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Home›Kultur›Preview in Düsseldorf: Timo Boll als Schauspieler im Film „Marty Supreme“

Preview in Düsseldorf: Timo Boll als Schauspieler im Film „Marty Supreme“

Von Ingo Siemes
26. Februar 2026
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Timo Boll mit Borussen Manager Alexander Preuß

Drei Jahrzehnte lang war es die Berufung von Timo Boll Tischtennis zu spielen. Die vergangenen 18 Jahre seiner erfolgreichen Karriere stand er für Borussia Düsseldorf an der Platte. Boll ist 20-maliger Europameister, Doppel-Vizeweltmeister, mehrfach die Nummer eins der Tischtennis-Weltrangliste, mit einigen Medaillen geehrter siebenmaliger Olympia-Teilnehmer und er war der Fahnenträger der deutschen Olympiamannschaft bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016. Mit 43 Jahren beendete er seine aktive Karriere. Quasi als Krönung brachten ihm seine Erfolge eine kleine Rolle in einem Hollywood-Blockbuster ein. Der Film „Marty Supreme“ ist in den USA bereits ein Erfolg, in Deutschland gerade angelaufen und am Mittwochabend (25.2.) als Preview in Düsseldorf gefeiert – natürlich in Anwesenheit von Timo Boll.

Der Timo Talk mit Borussia-Präsident Marcel Piwolinski

„Marty Supreme“ ist eine Abenteuer-Dramedy, inspiriert vom Leben des legendären Tischtennisspielers Marty Reisman. Der Film entführt in eine mitreißende Welt, in der Tischtennis auf Glanz, Glamour und Hollywood trifft, und erzählt eine inspirierende Geschichte über Leidenschaft, Rücksichtslosigkeit und den Traum vom ganz großen Wurf – und das auf der Kinoleinwand.

Das Kino war beim Preview voll

Zum Preview, inklusvie Timo Talk mit Borussia-Präsident Marcel Piwolonski, hatte die Borussia ins Cine Star nach Oberkassel eingeladen. Der 600 Plätze-Saal war restlos gefüllt. Auch Oberbürgermeister Stephan Keller, Bürgermeisterin Clara Gerlach, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Ex-Fußball-Nationalspieler Stefan Kießling und der gesamte Borussia-Vorstand waren neben Timo Boll unter den Gästen.

Boll tritt in einer kurzen Sequenz als Vladimir Sebek in einem Tischtennis-Spiel innerhalb des Films an. Anders als in den meisten seiner echten Wettbewerbsmatches – alleine für die Borussia hat er mehr als 500 Siege erspielt – verliert er im Film gegen Marty Mauser. Mauser, von Timothee Chalamet gespielt, hat sich Anfang der 1950-er Jahre mit Haut und Haaren dem Tischtennis verschrieben. Er versucht auf jede erdenkliche Weise zu den fiktiven Weltmeisterschaften 1952 in Tokio zu kommen. Die Figur von Mauser ist an den realen US-amerikanischen Tischtennisspieler Marty Reisman angelehnt, der in den 1940-er bis 60-er Jahren an sieben WMs teilnahm und fünf Bronzemedaillen gewann.

Filmplakat mit dem Ausschnitt Regisseur Josh Safdie im Gespräch mit Timo Boll

„Regisseur Josh Safdie spielt selber Tischtennis und ist wohl ein Fan von mir. Anscheinend wollte er mich unbedingt in seinem Film dabei haben“, erklärte „Jung-Schauspieler“ Boll. „Die Produktionsfirma hat zuerst per Mail angefragt, ob Safdie mal mit mir telefonieren könne. Dann hat er mir das Projekt vorgestellt.“ Und überzeugte Deutschlands Tischtennis-Legende Ende 2024 mal eben für zwei Wochen für Dreharbeiten nach New York zu fliegen. Allerdings stand Boll nur vier Tage vor der Kamera, die Zeit davor war für Training bestimmt. „Ich musste den Spielstil der 1950er Jahre erst erlernen. Es sollte ja alles authentisch sein“, verriet Boll. „Aufgezeichnet wurden dann fünf Ballwechsel mit Timothee Chalamet, von denen es einer in den Film geschafft hat.“ Dabei wurde teils mit, teils ohne Ball gespielt. „Alle Ballwechsel waren vorher gescripted. Nichts blieb dem Zufall überlassen. Die fehlenden Bälle sind in der Nachbearbeitung mit KI eingesetzt worden“, berichtete Boll.

Der Borusse ist in dem zweieinhalb Stunden Film nicht mal 20 Sekunden zu sehen, dürfte also nicht der Grund sein, warum „Marty Supreme“ für neun Oscars nominiert wurde. „Ich schlage mir aber die Oscar-Nacht im Fernseher um die Ohren und freue mich, wenn der Film was gewinnt“, so Boll lächelnd.

Der fast 45-jährige hat durch viele Interviews und so einige Werbedrehs auch noch nach seinem Karriereende Erfahrung im Umgang mit der Kamera. Seine neue Berufung hat er aber in Hollywood nicht gefunden. „Es hat Spaß gemacht, aber Schauspieler ist eher nichts für mich“, machte Boll klar.

Der Film kam insgesamt gut an. „Es ist ein toller Film“, urteilte Bürgermeisterin Clara Gerlach. „Es geht darum, für den Sport alles zu geben, alles andere auszublenden. Das kann einen Zauber entfachen und auch bis zur absoluten Rücksichtslosigkeit führen.“ So wie es eben im Film gezeigt wird.

StichworteBorussia DüsseldorfKinoTimo Boll
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