Düsseldorfer Landtag wird zur Projektionsfläche für 80 Jahre Demokratie

Eine Demokratie lebt vom gesprochenen Wort. Zur Feier von 80 Jahren Demokratie lernen Buchstaben und Zahlen in Düsseldorf das Fliegen. Noch bis einschließlich Freitagabend (9.10.) erinnert der nordrhein-westfälische Landtag an die erste Sitzung des Landesparlaments am 2. Oktober 1946 – damals noch in der Düsseldorfer Oper (die heute genauso bröselt wie das Fundament der Demokratie). Eine aufwändige Lichtinstallation verwandelt den Haupteingang des Düsseldorfer Landtags in einen Ort des Erinnerns und Staunens.

Zur Premiere der Lichtinstallation waren einige Dutzend Zuschauende gekommen – zur Parlamentsnacht am Freitag, 9. Oktober, sollen es einige hundert Personen werden.
Erinnerung an demokratische und rechtliche Werte
André Kuper, Präsident des Landtags, betont: „Die Gründer unseres Landes haben uns vor achtzig Jahren ein Fundament übergeben, das unser gemeinsames Haus bis heute trägt: Demokratie, Freiheit und Wohlstand. Keine Generation vor uns war ohne Sorgen, keine Zeit war ohne Herausforderungen. Heute treibt viele die Sorge, dass das Haus unserer Demokratie nicht mehr sicher steht. Und ja, es gibt Baustellen. Krempeln wir die Ärmel hoch! Bauen wir an unserer gemeinsamen Idee. Aber wir reißen nichts einfach nieder; wir sprengen nicht unsere demokratischen und rechtsstaatlichen Werte. Sondern wir stehen auf dem Fundament, das uns die Gründer dieses Landes vor 80 Jahren gelegt haben.“

Start per Buzzer-Druck: Landtagspräsidenten André Kuper (l.) und Künstler Detlev Hartung nahmen am Montagabend die Projektion in Betrieb.
Boden und Wände des Landtags als Projektionsflächen
Um diese Gedanken in Bilder umzusetzen, hat Kuper das Künstlerduo Detlev Hartung und Georg Trenz beauftragt, die Fassaden des Landtagsbaus und den Boden der Vorfahrt als Projektionsfläche zu nutzen. Die Bodenprojektion ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, einzutauchen in die projizierten Texte und selbst zur Projektionsflächen zu werden. So erklären die Künstler, was sie sich ausgedacht haben: „Die Projektionen auf die Sandsteinfassaden im Eingangsbereich und im Innern der Rotunde reflektieren und kommentieren die Bodenprojektionen, funktionieren aber auch wie ein „leuchtendes, sich öffnendes Tor“ zur Stadt und laden weithin sichtbar alle dazu ein, näher zu kommen und auf dem Vorplatz Teil des Geschehens zu werden.“ Fünf Sequenzen mit unterschiedlichen Inhalten visualisieren verschiedene Aspekte zu 80 Jahren Landtag NRW und zum Begriff Demokratie. Die letzte Sequenz nutzt Texte von Oberstufenschülern aus NRW.

<zeichen an den Wänden der Demokratie.
Lange Parlamentsnacht am Freitag, 9. Oktober
Die Projektionen sind jeden Abend zu sehen – ab ca. 19.30 Uhr. Höhepunkt der Festwoche ist die Parlamentsnacht am Freitag, 9. Oktober, mit einem Programm aus Musik, Magie, Debatten und vielen Informationen. Mehr als 6000 Bürgerinnen und Bürger erlebten im vergangenen Jahr den Landtag in abendlicher Atmosphäre. Von 17 bis 23 Uhr gibt es Konzerte, Talkrunden, Live-Debatten von Schülerinnen und Schülern, Ausstellungen und eine Versteigerung von Gastgeschenken internationaler Gäste.