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Home›Düsseldorf›Polizei Düsseldorf: Mehr Menschen mit Messer unterwegs und Gewalt gegen Einsatzkräfte 

Polizei Düsseldorf: Mehr Menschen mit Messer unterwegs und Gewalt gegen Einsatzkräfte 

Von Ute Neubauer
25. März 2026
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Gehen seit September gemeinsam im und am Hauptbahnhof auf Streife: Düsseldorfer Polizei, Bundespolizei, Ordnungsamt und Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn.

Mehr als 90 Prozent der Zielpersonen ist männlich. Und jung – zwischen 14 und 25 Jahre alt. So beschreibt Thorsten Fleiß, Leiter der Polizeidirektion Gefahrenabwehr und Einsatz, den aus Sicht der Polizei „typischen Messerträger in Düsseldorf“. Die Lebensgefahr durch scharfe Klingen ist trotz der 2021 ausgerufenen Waffenverbotszone in der Altstadt und temporären Waffenverboten im Hauptbahnhof Düsseldorf allgegenwärtig. Das zeigt der Blick in die alljährlich von der Düsseldorfer Polizei veröffentlichte Kriminalstatistik: In dem Zahlenwerk hat sich die „Gesamtzahl an Fällen mit Tatmittel Messer“ seit 2021 von 226 auf 479 im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Bei Raubdelikten wurde 2021 elf Mal ein Messer eingesetzt, im vergangenen Jahr waren es 59 Raubdelikte, bei denen die Opfer mit einem Messer bedroht wurden. 

„Das Messer ist die neue Faust“

Im Polizeipräsidium heißt es deshalb: „Das Messer ist die neue Faust.“ In der Altstadt wurde 2021 eine Waffenverbotszone eingerichtet und seither regelmäßig kontrolliert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Altstadtbesucher*innen offenbar wenig lernfähig sind. Über 25.000 Personen seien bislang kontrolliert worden. 1848 Gegenstände wurde sichergestellt und vernichtet. Eine stattliche Axt war darunter, aber eben auch 1371 Messer. 

Die Düsseldorfer Polizeipräsidentin Miriam Brauns und Direktionsleiter Thorsten Fleiß präsentierten Zahlen aus dem Bereich “Gefahrenabwehr und Einsatz”

Gemeinsam mit Polizeipräsidentin Miriam Brauns legte Thorsten Fleiß jetzt Zahlen vor, die seinen Bereich „Gefahrenabwehr und Einsatz“ beschreiben. „Zu meinem Team gehört mit 1300 Polizistinnen und Polizisten rund die Hälfte aller Düsseldorfer Kolleginnen und Kollegen“, sagt Fleiß. Ob Iraner für die Befreiung ihres Landes demonstrieren, Fortuna Düsseldorf das nächste Hochrisiko-Spiel ausrichtet, die Karnevalisten Düsseldorf einmal auf jeck umkrempeln oder jemand die 110 anwählt, weil er Hilfe braucht – immer landen Einsatz und Verantwortung in der Polizeidirektion von Fleiß.

654 Einsätze pro Tag 

Die Pressekonferenz im renovierten Polizeipräsidium von Düsseldorf sollte einerseits deutlich machen, dass neben viel beachteten und beschriebenen Großlagen zuverlässig das Tagesgeschäft erledigt wird. So stehen in der Polizeistatistik für 2025 insgesamt 238.827 Einsätze – umgerechnet sind das im Schnitt 654 Einsätze pro Tag. 104.593 Notrufe wurden 2025 in der Polizeileitstelle bearbeitet – macht umgerechnet 287 pro Tag. Die Polizeipräsidentin Brauns würdigte diese Zahlen so: „Trotz all der besonderen Aufgaben, die wir haben, erledigen wir zuverlässig unsere Tagesarbeit.“ Undenkbar, dass Menschen in Not nicht geholfen wird, nur weil gerade viele Polizisten ihre Überstunden ausgleichen. 

Zahlreiche Großveranstaltungen 

Von denen fallen jede Menge an, machten Fleiß und Brauns deutlich: Der Düsseldorfer Karneval mit 3500 Beamt*innen im Einsatz, die 17 Heimspiele der Fortuna Düsseldorf im Jahr 2025, die DEG im Dome, der Japan-Tag, die Rheinkirmes und nicht zuletzt der Bereich Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen binden regelmäßig zahlreiche Kräfte. Diese seien nicht unendlich verfügbar, machte Fleiß deutlich: „Allein, wenn es in diesem Jahr mit den Demonstrationen so weitergeht wie in den ersten drei Monaten 2026, werden wir einen neuen Rekord erreichen.“ 974 Aufzüge und Kundgebungen habe es 2025 gegeben. Im laufenden Jahr könnten es 1400 werden – wenn es im bisherigen Umfang so weitergeht. 

Mit einer Vielzahl einzelner Einsätze kommt die Polizei in manchen innerstädtischen Problemzonen nicht weiter. Der Hauptbahnhof Düsseldorf samt Umfeld ist solch eine Zone. Seit September 2024 läuft dort das Projekt „Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ (SiBu). Die Polizei Düsseldorf, die Stadt mit dem Ordnungsamt, die Deutsche Bahn mit ihren Sicherheitskräften und die Bundespolizei gehen seither an manchen Tagen gemeinsam auf Streife. Und der Worringer Platz wurde umgestaltet, um Obdachlose und Drogensüchtige zu vertreiben. Rund um den Hauptbahnhof und in der Altstadt haben nach Fleiß Worten „drei bis vier Personen“ ein dauerhaftes Bereichsbetretungsverbot bekommen. Ihnen wurde dadurch nicht nur der Lebensmittelpunkt genommen – sie müssen mit weiteren Fragen, auch anderer Behörden rechnen.

Gewalt gegen Einsatzkräfte

Dass der Polizeiberuf in Düsseldorf trotz all der Maßnahmen und Lösungen eine Herausforderung bleibt, zeigten Polizeipräsidentin und Direktionsleiter mit einer Statistik, die sie gleichermaßen nachdenklich wie wütend macht. Immer häufiger werden Polizist*innen im Einsatz beleidigt, bedroht, angespuckt, geschlagen und getreten.Die Zahl der durch Widerstandsdelikte oder tätliche Angriffe geschädigten Polizeibeamt*innen ist von 2021 bis 2025 um 79 Prozent gestiegen – von 808 auf 1447 Ordnungshüter*innen, die erleben mussten, dass ihre Uniform und ihre Aufgaben vielen Menschen völlig egal sind.  

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