Düsseldorf: Razzia bei 13 Personen wegen Verdacht des Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen in Höhe von elf Millionen Euro

Nach anonymen Hinweisen ermittelte seit Dezember 2025 eine Sachgruppe unter Leitung der Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen eine Gruppe von 13 Personen, die im Verdacht stehen, schweren Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen in Höhe von elf Millionen Euro sowie Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Vorenthalt/Veruntreuen von Arbeitsentgelt betrieben zu haben. Die Beschuldigten sollen gemeinschaftlich und gewerbsmäßig Leistungen für ambulante Intensivpflege gegenüber Krankenkassen abgerechnet haben, ohne dass diese tatsächlich oder vollumfänglich erbracht worden sind. Außerdem sollen Leistungen nicht abrechnungsfähig gewesen sein, da diese durch nicht ausreichend qualifiziertes Personal erbracht wurden.
Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Wuppertal haben die Polizei Düsseldorf, das Hauptzollamt Düsseldorf und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW am Donnerstag (17.9.) Durchsuchungsbeschlüsse in Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen umgesetzt. Über 200 Einsatzkräfte durchsuchten zeitgleich Immobilien in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth, Kelsterbach (Hessen).
Bei den Beschuldigten handelt es sich um türkische, marokkanische, ägyptische und deutsche Staatsangehörige, teils mit doppelter Staatsangehörigkeit, im Alter zwischen 20 und 54 Jahren. Bei der Maßnahme wurde ein Haftbefehl gegen eine 39-jährige Türkin vollstreckt. Da sich der Tatverdacht gegen ihren 44-jährigen Ehemann erhärtete, wurde dieser am Freitag (18.9.) dem Haftrichter vorgeführt.
Bei der Durchsuchung wurde in einer Wohnung in Düsseldorf ein pflegebedürftiges Kind angetroffen, welches sich in so schlechtem Gesundheitszustand befand, dass umgehend der Rettungsdienst angefordert wurde. Das Kind kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Kinderschutzbund und das Jugendamt wurden informiert.
In einem anderen Objekt trafen die Einsatzkräfte eine 54 Jahre alte Frau mit georgischer Staatsangehörigkeit an, die sich illegal in Deutschland aufhält und arbeitet. Sie wurde festgenommen.
Insgesamt wurde umfangreiches Beweismaterial in analoger und digitaler Form sichergestellt, darunter auch ein vermutlich zur Fälschung von Verordnungen genutzter Arztstempel.

Bei der Durchsuchung fanden sch zahlreiche Wertgegenstände und Bargeld, Foto: Polizei Düsseldorf
Bei dem Einsatz wurden Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro gesichert.
Darunter:
- mehrere hochwertige Kraftfahrzeuge der Marken Maybach, Mercedes AMG und Lamborghini,
- Bargeld in Höhe von etwa 51.000 Euro,
- Gold im Wert von circa 10.000 Euro,
- Schmuck im Wert von etwa 265.000 Euro,
- hochpreisige Taschen im Wert von circa 16.000 Euro und hochpreisige Uhren im Wert von insgesamt etwa 140.000 Euro.
Außerdem wurden Sicherungshypotheken in Höhe von 3,3 Millionen Euro in die Grundbücher der Immobilien der Beschuldigten eingetragen.
Bei dem Hauptbeschuldigten wurden in Mettmann eine scharfe Schusswaffe mit Munition, Betäubungsmittel (Marihuana) und Anabolika gefunden.
Die umfangreichen Ermittlungen dauern an.