Karneval in Düsseldorf: Prinzenpaar muss sich vor der Kürung trennen

Das hat es zuvor noch nie gegeben. Das designierte Prinzenpaar Jens und Valerie musste sich am Freitagabend (6.11.) trennen. Hintergrund war eine Termindoppelung. Denn sowohl die Prinzengarde Rot-Weiss als auch die Prinzengarde Blau-Weiss hatten für den Freitagabend die Inobhutnahme ihrer Tollität terminiert. War das designierte Prinzenpaar in den vergangenen Jahren immer gemeinsam zu den Garden gegangen, blieb ihnen diesmal nichts anderes übrig, als diesen offiziellen Akt getrennt wahrzunehmen. Aber beide meisterten das vorzüglich und wurden im Kreise der Garden willkommen geheißen.
Prinzengarde Blau-Weiss
Die Blau-Weissen feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum und sind sehr stolz darauf, dass sowohl Jens wie auch Valerie Mitglieder ihrer Garde sind.
Beim General-Corps-Appell im Rheingoldsaal der Rheinterrassen wurde aber nicht nur die Inobhutnahme der designierten Venetia gefeiert. Nachdem Präsidentin Ute Heierz-Krings die zahlreichen Gäste begrüßt hatte, wurde in einem launigen Theaterstück auf die 100 Jahre Prinzengarde zurückgeblickt.
Den Blick in die Zukunft gab es anschließend mit der Kindertanzgarde und der Vorstellung des neuen Kindergenerals. Bereits im vergangenen Jahr hatte Jürgen Hilger als Blau-Weiss Putzmann die Gäste begeistert und auch am Freitagabend trug er zahlreiche humoristisch-ernste Geschichten vor.
Die Tanzgarde, Thomas Dregger und Jens Lier gestalteten das Programm, zu dem noch die Ernennung von Michael Brehmen als neuer Jagdherr und Andreas Hegger als General à la Suite gehörte.
Dann war der große Moment gekommen, an dem die neue Adjutantur bestehend aus Achim Graner, Erminio Biasin und Jennifer Butzki, die designierte Venetia Valerie auf die Bühne holten. Doch bevor diese offiziell in Obhut genommen wurde, stellte sie sich den Fragen von Sina aus der Kindertanzgarde. So erfuhren die Gäste, dass Valerie bereits seit 2009 Mitglied der Blau-Weissen ist, sich ihr Makeup selber macht und das Chaka Waka der KG Regenbogen ihr Lieblingssong ist.
Sie freut sich auf viele Überraschungen in der Session und versicherte, dass Jens ein braver Prinz sei, denn er höre auf sie. Nachdem sie ihre Insignien erhalten hatte, bildeten die Gardisten das Degen-Dach über ihr. Mit Tanz und Musik wurde anschließend noch lange im Rheingoldsaal gefeiert.
Prinzengarde Rot-Weiss
In den Lambertussaal hatte die Prinzengarde Rot-Weiss eingeladen. Das aktive Korps zog mit dem Musikzug ein und alle wurden von Präsident Dirk Kemmer begrüßt. Der designierte Prinz Jens hatte die Ex-Prinzen Andreas Mauska und Marcus Hülscher an seiner Seite, die sich noch gut daran erinnern konnten, wie sie vor der Aufnahme bei den Rot-Weissen standen.
Allerdings ist die Situation von Jens noch leicht anders, denn er ist – wie seine Venetia Valerie – Mitglied bei der Prinzengarde Blau-Weiss, was an dem Abend zu so mancher Frotzelei führte. Doch bevor er in die Rot-Weisse Familie aufgenommen wurde, stand zuerst sein künftiger Adjutant und Standartenoffizier Thomas Stelzmann im Mittelpunkt.
Denn er wurde für 3 x 11 Jahre Mitgliedschaft in der Garde geehrt. Nachdem die Rot-Weissen Spatzen mit ihren Medley den Saal auf die neue Tollität eingestimmt hatten, war dann der große Moment gekommen und Jens betrat die Bühne.
Er erhielt nicht nur eine Schärpe, das Garde-Abzeichen, das Prinzensilber und die Kappe. Zum Standard gehört auch das große Lätzchen, damit er in der Session sein Ornat nicht bekleckert.
Etwas fassungslos schaute er dann auf die Karte mit dem Liedtext der Rot-Weissen. Der Präsident trug ihm auf, diese zu lernen und auch später bei Treffen mit den Blau-Weissen fröhlich einzustimmen.
Der designierte Prinz Jens war bereits in den Vorjahren Mitglied der Blau-Weissen Adjutantur, so dass ihm halbwegs bekannt ist, was ihn erwartet. Unter dem Applaus der Gäste ihm Saal bekannte er, sich bereits jetzt als Mitglied der Rot-Weissen Familie zu fühlen, die ihn so herzlich aufgenommen haben, trotz seiner blau-weissen Vergangenheit.
Als der Prinz seinen Platz im Saal wieder eingenommen hatte, wurde es für sechs Herrn spannend, die neu in die Garde aufgenommen wurden und gemeinsam den Fahneneid sprachen.
Stefan Kleinehr sprachlos zu sehen kommt nicht so oft vor, aber auch das gelang am Freitagabend. Denn Dirk Kemmer ehrte ihn für seine elfjährige Mitarbeit im Vorstand der Prinzengarde mit dem silbernen Verdienstorden des Bund Deutscher Karnevalisten. Er fasste sich dann aber schnell, denn gemeinsam mit seinen Swinging Funfares gestaltete er den finalen Programmpunkt des Abends.




















