Düsseldorf: Hitzewelle ist ein großes Problem für Obdachlose

Im Winter ist es die Kälte, die obdachlosen Menschen Probleme macht. Aber noch schwieriger ist die Lage im Sommer, wenn es sich wie aktuell selbst nachts kaum abkühlt und die Temperaturen tagsüber weit über 30 Grad liegen. Deshalb baut die Stadt Düsseldorf ihre Hilfsangebote für Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße während der aktuellen Hitzeperiode aus. Gemeinsam mit Streetwork, Trägern der Obdachlosenhilfe und weiteren Partnern sind zusätzliche Angebote organisiert, um die gesundheitliche Risiken durch hohe Temperaturen zu reduzieren und die Versorgung betroffener Menschen zu verbessern.
Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur, Integration und Gesundheit: “Hohe Temperaturen können für Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße schnell zur gesundheitlichen Gefahr werden. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern schnell und unbürokratisch Hilfe leisten. Mein herzlicher Dank gilt allen Unterstützenden, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, dieses zusätzliche Hilfsangebot möglich zu machen.”
Menschen, die Schutz vor der Hitze suchen, können einen gekühlten Raum an der Dorotheenstraße 85-87 aufsuchen, der am Samstag (27.6.) und am Sonntag (28.6.) jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet ist. Darüber hinaus stehen als Rückzugsorte vor der Hitze allen Düsseldorfer*innen geöffnete Kirchen in der Innenstadt zur Verfügung:
- St. Lambertus, Stiftsplatz 1: Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr
- St. Maximilian, Schulstraße 15: Samstag und Sonntag von 8.30 bis 19 Uhr
- St. Andreas, Andreasstraße 10: Samstag, 7.30 bis 19 Uhr und Sonntag von 8 bis 19 Uhr
- Kreuzkirche, Collenbachstraße 10; Samstag, 9 bis 20 Uhr
Die Streetworker*innen verteilen wiederverwendbare Trinkflaschen an Obdachlose. Das Sportamt stellt zunächst 50 Trinkflaschen zur Verfügung und Dank einer Spende der BürgerStiftung Düsseldorf können weitere Flaschen beschafft werden. Ein Kühlanhänger der Brauerei Schumacher sorgt dafür, dass Trinkwasser am Hauptbahnhof gekühlt gelagert und ausgegeben werden kann. Die Trinkwasserflaschen können außerdem an den öffentlichen Trinkwasserbrunnen kostenfrei mit Trinkwasser aufgefüllt werden.

An vielen Plätzen in Düsseldorf kann kostenloses Trinkwasser an den Trinkbrunnen gezapft werden
Das Gesundheitsamt stellt den Streetworker*innen Infrarotthermometer zur Verfügung. Damit kann die Hitzebelastungen besser eingeschätzt und Menschen frühzeitig für die gesundheitlichen Risiken extremer Hitze sensibilisiert werden. In allen Einrichtungen der Diakonie – café pur, Shelter, Fachberatungsstelle Horizont, Bahnhofsmission, Café Ariadne sowie die Streetwork – werden während der Hitzeperiode unter anderem Wasser, Sonnencreme sowie bei Bedarf Bekleidung und Schuhe ausgegeben.
Die Landeshauptstadt appelliert an alle Düsseldorfer*innen, während der heißen Tage besonders auf ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen mit Lebensmittelpunkt auf der Straße zu achten. Wer den Eindruck hat, dass jemand unter den Folgen der Hitze leidet, sollte Hilfe anbieten oder im Notfall den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 verständigen.