Düsseldorf Lohausen: Eine neue Heimat für die Kreuzkröten

Wenn Flächen für neue Verkehrswege benötigt werden, sind Straßen NRW oder Autobahn GmbH verpflichtet sogenannte Ausgleichsflächen anzulegen. So geschehen am nord-westlichen Ende des Lantzschen Park direkt an den Sportplätzen des Lohausener SV. Das ca. 20.000 Quadratmeter große Areal wurde 1995 als Ausgleichsfläche vom Landesbetrieb Straßenbau NRW beim Bau der Autobahn A44 nördlich der Anschlussstelle Düsseldorf-Messe/ Arena angelegt.
Doch es lief dort nicht alles so, wie ursprünglich vorgesehen. Denn eigentlich sollte die Fläche eine neue Heimat für die sehr seltenen Kreuzkröten werden. Aber die zwei Hektar wucherten immer mehr zu, Sträucher, Bäume und Gräser machten sich breit. Das mögen zwar einige Tiere und fanden so einen Rückzugsort, für die Kreuzkröte waren diese Bedingungen nicht optimal. Sie mag es gerne karg und kahl, liebt sonnige Sand- und Kiesflächen. Nur an zwei weiteren Orten in Düsseldorf sind die auf der roten Liste stehenden, maximal sieben Zentimeter großen Amphibien anzutreffen.

Es gibt zahlreiche Kaulquappen, so dass die Kreuzkrötenzahl wachsen wird, Foto: Autobahn GmbH
Die Autobahn GmbH hatte die Fläche vor fünf Jahren von Straßenbau NRW übernommen. „Nachdem die Fläche stark zuwuchs, wurden im Februar 2019 auf dem Areal großflächig Gehölze entfernt. Zur Schaffung von vegetationslosen bzw. -armen sonnigen Sand- und Kiesflächen wurde der Oberboden mit allen Pflanzen abgetragen. Die Fläche wurde dadurch ausgemagert. Zudem wurden Laichgewässer aus Ton mit Sandabdeckung geschaffen und Kiesschüttungen und Totholzhaufen als Verstecke angelegt. Um einer weiteren Verbuschung entgegenzuwirken, wurde das gesamte Gelände mit einem 1,30 Meter hohen Zaun eingezäunt und die Fläche durch Schafe und Ziegen beweidet. Damit bleibt es von außen störungsfrei. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW war für die Pflege und Entwicklung der Ausgleichsfläche zuständig, mit Gründung der Autobahn GmbH vor fünf Jahren haben wir sie übernommen“, schildert Landespfleger Stefan Greyn aus dem Geschäftsbereich Planung der in Krefeld ansässigen Autobahn-Niederlassung Rheinland.
Die Eingriffe wurden fachlich begleitet durch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Düsseldorf. Allerdings waren sie umstritten. Bürger*innen kritisierten den Kahlschlag, der Jagdpächter beschwerte sich und auch dem damaligen Bezirksbürgermeister war die Zielsetzung nicht klar. Doch die Kreuzkröte hat sich über die Widerstände hinweggesetzt und eine neue Heimat gefunden.

Zwei Laichgewässer sollen optimiert werden, da sie zuwachsen, Foto: Autobahn GmbH
Stefan Greyn: „Eine externe Amphibienkartierung 2025 hat einen Kreuzkrötenbestand nachgewiesen. Das Entwicklungsziel ist damit erreicht. Auch in diesem Jahr gibt es einen hohen Bestand an Quappen im Laichgewässer und Fund erwachsener Tiere.“ Damit das so bleibt, sind im kommenden Herbst und Winter weitere Arbeiten geplant. Zwei Laichgewässer werden optimiert und drei kleinere neu angelegt. Im Randbereich aufkommende Brombeerbestände werden gemulcht. Außerdem erfolgt eine Ansaat mit Regio-Saatgut zur Förderung der Insektenpopulation.