. Sie hätten sich gefreut, wenn der Oberbürgermeister sich angeschlossen hätte, um selber zu „erfahren“, an welchen Stellen in Düsseldorf es noch dringenden Handlungsbedarf gibt.
Es trafen sich rund 40 Radler*innen zur Tour durch die Stadt, bei der Soundbikes für die musikalische Begleitung sorgten. Da die CM als geschlossener Verband fährt, dürfen sie nach Paragraph 27 der Straßenverkehrszulassungsordnung nebeneinander fahren und so viel Platz auf der Straße belegen wie nötig. Sofern der erste an einer Kreuzung bei Grün über die Ampel gefahren ist, darf auch der letzte im Verband durchziehen und muss nicht abreißen lassen. Auch wenn die Ampel schon längst Rot zeigen sollte. Die Autofahrer*innen müssen warten, bis der letzte aus dem Verband vorüber ist. Für das sichere Geleit der Gruppe sorgen jeweils einige Teilnehmende, die an Kreuzungen den Verkehr der Seitenstraßen im Auge behalten.

Bei Dämmerung ging es durch die Lorettostraße zurück zum Fürstenplatz, Foto: Dirk Schmidt
Diesmal ging die Runde am Rhein entlang zu Kirschblüte auf der Zietenstraße und von mit einer Schleife über den Paulusplatz – ein eher schlechtes Beispiel dafür, wie die Stadt Verkehrsplanung betreibt. Über den Lastring in Richtung Handwerkskammer fuhren die Radler*innen über die Lorettostraße und Reichsgasse zurück zum Fürstenplatz. Die Gruppe wurde während ihrer Ausfahrt freundlich von Fußgänger*innen und anderen Radfahrer*innen gegrüßt, während die Autofahrer*innen ihnen eher aggressiv begegneten und versuchten, an unmöglichen Stellen zu überholen.
Wer sich selber einen Eindruck von der CM machen möchte, ist herzlich eingeladen, sich am 8. Mai anzuschließen. Treffpunkt ist um 19 Uhr auf dem Fürstenplatz. Auch Politiker*innen, Bürgermeister*innen und der Oberbürgermeister sind willkommen.