Düsseldorf Kaiserswerth: Einladung zum Gedenken an den Novemberpogrom am Sonntag

Bereits zum dritten Mal organisiert der Arbeitskreis „Gedenken 9. November“ einen Gedenkgang zum Novemberpogrom. Nach Gedenken im Zooviertel und in Eller ist in diesem Jahr eine Veranstaltung in Kaiserswerth. Am Sonntag (8.11.) sind alle Bürger*innen um 15 Uhr zum Klemensplatz eingeladen.
Das Anliegen des Arbeitskreises ist es, mit den Gedenkgängen die Erinnerungen wach zu halten, da es kaum noch Zeitzeugen gibt, die die NS-Zeit erlebt und überlebt haben. Umso wichtiger sei es, das Gedenken zu bewahren und dies auch jungen Menschen zu vermitteln. Allein in Düsseldorf gab es während des Novemberpogroms mehr als 450 brutale Überfälle auf Menschen, die als Jüd*innen verfolgt wurden. Mindestens 70 Menschen erlitten Verletzungen und 13 starben während oder an den Folgen des Pogroms. Die Schicksale von Juden, die damals in Kaiserswerth lebten, haben die Schüler*innen der Gemeinschaftsgrundschule Kaiserswerth, dem Berufskolleg Kaiserswerth, des Theodor-Fliedner-Gymnasiums und des Suitbertus Gymnasiums recherchiert und für den Gedenkgang aufgearbeitet.
Die Schülergruppen wurden dabei vom Team der Mahn- und Gedenkstätte begleitet, die darauf achteten, dass das Thema auch für die Grundschüler*innen altersgerecht vermittelt wurde. Die Schüler*innen haben jeweils eine jüdische Familie in den Blick genommen, die alle rund um den Kaiserswerther Markt lebten. Über deren Biografien lernten die Gruppen die Geschichte des Novemberpogroms kennen und gestalteten aus den gesammelten Informationen jeweils ein Schaufenster. Diese bilden die Stationen des Rundgangs am Sonntag und werden jeweils dazu referieren.
Nach dem Gedenkgang wird in der evangelischen Stadtkirche, Fliednerstraße 12, ein ökumenischer Gedenkgottesdienst abgehalten. Veranstaltet wirde das Gedenken vom Arbeitskreis Gedenken 9. November (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Evangelischer Kirchenkreis Düsseldorf, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Düsseldorf, Katholische Kirche in Düsseldorf).
Die Mahn- und Gedenkstätte hat ein Gedenkbuch angelegt, in dem die Biografien der Düsseldorfer Juden dokumentiert sind, die die Nazi-Zeit nicht überlebt haben. Hier gibt es weitere Informationen.
Weitere Gedenkveranstaltungen am 9. November
10:15 Uhr Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der 1938 zerstörten Düsseldorfer Synagoge an der Kasernenstraße/Ecke Siegfried-Klein-Straße
11 Uhr Gedenkstunde im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses, Marktplatz 2. Die Teilnahme ist nur Gästen mit Einladung möglich.
14:30 Uhr Erinnerung an Luise Oppenheimer und die Ereignisse in Pempelfort im November 1938. Veranstaltung der Omas gegen Rechts Düsseldorf zusammen mit der Mahn- und Gedenkstätte. Der Rundgang startet am Luise-Oppenheimer-Platz und führt über das Marienhospital zum Maria- und Josef-Otten-Platz mit Lesungen an verschiedenen Stationen.
18 Uhr Gedenken am Werner-Pfingst-Platz (Oberkassel)

