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Home›Kultur›Düsseldorfer Literaturpreisträgerin Karen Duve: Fasziniert von „Nette“

Düsseldorfer Literaturpreisträgerin Karen Duve: Fasziniert von „Nette“

Von Ute Neubauer
6. Juni 2019
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Preisträgerin Karen Duve bei ihrer Lesung in der Heinrich-Heine-Gesamtschule

Es war ein besonderer Moment für Karen Duve, als sie am Mittwochabend (5.6.) im festlichen Rahmen des Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf an der Berliner Allee die Laudatio auf sich anhörte und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Am Donnerstagmorgen (6.6.) war ihr Publikum in Düsseldorf ein anderes, denn die Preisträgerin las in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule vor rund 200 Schülerinnen und Schülern aus ihren Roman ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´.

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Die Preisverleihung im Forum der Stadtsparkasse, Foto: Stadtsparkasse Düsseldorf

Zum 18. Mal verlieh die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf den Literaturpreis. In diesem Jahr ging der mit 20.000 Euro dotierte Preis an die gebürtige Hamburgerin Karen Duve. Die Schriftstellerin überzeugte die Jury mit ihrem Roman ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´. Darin beschreibt die Autorin fünf Jahre um 1820 aus dem Leben der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. In langer Recherche historischer Schriften und Bilder schuf Duve sich aus vielen Mosaiksteinchen eine Kulisse der damaligen Zeit, die sie einfühlsam mit Gedanken und Schilderungen rund um die junge „Nette“ – wie sie von ihrer Familie genannt wurde – füllt. Die Laudatio im Forum der Stadtsparkasse hielt die Literaturkritikerin und Jurymitglied Verena Auffermann vor über 150 geladenen Gästen.

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Lehrerin Ute Winkles mit dem Erfolgsroman von Karen Duve ´Fräulein Nettes kurzer Sommer´

An der Heinrich-Heine-Gesamtschule ist es seit 15 Jahren Tradition, dass die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf die Literaturpreisträger einlädt, eine Lesung vor den Schülerinnen und Schülern zu halten. So waren am Donnerstagmorgen rund 200 junge Menschen in die Aula gekommen und waren gespannt, was Karen Duve ihnen vorlesen würde. Das Buch hatten sie größtenteils bereits im Unterricht behandelt, aber wie war es dazu gekommen und warum nahm sich jemand ein Thema aus den Jahren um 1820, um einen Roman zu schreiben? Karen Duve las einige Kapitel und dabei entwickelte sich eine interessierte Diskussion mit den Schülern.

Fünf Jahre Recherche

So erfuhren sie von der jahrelangen Recherche für das Buch, bei dem die Schriftstellerin mehrere Hundert Bücher gelesen, Bilder und Dokumentationen gesichtet hatte. Am Anfang stand auch bei ihr das googeln von Annette von Droste-Hülshoff, wobei die Informationen in Wikipedia nicht wirklich viele Informationen brachte. „Nette“ war damals eine Außenseiterin, denn es ziemte sich nicht für Frauen eigenständig zu denken, sich zu bilden oder erfolgreich zu sein. Das Frauenbild verlangte damals, mit der Rolle als schmückendes Beiwerk zufrieden zu sein und die Männer in ihrem Glanz zu unterstützen. In ihrem Roman beschreibt Karen Duve Droste-Hülshoff als eine Frau, die sich gerne in den Vordergrund spielte, Gedichte schrieb und damit die Aufmerksamkeit eines in dieser Zeit anerkannten Literaten, Heinrich Straube, erregte. Gleichzeitig will ein Freund der Familie, August von Arnswaldt, sie in ihre Schranken weisen.

Fasziniert von Nette

Die Autorin begeisterte die Geschichte der Nette, von der es hieß, sie habe damals mit diesen beiden Männern gleichzeitig ein Verhältnis gehabt. Entstanden ist ein historischer Roman, bei dem die Autorin ihr Wissen über die Charaktere der handelnden Figuren aus Briefen und Tagebüchern hat. Liebe, Intrige, Demütigung – viele Gefühle werden geschildert und versetzen den Leser in die damalige Zeit, die geprägt war von gesellschaftlichen Veränderungen.

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Vier Abschnitte aus dem Buch las Karen Duve vor und beantwortete gerne die vielen Fragen zum Buch und ihrer Arbeit

Viele Schülerinnen und Schüler der Heinrich Heine Gesamtschule hat Duve mit dem Thema „gepackt“, verdeutlicht, wie anders das Frauenbild damals war und welche Möglichkeiten heute geboten werden. Zu dem Beruf als Schriftsteller machte sie den Zuhörern*innen Mut. Schriftsteller sei man nicht ab einer gewissen Auflage oder einer Einkommensgrenze. Wer gerne schreibe und dies eine Bedeutung für einen selber habe, der dürfe sich Schriftsteller nennen. Sie selbst habe viele Jahre Taxi gefahren, sich dann aber der Schreiberei zugewandt.

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