Fortuna Düsseldorf holt den Lucky Punch: 2:1 Sieg bei Preußen Münster

Die lange schwarze Winterjacke hatte Trainer Alexander Ende schon Minuten vorher ausgezogen. Denn beim Schluss-Powerplay seiner Mannschaft Fortuna Düsseldorf gegen Preußen Münster beim Stand von 1:1 war ihm warm geworden. Als Eric Hottmann in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Ball nach einem Solo aus spitzen Winkel im Münsteraner Tor versenkte, da explodierte der ansonsten introvertierte Düsseldorfer Trainer förmlich. Auswärtssieg, drei Punkte, Trainerdiskussion vorerst beendet. Nach dem Führungstreffer für Münster durch Felix Higl (53.) glich Andreas Müller in der 65. Minute nach Vorlage des herausragend spielenden Anas Slimani aus. Und Hottmann setzte in der Nachspielzeit den Lucky Punch. 2000 mitgereiste Düsseldorfer Fans (knapp 14.000 Zuschauende insgesamt) fuhren singend nach Hause.
Zwei Veränderungen in der Startaufstellung
Im Vergleich zum 2:2-Remis gegen den SC Verl hatte der unter Beschuss stehende Ende auf zwei Positionen getauscht. Der zuletzt gesperrte Elias Egouli ersetzte Lukas Bornschein in der Innenverteidigung, hinten rechts rotierte Matthias Zimmermann für Steven van der Sloot in die Startformation.
Dominanz ohne Torerfolg
Über die erste Spielhälfte sind Beobachter und der Trainer der Fortuna unterschiedlicher Meinung. Alexander Ende sah die Fortuna als durchweg dominant an. Alle Werte wie Torschüsse, Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe gaben ihm recht. Dennoch gab es ein Baugrummeln, weil der Führungstreffer trotz einiger Chancen durch Schleusener und Slimani einfach nicht fallen wollte. Die Gastgeber verteidigten gut und hatten zwischenzeitlich auch zehn Minuten, in denen sie sich aus dem Düsseldorfer Würgegriff lösen und die Gäste in deren Hälfte festsetzen konnten. Zur Halbzeit stand es 0:0.
Schock zum Auftakt der zweiten Spielhälfte
Die zweite Spielhälfte war gerade mal acht Minuten alt, als Preußen Münster in Führung ging. Der Angriff der Preußen über links wurde entschlossen vorgetragen, die Flanke in den Strafraum auf Higl war erste Sahne – er konnte sich ganz darauf konzentrieren, den Ball im Düsseldorfer zu platzieren. In dieser Situation liefen die Düsseldorfer Spieler einfach nur hinterher. Ansonsten kämpften sie leidenschaftlich um jeden Ball und halfen sich gegenseitig.
Fortuna steckt nicht auf
So blieb es auch nach dem Gegentreffer. Herauszuheben ist Slimani, der ein überragendes Laufpensum absolviert. Immer anspielbar war und die Bälle nach vorn trug. So auch in der 65. Minute, als Slimani sich auf der linken Seite durchsetze und den Ball vor das Münsteraner Tor brachte. Dort netzte Andreas Müller zum Ausgleich ein. In der regulären Spielzeit fielen dann keine Tore mehr – obwohl die letzten zehn Spielminuten komplett der Fortuna gehörten. Erst in der zweiten Minuten der Nachspielzeit schickte ein langer Ball vom Düsseldorfer Strafraum aus den eingewechselten Hottmann auf die Reise. Er überwand seinen Gegenspieler, lieg allein auf den Keeper von Preußen zu, geriet zu weit nach rechts rüber und zögerte kurz (Ende: „Da habe ich an der Seitenlinie beinahe einen Herzinfarkt bekommen!“). Anstatt in die Mitte zu passen, entschloss sich Hottmann zum Schuss – und der landete im Tor.
Nun kommt der 1. FC Saarbrücken
Aus den letzten sieben Spielen holt die Fortuna 14 Punkte und steht auf Rang sechs der Tabelle.
Bereits am kommenden Samstag, 17. Oktober, trifft die Fortuna am Ende der englischen Woche auf den 1. FC Saarbrücken in der Merkur Spiel-Arena. Anstoß ist um 14 Uhr.