Düsseldorf: Wer backt den leckersten Weckmann?

Bäcker-Innung Rhein-Ruhr prüft regelmäßig die Bachwerke der Düsseldorfer Handwerksbäcker. Das erfolgt nach festen Regeln und Kriterien. Vor zehn Jahren standen dabei zum letzten Mal Weckmänner auf dem Plan, doch dies änderte sich am Sonntag (11.10.). Allerdings wurde die Prüfung an einem besonderen Ort abgehalten und auch die Jury war außergewöhnlich.
Die Tonhalle feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum, weshalb die Handwerksbäcker Düsseldorf eine Kooperation eingegangen sind. Da lag es nahe, die Zusammenarbeit nicht nur auf Brötchentüten zu dokumentieren. Der stellvertretende Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Ruhr, Jan Patrick Behmer, organisierte mit seinen Kollegen die Weckmannprüfung in der Rotunde der Tonhalle. Denn dort fand am Sonntag ein Konzert des Jugendsinfonieorchesters statt und die Zeit davor wurde für die Prüfung genutzt.
Als Experte war Brotsommelier Patrick Zimmer als neutraler Juror aus der Eifel nach Düsseldorf gekommen. Allerdings zählte die Stimme des ausgebildeten und geschmackserfahrenen Fachmanns nicht alleine, denn aus dem Kinderorchester der Tonhalle waren sechs junge Musiker*innen ausgelost worden, die ebenfalls ihre Wertungen abgeben durften.

Die Kinderjury vor der Prüfung
„Wir hatten im Kinderorchester gefragt, wer bei der Weckmann-Prüfung als Juror agieren möchte. Es haben sich so viele gemeldet, da mussten wir einfach losen“, berichtete Tonhallen-Sprecherin Marita Ingenhoven. Die sechs Jung-Juror*innen machten einen wirklich guten Job.
Sie hatten insgesamt 18 Weckmänner der Handwerksbäcker Pass, Hinkel, Terbuyken, Puppe und Stadtbäckerei Westerhorstmann zu probieren. „Das Grundrezept für einen Weckmann ist bei allen Bäckereien nahezu identisch“, erklärte Bäckermeisterin Carolin Puppe. „Die Details machen den Unterschied. Ob man Rosinen oder Schokolade als Augen nimmt, ob der Weckmann eine Pfeife hat oder nicht, wie durchgebacken der Weckmann ist und vieles mehr“. So konnte also die Pfeife, die ja den Bischofsstab des heiligen Martins symbolisieren soll, über den Platz im Ranking entscheiden.
Auch darauf achtete die maximal 13-Jahre alte Kinder-Jury, die es kaum abwarten konnte, mit dem Testen zu beginnen. Getestet wurde nach folgenden Kriterien:
- Optik & Form: Gleichmäßigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Glanz.
- Innere Werte: Lockerung, Duft und die Qualität der Krume (das Innere des Gebäcks).
- Geschmack & Extras: Das Aroma des Hefeteigs sowie Verzierungen mit Mandeln, Rosinen oder Zucker

Jan Patrick Behmer verfolgt die Arbeit der Jury
Patrick Zimmer war mit Freude dabei: „Boh, in dem Weckmann sind Mandeln auch noch im Teig mit verbacken worden“, jubelte er. „Das ist wirklich lecker.“ „Jeder Weckmann kann echt genossen werden, es gibt nichts zu beanstanden“, urteilte der Backwerk-Experte.
„Mir haben alle Weckmänner sehr gut geschmeckt“, urteilte Jury-Mitglied Guo. „Ich habe fast immer die volle Punktzahl gegeben. Nur bei denen nicht, bei denen die Pfeife gefehlt hat.“ Der Elfjährige liebt Weckmänner und das weiß auch seine Mutter, die das süße Backwerk gerne für ihn kauft. „Von mir aus kann es die Weckmann-Prüfung jedes Jahr geben“, meinte Guo.
Jan Patrick Behmer betonte: „Die Bewertung der Kinder lag nur einen bis maximal zwei Punkten neben der des Brotsommeliers“. Am Ende wurden Urkunden über 13 mal Gold, viermal Silber und einmal Bronze bei 18 eingereichten Weckmännern vergeben. Den 1. Platz teilen sich zwei Varianten mit Mandeln der Bäckerei Hinkel und Stadtbäckerei Westerhorstmann – da waren sich alle Juroren einig.
Während der Veranstaltung wurden von den Handwerksbäckern dann noch Weckmänner gegen eine freiwillige Spende verteilt. Mit dem Erlös werden Kinder- und Jugendprojekte der Tonhalle unterstützt. Wer jetzt nach dem lsen des Artikel Appetit bekommen hat: die Weckmann-Saison in den Backstuben der Düsseldorfer Handwerksbäcker hat begonnen.