Düsseldorf: KG Gemeinsam Jeck feiert 1×11 Jubiläum mit behindertengerechtem Rosenmontagswagen

Mit dem neuen Jahr startet auch der Karneval ist eine intensive Session, denn bereits am 16. Februar ist Rosenmontag. Für die KG Gemeinsam Jeck ist es die erste Jubiläumssession, der inklusive Verein ist vor 1×11 Jahren gegründet worden. Aus diesem Anlass haben sich die inklusiven Jecken beschenkt und einen zweiten Rosenmontagswagen gebaut. Bisher war die Teilnahme für Rollstuhlfahrer und bewegungseingeschränkte Menschen am Rosenmontagszug nicht möglich. Im normalen Rosenmontagswagen geht eine steile Treppe hinauf – ein Hindernis, dass für viele behinderte Menschen unüberwindbar sind. Aber auch für die Fußtruppe ist der Weg lang und das Kopfsteinpflaster macht Rollstuhlfahrern Probleme.

Lagebesprechnung für Rosenmontag, denn alle müswsen ihren Platz und ihre Aufgabe kennen
Das ändert sich jetzt mit dem neuen Wagen der Gesellschaft, der mit einer Rampe ausgestattet ist und feste Plätze für Rollstuhlfahrer und eingeschränkte Menschen hat. 14 Jecke finden Platz, vier für Rollstühle, fünf für bewegungseingeschränkte Menschen und fünf für Betreuer*innen. Der TÜV hat den Wagen bereits im Dezember abgenommen. Dabei erfolgte aber auch die Auflage, mit der „Besatzung“ zu üben, denn bei einem Notfall müssen alle Rosenmontagswagen innerhalb kürzester Zeit evakuiert sein.
Erste Stell- und Sitzprobe

Probe für Rosenmontag, denn der TÜV verlangt, dass im Notfall alle Wagen ganz schnell verlassen
Die Plätze auf dem Wagen waren begehrt und so fanden sich neben den Erbauern die 14 Jecken zum Probetraining ein. Zuerst galt es für die Rollstuhlfahrer die Rampe zu überwinden, denn ihre Stühle werden festgeschnallt, damit sie während der Fahrt sicher fixiert sind. Dann folgten die Rollatoren und die Betreuer*innen. Zwei Sitzbänke gibt es, damit man sich während der Fahrt auch mal ausruhen kann. Aber wie Thomas Schilder betonte, solle man ja den Jecken am Straßenrand zujubeln und Kamelle werfen, das gehe stehend besser.

Für die Rollstühle gibt es spezielle Halterungen, so dass sie während der Fahrt sicher stehen
Nachdem alle ihre Plätze gefunden hatten, wurde die Stoppuhr gestartet und für alle hieß es so schnell und sicher wie möglich den Wagen wieder zu verlassen. Das klappte in rund zwei Minuten, womit auch der TÜV zufrieden ist.

Hier wir die schnelle Evakuierung der Mitfahrer*innen geübt
Ermöglicht wurde der Bau des Wagens durch die finanzielle Unterstützung der Stadtsparkasse Düsseldorf, dem Club 111 des CC, der Aktion Mensch, dem Inklusionsscheck NRW und Fördermittel der Stadt Düsseldorf. Der Wagen wurde in Eigenleistung durch Ehrenamtliche gebaut. Nancy vom Jacques Tilly Team hat sich um die bunte Bemalung gekümmert.

Die drei ehrenamtlichen “Erbauer” des Wagen: (v.l.) Christoph Kistner, Stephan Terbeuken und Thomas Schilder
Stellplatz gesucht
Noch steht der Wagen im Zentrallager der WfaA an der Karl-Hohmann-Straße in Reisholz. Doch nach seinem Einsatz an Rosenmontag wird für ihn ein Stellplatz gesucht. Wer die KG Gemeinsam Jeck unterstützen möchte und einen Platz für den zehn Meter langen, drei Meter breiten und drei Meter hohen Wagen hat – inklusive breitem Tor für die Einfahrt – kann sich sehr gerne unter Mail Thomas.Schilder@wfaa.de bei Thomas Schilder melden.
KG Gemeinsam Jeck e.V.
Ziel des Vereins ist die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, speziell am rheinischen Brauchtum Karneval, für und mit Menschen mit Behinderung in Düsseldorf zu beleben. So soll das bunte närrische Treiben in Düsseldorf ein wenig bereichert werden. Niemand soll wegen seiner Behinderung ausgeschlossen werden. Dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe stellt sich der Verein und hat in seinen ersten elf Jahren schon viel erreicht. Im Vereinsregister haben sie die närrischste aller Nummer: die 11111. Mitglied im Comitee Düsseldorfer Karneval ist die KG Gemeinsam Jeck auch.