Düsseldorf: 16 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte am Montag (24.8.) 16 Ehrengäste und ihre Begleitungen in die Staatskanzlei am Horionplatz eingeladen. Denn sie wurden mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Alle 16 haben sich herausragenden für das Gemeinwohl und das Land Nordrhein-Westfalen eingesetzt und das sollte gewürdigt werden.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Durch 80 Jahre Landesgeschichte zieht sich eines wie ein roter Faden: Nordrhein-Westfalen lebt vom Miteinander und der Solidarität der Menschen. Gerade diejenigen, die sich teils jahrzehntelang füreinander einsetzen, machen die Herzlichkeit und Stärke unseres Landes aus. Das
verkörpern auch die neuen Trägerinnen und Träger des Landesverdienstordens mit ihrem vielfältigen Engagement. Damit stärken sie Tag für Tag unsere Gesellschaft und Demokratie in einer polarisierten Zeit. Dafür gebührt ihnen unser tief empfundener Respekt und Dank.“
Der NRW-Verdienstorden ist eine der höchsten Auszeichnungen und wurde 1986 aus Anlass des 40. Geburtstags des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet. Diesmal stand die Erhung auch im Zeichen des 80. Geburtstag des Landes. Unter den Geehrten waren auch Persönlichkeiten aus Düsseldorf, wie Monika Düker, Lothar Hörning und Anja Weber. Am bekanntesten dürfe die Schauspielerin Veronika Ferres gewesen sein. Ddorf-aktuell stellt die drei Düsseldorfer*innen mit dem Wortlaut ihrer Laudatio vor.
Monika Düker

Monika Düker mit Hendrik Wüst
Monika Düker hat die Politik in Nordrhein-Westfalen über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt. Mit 26 Jahren ist Monika Düker Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen geworden. Und direkt in den Rat der Stadt Düsseldorf eingezogen. Dort hat sie sich 13 Jahre lang kommunalpolitisch engagiert. Im Jahr 2000 ist sie in den Landtag eingezogen und 22 Jahre Abgeordnete geblieben. Bei allen Aufgaben, die sie in fünf Legislaturperioden im Landtag übernommen hat, hat ihr immer ein Thema besonders am Herzen gelegen: das Wohl der Menschen, die bei uns Schutz suchen. Fast sechzehn Jahre war Monika Düker flüchtlingspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie hat sich für faire Asylverfahren eingesetzt. Sie hat die Sprachförderung vorangebracht. Sie hat bessere Bedingungen in Flüchtlingsunterkünften unterstützt.
2016 hat sie sich dazu entschieden, diese Aufgabe niederzulegen – aus Überzeugung. Politische Entscheidungen über Sammelabschiebungen nach Afghanistan wollte sie nicht mittragen. Von 2017 bis 2020 hat Monika Düker die Landtagsfraktion der Grünen als Ko-Vorsitzende geführt. Zwei Anliegen hat sie besonders verfolgt: Der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Stärkung sozialer Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.
Monika Düker hat als starke Stimme der Opposition die damalige Landesregierung regelmäßig gefordert – kritisch, hartnäckig und in der Sache klar. Verantwortung übernommen hat Monika Düker aber nicht nur im Parlament. Auch innerhalb ihrer Partei hat sie – in verschiedenen Funktionen – immer wieder neue Impulse gegeben. Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen, liegen ihr seit vielen Jahren besonders am Herzen. Bis heute engagiert sie sich als Mitglied des Kuratoriums der Franziskanischen Stiftung Johannes Höver. Dort setzt sie sich für wohnungslose, alte und hilfsbedürftige Menschen ein. Diese Aufgabe ist ihre Herzensangelegenheit. Für Ihr langjähriges Engagement in unserem Land sage ich danke und verleihe Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Lothar Hörning

Lothar Hörning mit Hendrik Wüst
Lothar Hörning hat im Jahr 2000 die KG Regenbogen e.V. mitgegründet und den Düsseldorfer Karneval um ein starkes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz bereichert. Als Präsident der Prinzengarde Blau-Weiss und des Comitee Düsseldorfer Carneval hat er das Brauchtum weiterentwickelt und neue Impulse gesetzt. Zudem unterstützt er mit großem Engagement die Düsseldorfer Aidshilfe und weitere soziale Projekte.
Neben Bernhard Conin aus Köln haben wir heute einen weiteren verdienten Karnevalisten hier – einen aus Düsseldorf: Lothar Hörning. Lothar Hörning hat im Jahr 2000 zusammen mit anderen den Karnevalsverein KG Regenbogen e.V. gegründet. Heute ist dieser Karnevalsverein einer der größten schwul-lesbischen Karnevalsvereine in Deutschland. In der Session 2008/2009 hat er als erster offen homosexueller Karnevalsprinz Düsseldorfs Geschichte geschrieben. Für ihn kein großes Ding – einfach selbstverständlich. Für viele andere: ein ganz wichtiges Signal. Auch in der Prinzengarde Blau-Weiss hat Herr Lothar Hörning Verantwortung übernommen. Von 2020 bis 2024 hat Herr Lothar Hörning als Präsident der Prinzengarde das Vereinsleben geprägt. Dazu gehören etwa die Wiederbelebung der Herbstjagd und das Kö-Treiben, eine ausgelassene Karnevalsfeier für jedermann am Karnvelassonntag auf der berühmten Düsseldorfer Kö.
2024 hat das Comitee Düsseldorfer Carneval Lothar Hörning zum Präsidenten seines Dachverbandes gewählt. Eine Auszeichnung und Anerkennung für sein langjähriges Engagement. Aber auch eine große Aufgabe, die viel Zeit und Einsatz fordert. Bei all seinem Engagement hat Lothar Hörning immer auch die gesellschaftliche Bedeutung im Blick. Zum Beispiel beim „Tunte Lauf“ – ein Wettlauf in hohen Absätzen, schrillen Kostümen, mit viel Humor – und einer starken Botschaft für Offenheit, Vielfalt und Solidarität. Der Erlös des Tunte Laufs kommt der Aidshilfe Düsseldorf zugute.
Auch darüber hinaus hat Lothar Hörning immer wieder Menschen unterstützt, die Hilfe brauchen. Gemeinsam mit seiner Venetia Ute hat er als Karnevalsprinz einen hohen Geldbetrag an wohltätige Organisationen gespendet. Und auch das Projekt „Wasser für Afrika“ kann auf Lothar Hörning zählen.
Lieber Lothar Hörning, Sie haben allen gezeigt, wie modern und offen Brauchtum sein kann. Für Ihr besonderes Engagement verleihe ich Ihnen den Ver-
dienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Anja Weber

Anja Weber mit Hendrik Wüst
Anja Weber hat als erste Frau an der Spitze des DGB Nordrhein-Westfalen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten und die Gewerkschaften enger zusammengeführt. Von 2017 bis 2025 hat sie als Vorsitzende den Dialog mit Politik, Verbänden und gesellschaftlichen Gruppen gestärkt. Besonders hat sie sich für Mitbestimmung, ehrenamtliches Engagement und mehr Frauen in verantwortlichen Positionen eingesetzt. Wenn man in Nordrhein-Westfalen über soziale Gerechtigkeit, Tarifverhandlungen und Bündnisarbeit spricht, fällt ein Name: Anja Weber. Und das, obwohl Anja Weber Anfang des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Nach acht Jahren als Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nordrhein-Westfalen. Wer ihren Einsatz erlebt hat, ahnt aber: so richtig ruhig wird es sicherlich auch in Zukunft bei Ihnen nicht. Dass Gewerkschaftsarbeit ihr Ding ist, erkennt Anja Weber schon als Studentin. Während ihrer Studienzeit in Marburg hat sie sich im Sozialistischen Hochschulbund engagiert – und ist Bundesvorsitzende geworden.
Nach ihrem Studium ist die gebürtige Dortmunderin nach Berlin gegangen. Sie hat in der Schultheiss-Brauerei gearbeitet und ist von den Beschäftigten in den Betriebsrat gewählt worden. Da erlebt sie, was gute Mitbestimmung bewirken kann: faire Arbeitsbedingungen helfen den Beschäftigten und geben ihnen eine
starke Stimme. Und das bringt auch die Unternehmen voran. Nach Stationen in Berlin und Hamburg ist Anja Weber nach Nordrhein-Westfalen zurückgekommen. Sie wird Gewerkschaftssekretärin des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen, bevor sie 2014 unter Minister Guntram Schneider zur Landesschlichterin berufen wird.
2017 wählen die Delegierten der Bezirkskonferenz sie zur Vorsitzenden. Eine historische Wahl: Sie wird die erste Frau an der Spitze des DGB Nordrhein-Westfalen. Ihre Marschrichtung ist von Anfang an klar: Einsatz für eine starke Mitbestimmung und für soziale Gerechtigkeit. Unter ihrer Führung hat die Stimme des DGB in der Landespolitik spürbar an Gewicht gewonnen.
Anja Weber hat die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsgewerkschaften an einen Tisch gebracht und zugleich den engen Austausch mit den demokratischen Parteien gesucht. So haben die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den landespolitischen Debatten mehr Gehör gefunden. Ein besonderes Anliegen ist ihr immer das Ehrenamt gewesen. Anja Weber hat die Stadt- und Kreisverbände stärker eingebunden. Sie hat junge Menschen für die Gewerkschaftsarbeit gewonnen. Besonders Frauen hat sie ermutigt, sich zu engagieren. Auch die Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen und dem Integrationsrat hat Anja Weber vorangebracht. Sie hat den Austausch gesucht und gewusst: Gute Lösungen entstehen im Gespräch. Liebe Anja Weber, für Ihr großes Engagement für das Land möchte ich Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verleihen.
Außerdem erhielten am 24. August den Landesverdienstorden von NRW:
- Magdalene (Lena) Arndt aus Paderborn
- Monika Bartsch aus Mönchengladbach
- Bernhard Conin aus Köln
- Veronica Ferres
- Albert Gerding aus Haltern am See
- Dr. Philipp Freiherr Heereman aus Hörstel
- Arndt G. Kirchhoff aus Attendorn
- Ralf König aus Köln
- Thomas Kutschaty aus Essen
- Norbert Mering aus Essen
- Franz Müntefering
- Susanne Saage aus Nieheim
- Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg

Veronika Ferres wurde geehrt