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Home›Düsseldorf›Düsseldorf: Corona-Teststellenbetreiberin muss mehr als vier Millionen Euro zurückzahlen

Düsseldorf: Corona-Teststellenbetreiberin muss mehr als vier Millionen Euro zurückzahlen

Von Ute Neubauer
11. Mai 2026
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Das Verwaltungsgericht Düsseldorf urteilte in dem Verfahren, Foto: Symbolbild

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat im Fall einer Betreiberin von Corona-Testzentren entschieden, dass sie bereits ausgezahlte Leistungen in Höhe von 4.032.692,15 Euro zurückzahlen muss. Die Klägerin betrieb mehrere Corona-Testzentren in Düsseldorf, Leverkusen und Solingen. Seit dem 1. Juli 2021 sah die Coronavirus-Testverordnung vor, dass die Teststellenbetreiber eine schriftliche oder elektronische Bestätigung der getesteten Person oder ihres gesetzlichen Vertreters über die Durchführung des Tests dokumentieren müssen. Solche Nachweise konnte die Klägerin nicht vorweisen. Deshalb forderte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein die gezahlten Vergütungen zurück und setzte den noch offenen Auszahlungsbetrag auf 0 Euro fest. Die Klägerin wehrte sich gegen die Rückforderung und machte noch ausstehende Vergütung für die Zeit zwischen Juli 2021 und April 2023 geltend.

Die 29. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf begründete ihr Urteil vom 11. Mai 2026 so: „Die Dokumentationspflicht in der Testverordnung ist rechtmäßig, insbesondere verhältnismäßig. Aufgrund der hohen ausgezahlten Summen – laut Bundesrechnungshof gab der Bund für Corona-Testungen 17,8 Milliarden Euro aus – ist eine nachträgliche Kontrolle ordnungsgemäßer Mittelverwendung von besonderer Bedeutung, insbesondere um betrügerische Abrechnungen zu erschweren. Das Interesse an einer Nachprüfbarkeit der Testdurchführung überwiegt das Vergütungsinteresse der Klägerin. Eine strenge Betrachtungsweise, die hier zur vollständigen Versagung der Vergütung führt, ist trotz der erheblichen Auswirkungen auf die Teststellenbetreiberin angemessen. Aus diesen Gründen sei auch der weiter geltend gemachte Zahlungsanspruch in Höhe von 238.900,35 Euro nicht gegeben. Demgegenüber darf die Kassenärztliche Vereinigung ihre Rückforderung nicht auf Beträge beziehen, die bereits als Verwaltungskostensatz einbehalten wurden.“ Die Kammer stellt fest, dass diese Beträge nicht, wie für eine Rückforderung vorausgesetzt, im Sinne der Verordnung ausgezahlt wurden. Nicht zurückgefordert werden kann demnach ein Betrag in Höhe von 93.046,10 Euro.

Die Klage der Teststellenbetreiberin gegen entsprechende Bescheide der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wurden entsprechend überwiegend abgewiesen. Erfolg hatte die Klage, soweit auch einbehaltene Verwaltungskosten zurückgefordert wurden.

Das Urteil ist eine erste Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf in Bezug auf Rückforderungen von Corona-Testzentren. Derzeit sind noch 48 weitere Verfahren mit einem Streitwert von insgesamt etwa 23 Millionen Euro anhängig.

Gegen das Urteil kann ein Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt werden, über den das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster entscheidet. Aktenzeichen: 29 K 1788/24

StichworteCorona-TestzentrumVerwaltungsgericht
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