Sammelleidenschaft in Düsseldorf: Die Cardmadness wächst weiter

Die Cardmadness, die große Sammelkarten-Messe in Düsseldorf, wächst stetig. Nach den Anfängen im Reisholzer Castello wurde die Halle vor zwei Jahren zu klein. Deshalb zog die Cardmadness in die Mitsubishi-Electric-Halle um. Doch nach der Messe an diesem Wochenende (26. und 27.9.) wissen die Organisatoren bereits, dass auch diese Halle nicht mehr reicht. Die nächste Cardmadness wird deshalb Ende 2027 (11. und 12. Dezember 2027) in der Halle 8b der Messe Düsseldorf stattfinden. „Wir sehen, dass der Markt weit über klassische Zielgruppen hinaus wächst. Mit der Cardmadness wollen wir diesen Wandel aktiv mitgestalten und eine zentrale Plattform für die Collecting Culture in Europa etablieren“, erläuterte Andreas Hümmerich, einer der beiden Organisatoren und Gründer der Messe.

Fußballkarten sind immer noch ein Thema
Die letzte Messe-Ausgabe in Oberbilk platzte fast aus allen Nähten. Die Grundfläche der Halle war zu klein. Daher mussten einige Händler auch im Eingangsbereich ihre Stände aufbauen. „Die Cardmadness zeigt, wie stark sich das Sammelhobby in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Unser Ziel ist es, die Community zusammenzubringen und eine Plattform zu schaffen, die sowohl emotional als auch wirtschaftlich relevant ist“, betonte Sebastian Zocher, der zweite Cardmadness-Gründer.

Robert, Joey uind Dennis (Dutch Breakers) reisten aus Eindhoven an
Händler*innen und Sammler*innen jeglichen Alters tummelten sich Samstag und Sonntag in die Mehrzweckhalle. Nicht nur die Sammler*innen schauten sich nach Schnäppchen oder wertvollen Sammlerstücken um. „Wir haben schon einiges verkauft“, verriet der Niederländer Joey. „Aber wir haben auch einiges gekauft. Auf so einer Messe kann man dem eigenen Jagdfieber kaum Herr werden.“ Joey war zusammen mit Robert und Dennis im Auftrag der Dutch Breakers aus Eindhoven nach Düsseldorf gekommen. „Es sind ja nur eineinhalb Stunden Fahrtzeit. Deshalb sind wir auch zum zweiten Mal bei einer Cardmadness dabei“, so Joey. „Unser Schwerpunkt sind Sport-Sammelkarten und da hauptsächlich Fußball. Wir haben beispielsweise alle niederländischen und deutschen Spieler, die zuletzt in der Nations League gegeneinander gespielt haben.“ Ihr teuerstes Stück ist eine Sammelbox mit Karten von Basketballspielern aus der National Basketball Assiociation (NBA). 850 Euro musste der neue Besitzer dafür zahlen.

Ivan Beslic ist seit 1996 Sammler und zeigt auf seiner Jacke, dass er weiss wovon er spricht – für die Cardmadness hat er eine spezielle Karte gezeichnet
Ivan Beslic ist nicht nur zusammen mit seinem Bruder Kristijan Inhaber des Langenfelder B-Brothers Shops und deshalb auch aus wirtschaftlichen Gründen bei der Cardmadness dabei. Er kreiert auch Sammelkarten selbst. Für einen der großen Karten-Produzenten hat der Langenfelder bereits ein Serie für die Fußball-Champions League gestaltet. Und er zeichnete seit ein paar Jahren jeweils eine für die Cardmadness gestaltete Sammelkarte. „Auf der letzten Cardmadness in Düsseldorf sind die von mir gezeichneten Messe-Karten kostenlos ausgegeben worden. Ein paar Stunden später habe ich im Internet bereits Angebote über 50 Euro pro Karte gesehen. Aber meinem Bruder und mir geht es nicht nur darum, Geld zu verdienen. Es geht um Freude, Liebe, Begeisterung“, erklärte Beslic. „Die meisten Menschen sammeln nur noch Likes im digitalen Raum. In der Mitsubishi Halle treffen sich echte Menschen, um ihrer Sammelleidenschaft zu frönen. Hier werden Erinnerungen geschaffen. Wenn man in 20 Jahren sich die besondere Karte, die man hier gekauft, wieder ansieht, weiß man sofort wie und wo es gewesen ist, als man sie erstanden hat.“

Didier, Tobias, Barkin und Mert kamen mit ihrem Angebot aus Bamberg
Besonders, wenn man als Kind sein ganzes Taschengeld zusammenkratzt, dabei auf 35 Euro kommt, aber für die erstrebenswerte 40 Euro-Sammelbox immer noch fünf Euro fehlen. Mert Ünalacak bemerkte die Enttäuschung in den Kinderaugen. Mit einem Lächeln im Gesicht überreicht der Sammelkarten-Händler aus Bamberg die ersehnte Box an den jungen Kartensammler. Auch für Ünalacak geht es nicht um den ganz großen Profit. Obwohl er auch ein Kartenset für 30.000 Euro dabei hat, zählen für den Franken Leidenschaft, Freude, Herzblut. „Sammeln soll Spaß machen. Gerade bei Kindern muss das Hobby doch aufrechterhalten werden. Deshalb muss es günstig bleiben“, erklärte Ünalacak. „Klar, wir müssen und möchten auch Geld verdienen, aber die fünf Euro Nachlass machen mich jetzt nicht ärmer und ich habe ein Kind glücklich gemacht. Das ist einfach wichtiger.“
