Düsseldorf: Mahnwache am Mannesmannufer nach antisemitischen Übergriff

Rund 100 Personen versammelten sich am Donnerstagabend (24.9.) am Mannesmannufer, um damit ein deutliches Zeichen gegen den antisemitischen und israelfeindlichen Angriff auf einen Mann am Rathausufer am Dienstagabend (22.9.) zu setzen.
Der Mann war in Begleitung seiner Freundin unterwegs. Bekleidet war er mit einem schwarzen Pullover, der die aufgedruckten goldenen Buchstaben “IDF” (Israel Defense Forces) trug und einer Kipa. Das erregte die Aufmerksamkeit von zwei unbekannten Frauen, die ihn ansprachen und israelfeindlich beleidigten. Zwei hinzugekommene Männer mischten sich ein und attackierten den Mann mit Schlägen und Tritten. Drei Zeugen wollten dem Paar helfen, woraufhin einer ebenfalls einen Schlag abbekam. Die beiden Angreifer und die beiden Frauen entkamen unerkannt entkommen. Sie wurden als nordafrikanischer Phänotyp beschrieben.

Auch OB Keller drückte seine Empörung aus, Foto: Astrid Hirsch-von Borries
Die Empörung nicht nur bei den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde ist groß. Auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller nahm sich trotz der parallel stattfindenden Ratssitzung die Zeit, an der Mahnwache teilzunehmen und sprach zu den Versammelten.
Die Jüdische Gemeinde fand deutliche Worte: „Wer einen Menschen angreift, weil er sichtbar Solidarität mit Israel zeigt und als Jude wahrgenommen wird, überschreitet eine Grenze, die für unsere Gesellschaft niemals verhandelbar sein darf. Dieser Vorfall ereignete sich mitten in Düsseldorf, in einer Stadt, in der jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich Teil der Stadtgesellschaft sein sollte. Niemand darf das Gefühl haben, eine Kippa absetzen, seine jüdische Identität verbergen oder seine Verbundenheit mit Israel verschweigen zu müssen, um sich sicher durch Düsseldorf bewegen zu können. Die Entwicklung, dass der Hass auf Israel und auf Jüdinnen und Juden in konkrete Gewalt umschlägt, macht uns sehr betroffen. Jüdisches Leben gehört zu Düsseldorf. Es muss sichtbar bleiben, es muss sicher sein und es darf niemals wieder dazu kommen, dass Jüdinnen und Juden ihre jüdische Identität verstecken müssen, um sich frei und sicher in unserer Stadt bewegen zu können.“
Der Staatsschutz hat die Ermittlungen zu dem Angriff aufgenommen.