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Home›Wirtschaft›Gewerkschaften›Düsseldorf ohne Post: Seit Mittwoch (10.6.) streiken 1.000 Brief- und Paketzusteller

Düsseldorf ohne Post: Seit Mittwoch (10.6.) streiken 1.000 Brief- und Paketzusteller

Von Dirk Neubauer
10. Juni 2015
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Will laut gewerkshaft für dieselbe Arbeit 20 Prozent weniger zahlen: die Deutsche Post. Deshalb hat ver.di heute den Streik auf die Brief- und Paketzusteller ausgeweitet. Millionen Sendungen bleiben liegen - auch in Düsseldorf

Die Streiks bei der Deutschen Post AG sind nach Gewerkschaftsangaben ausgeweitet worden. In ausgesuchten Orten der Niederlassungen Köln, Düsseldorf, Dortmund, Herford, Bonn, Duisburg, Münster, Essen, Hagen und Siegen wurden 1.000 Brief- und Paketzustellerinnen und -zusteller zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Mehrere Millionen Sendungen können nicht bearbeitet und zugestellt werden, so ver.di.

Seit Montagabend sind bereits weitere 1.800 Beschäftigte aus allen 14 Briefverteilzentren im Land im Streik. ver.di hatte der Post AG nach sechs Verhandlungsrunden mit zehn Verhandlungstagen in der vergangenen Woche ein umfassendes Angebot vorgelegt, das einen Verzicht auf linearen Lohnerhöhungen und eine Änderung der Entgelttabelle vorsah. Im Gegenzug sollten die 49 Regionalgesellschaften(DHL Delivery GmbHs) unter den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG fallen und Schutzregelungen zu Kündigungen und Fremdvergabe weiter bestehen.

"Kurz vor dem Ertrinken – ein Mini-Rettungsring"

„Dieser Konzern hat viele Tausend Beschäftigte jahrelang mit immer neuen befristeten Verträgen gegängelt, und sie so mürbe gemacht. Dann wurden ihnen zu Jahresbeginn unbefristete Arbeitsplätze mit rund 20 Prozent weniger Verdienst angeboten“, erklärte der NRW-Fachbereichsleiter Postdienste bei ver.di, Uwe Speckenwirth. Hier von einer freiwilligen Annahme des Angebots zu reden, sei „eine Verhöhnung“ der Betroffenen. „Die Annahme dieses Angebots ist so freiwillig, als wenn man einen Nichtschwimmer ins Wasser wirft und ihm kurz vor dem Ertrinken einen zu kleinen Rettungsring zuwirft“, sagte Speckenwirth. Es gäbe nicht wenige Familienväter und -mütter, die seit vielen Jahren gute Arbeit machen, aber immer nur befristete Verträge von der Post bekommen hätten.
„Den Aktionären hat der Postvorstand dagegen bis 2020 jährlich acht Prozent mehr Gewinn in Aussicht gestellt. Die Rechnung sollen nun die Beschäftigten zahlen, indem das anerkannt leistungsfähige Zustellnetz zerschlagen wird. Gegen diese Vorgehensweise wehren wir uns“, so Speckenwirth.

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