Fortuna Düsseldorf trennt sich laut Berichten von Sportvorstand Sven Mislintat

Macher unerwünscht: Der unter dem Vorsitzenden Björn Borgerding orientierungslose Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf will sich sieben Tage nach dem Absturz in die Dritte Liga von dem Mann trennen, der nach der Blamage als erster wieder nach vorn schaute: Nach übereinstimmenden Medienberichten soll am heutigen Sonntag (24. 5.) die einvernehmliche Trennung zwischen Fortuna Düsseldorf und dem Sportdirektor Sven Mislintat verkündet werden. Als Nachfolger nennt ein Bericht des Fachmagazins Kicker Samir Arabi. Der 47-Jährige war von 2011 bis 2023 Sport-Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld und seitdem ohne Job. Zwischenzeitlich prozessierte er gegen seinen Ex-Verein und holte noch 40.000 Euro für sich raus. Das Abschiedszeugnis bei Bielefeld für Amir im Kicker war wenig schmeichelhaft: Da wurden Amir ein mangelhaftes Vertragsmanagement zum Nachteil seines Vereins Armenia Bielefeld sowie „unglückliche Trainerentscheidungen und Spielerverpflichtungen“ nachgesagt.
Mislintat hatte Pläne zur Neuausrichtung
Für die Sportberichterstatter kam die Trennung von Mislintat überraschend – auch wenn mancher nun schreibt, diese habe sich seit der jüngsten Aufsichtsratssitzung angedeutet. Unmittelbar nach dem Abstieg hatte Mislintat angedeutet, dass er die Fortuna komplett neu aufstellen wolle. Zudem habe der alte Sportvorstand um Allofs das Chaos hinterlassen, dass nur eine Minderheit der Spieler Verträge für die dritte Liga habe. Stand jetzt und mit dem Blick auf den Start der Dritten Liga Anfang August muss noch ein Dutzend Spieler verpflichtet werden. Eigentlich genug Arbeit also für den Sportvorstand. Und Mislintat schien bereit zu sein, diese sofort anzugehen: „Ich gehöre nicht zu denen, die nach einem Abstieg weglaufen.“
So versucht die Chefetage den neuen Mann einzuführen
Das ging Vorstand und Aufsichtsrat offenbar zu schnell und zu forsch. Mislintat seinerseits sah sich in seinen Plänen ausgebremst. Die „Trennung in gegenseitigem Einvernehmen“ ist offenbar die Konsequenz daraus. Den möglichen Nachfolger Samir Arabi versucht das Management der Fortuna dem Verein und den Fans durch den Hinweis schmackhaft zu machen, er sei bereits bei den drei Kandidaten für die Allofs-Nachfolge „dabei gewesen“ – am Ende habe man sich allerdings für Sven Mislintat entschieden.
Es droht ein Rechtsstreit mit Markus Anfang und seinem Co-Trainer
Das Gerumpel im Vorstand sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass Aufsichtsrat und Vorstand die nächste Blamage unmittelbar bevor steht. Denn der wegen Erfolglosigkeit geschasste Markus Anfang und sein Co-Trainer klagen gegen ihre vorzeitige Entlassung. Dies wurde auf Nachfrage von Anfangs Rechtsbeistand bestätigt. Angeblich geht es um Vertrags-Klauseln, die mit Klaus Allofs besprochen wurden – und an die sich im Fortuna-Tohuwabohu in den Entscheidungsetagen nun niemand erinnern kann. Gütetermine in dieser Angelegenheit, die für Anfang Juni angesetzt waren, seien gecancelt worden – heißt es.
Dieser Bericht fasst den Stand der Berichterstattung zusammen. Offizielle Äußerungen gab es am Sonntag (24.5.) bis 12 Uhr von Fortuna Düsseldorf und den Beteiligten noch nicht.