Düsseldorf Benrath: Fledermausführung im abendlichen Schlosspark

Organisiert von Blocksblock CleanUp waren am Samstagabend (23.5.) Interessierte zur Fledermausführung im Benrather Schlosspark eingeladen. An der Orangerie hatten Judith Funk, Guido Hoehne und Dr. Andreas Müller von Fledermaus NRW ihren Tisch aufgebaut. Rund 40 Teilnehmer*innen konnten bequem auf dem Mäuerchen an der Wiese Platz nehmen und den Information folgen. Denn bevor es in der Dämmerung im Park auf die Suche nach Fledermäusen ging, gab es viel Wissenswertes.

(v.l.) Judith Funk, Guido Hoehne und Dr. Andreas Müller von Fledermaus NRW
Guido Hoehne ist mit Judith Funke bereits seit 2014 ehrenamtlich beim Schutz der Fledermäuse aktiv. Eines ihrer Ziele ist es, im Rahmen von Führungen den Kindern zu zeigen, dass das was sie in der Schule über Tiere lernen, auch in einer Großstadt wie Düsseldorf lebt. Am Anfang begannen sie, sich um verletzte Fledermäuse zu kümmern. Sie gründeten eine Pflegestation und das Netzwerk Fledermaus NRW ein, über dessen Notruftelefon, verletzte Tiere gemeldet werden können.

Rund 40 Interessierte waren zur Fledermausführung im Benrather Schlosspark gekommen

Organisiert hatte die Führung Blockblocks CleanUp
Am Samstagabend erfuhren die Besucher*innen, dass allein in Düsseldorf 17 verschiedene Fledermausarten ihre Heimat haben. Weltweit gibt es über 1500 Arten, zu denen auch die Flughunde gehören. Fledermäuse gibt es bereits seit vielen Millionen Jahren, wie man aus Fossilienfunden weiß. Sie gehören damit zu einer der ältesten Säugetiergruppen der Erde. Im Rahmen der Evolution haben sie sich zu nachtaktiven Tieren entwickelt, die hochfrequente Ultraschallrufe zur Echoortung nutzen. Eine ausgewachsenen Zwergfledermaus passt in eine Streichholzschachtel und wiegt circa fünf Gramm – was Hoehne mit einer kleiner Gummibärchentüte veranschaulicht, die 10 Gramm wiegt, oder einem 20-Cent-Stück, das 5,3 Gramm schwer ist.

Guido Hoehne und Andreas Müller mit den speziellen Ultraschall-Empfänger, die die Geräusche der Fledermäuse hörbar machen
Eine Fledermaus frisst in einer Nacht mehrere Tausend Stechmücken oder andere Insekten. Untereinander verständigen sich die Tiere per Ultraschall. Das Team hat bei der Pflege kranker Tiere festgestellt, dass sie mit den Menschen durch Brummen kommunizieren. Einige Beispiele dafür spielte Guido Hoehne über Lautsprecher vor. Je nach Lebensraum und Art sind die Fledermäuse unterschiedlich groß. So haben die Wasserfledermäuse, die es auch im Benrather Schlosspark gibt, besonders große Füße, da sie damit Insekten sammeln von dort im Flug in die Schnauze befördern.

Die Detektoren zeigten an, wenn Fledermäuse über die Gruppe flogen
Tagsüber hängen die Fledermäuse an ihren Füßen unter der Decke, was ein Überlebensschutz ist. Sie bekommen jährlich in der Regel ein Junges, höchstens Zwillinge oder Drillinge. Wie man bei einer markierten Fledermaus festgestellt hat, können sie ein Alter von 40 Jahren erreichen.

Bei der Dämmerung konnte man mit Glück die Fledermäuse auch im Flug erkennen
Noch viel mehr Wissenswertes erfuhren alle am Samstagabend und Zeit für Fragen gab es auch. Dann war der große Moment gekommen und Hoehne und Müller schalteten die Detektoren ein, mit den die Ultraschallfrequenzen der Fledermäuse hörbar gemacht werden können. Es dauerte nicht lange und die ersten Tiere wurden erfasst. Wer schnell war und ein gutes Auge hatte, konnte die Tiere im Nachthimmel fliegen sehen.

Am Spiegelweihter wurde nach Wasserfledermäusen geschaut

Wasserfledermäuse jagen über dem Wasser und auch sie gibt es im Benrather Schlosspark
Die Menschen können viel dazu beitragen die Umwelt so zu gestalten, dass die Fledermäuse überleben können. Wer sich für die Tiere interessiert und mehr erfahren möchte, erhält hier weitere Informationen. Der Verein Fledermaus NRW finanziert sich aus Spenden und auch dazu gibt es Hinweise auf der Webseite. Außerdem werden zahlreiche Führungen an unterschiedlichen Orten in Düsseldorf angeboten, zum Teil über das Gartenamt der Stadt Düsseldorf organisiert.