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Home›Düsseldorf›Kommentar: PR-Kampagne der Uniklinik Düsseldorf ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten

Kommentar: PR-Kampagne der Uniklinik Düsseldorf ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten

Von Ute Neubauer
30. Juli 2022
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Die ganzseitige Anzeige war in Düsseldorf und angrenzenden Städten zu sehen und wird nicht ganz billig gewesen sein

Aktualisierung: Noch am Samstag reagierte die Pressestelle des UKD auf diesen Kommentar. Neben dem Vorwurf der schlechten Recherche wurde betont, dass die Anzeige nicht in der Gesamtausgabe der RP erschienen sei und entsprechen deutlich preiswerter gewesen wäre. Die Tatsache, dass das UKD jetzt mit einem Tarifvertrag für sich wirbt, der wochenlang zu Lasten von Patienten und Beschäftigten verhindert wurde, scheint bei der Klinik keine Irritation hervorzurufen.

***

Wer an der Uniklinik Düsseldorf beschäftigt ist und am Samstag (30.7.) die ganzseitige Anzeige des UKD in einer Tageszeitung bemerkte, wird sich bestenfalls glücklich schätzen, an einer Klinik zu arbeiten, die von den Arbeitsbedingungen her zu den besten Deutschlands zählt. Es könnte aber auch sein, dass der oder die Beschäftigte ein Kräuseln der Nackenhaare verspürt, die von Empörung her rühren.

„Wir sind wieder da!“ heißt es in weiß auf orangem Grund. An die Patient*innen gewandt wird formuliert, dass die 77 Tage Streik viel Geduld abverlangt hätten. Jetzt sei die Uniklinik erleichtert, dass sie wieder mit Spitzenmedizin in Düsseldorf für die Patient*innen da sein kann. Im zweiten Absatz ist zu lesen: „Zukünftig gibt es in Deutschland keine besseren Arbeitsbedingungen als an den Unikliniken in NRW. Nirgendwo kommen dann tariflich festgelegt mehr Pflegekräfte pro Patientin oder Patient zum Einsatz und kümmern sich um Ihre Gesundheit“.

Im Ernst? Da sträuben sich die Klinikvorstände wochenlang auf dem Rücken der Patienten und Mitarbeiter*innen Gespräche über einen Tarifvertrag Entlastung zu führen! Machten halbgare Angebote, die sie als absolute Verbesserung verkaufen! Gehen im Fall der Uniklinik Bonn sogar vor Gericht um den Streik verbieten zu lassen! Müssen dann dem Druck nachgeben – was wesentlich eher hätte passieren können – und einigen sich.

Der Tarifvertrag Entlastung bedeutet aber nicht, dass sich die Lage am UKD jetzt sofort bessert. Denn es gibt eine Übergangfrist von 18 Monaten für die Einführung. Zwar können jetzt wieder mehr OP-Säle in Betrieb genommen werden, aber längst noch nicht alle, denn es fehlt an Personal. Diesen Missstand gab es auch schon vor dem Streik – allerdings ohne, dass das UKD damit an die Öffentlichkeit gegangen wäre.

Jetzt wird in der Gesamtausgabe einer Tageszeitung im Raum Düsseldorf für 102.043,30 Euro (Listenpreis – wahrscheinlich gab es einen Rabatt) geworben. Finanziert von wem? Dem Land – also quasi von Steuerzahler? Den Krankenkassen – also quasi von deren Mitgliedern? Oder privat von den Klinikvorständen?

Fest steht, dass man für das Geld bereits zwei bis drei Mitarbeiter*innen zur Entlastung hätte beschäftigen können. Das wäre dann den Patient*innen zugutegekommen. Jedenfalls mehr als eine Zeitungsanzeige!

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