In Düsseldorf sind die Jecken wetterfest

Bereits am frühen Morgen hatte an Altweiber (12.2.) eine Gruppe Frauen unter Regenschirmen vor der blauen Tür des Rathauses Stellung bezogen. Denn sie wussten, nur wer ganz vorne stand, hatte um 11:11 Uhr die Chance das Rathaus zu stürmen.

Warten auf den “Sturm”, Foto: Karina Hermsen
Doch als Venetia Nicole oben auf dem Rathausbalkon den Schlüssel von Oberbürgermeister Keller eroberte und den Countdown heruntergezählt hatte, war es die vorwitzige Hoppeditz-Figur, die als erste an der Ehrengarde vorbeistürmte. Mit den Weibern im Gefolge ging es hinauf in den Jan-Wellem-Saal, wo wohl keine Krawatte überlebt haben dürften. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hatte sich das Motto “Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!” zu eigen gemacht und war in allen Farben des Regenbogens geschminkt und gekleidet.

Bürgermeisterin Clara Gerlach sorgte für mehr Tempo beim Bierfluss, Foto: Dirk Schmidt
Auch die Grüne-Bürgermeisterin Carla Gerlach feierte im Jan Wellem Saal mit. Dort zeigte sie dem Zapfpersonal erst einmal wie zapfen geht. zeigte. “Ich habe doch jahrelang in der Altstadt gearbeitet, also kann ich auch zapfen!”, begründete sie ihren Einsatz. Es war auf jeden Fall ein großer Spaß und das Bier floss wirklich erheblich schneller als vorher.

Endlich ist die Tür auf und das Rathaus wird gestürmt, Foto: Karina Hermsen
Auf dem Marktplatz hatten sich die Jecken ebenfalls phantasievoll kostümiert, wobei viele Regenjacken und Ponchos drüber trugen, denn das Wetter war nicht für alle Verkleidungen geeignet. Aber der Wettergott ist offenbar auch jeck, denn es hörte auf zu regnen und so sammelten sich Hunderte vor der Bühne, auf der alle Düsseldorfer Bands und Sänger zum Programm beitrugen.

Die Närrischen Marktfrauen mit OB Keller, Foto: Karina Hermsen
War es wetterbedingt auf dem Burgplatz um 11:11 Uhr noch sehr leer, änderte sich das am Mittag. Der Burgplatz ist traditionell der Treffpunkt für die Schüler*innen und es wurde wieder sehr voll.

Beste Stimmung mit der Rhythmus Sportgruppe, Foto: Karina Hermsen
Bilanz der Ordnungskräfte
Die Bilanz von Feuerwehr und Ordnungsamt zeigte einen recht ruhigen Verlauf an Altweiber. Erneut war in der Altstadt Glasverbot, so dass an den Kontrollstellen eigentlich alles abgegeben werden musste, was aus Glas war. Allerdings wurden innerhalb der Verbotszone bis 15 Uhr 31 Verstöße (2025: 20) festgestellt. Das Glasverbot gilt noch bis Karnevalsfreitag, 13. Februar, 5 Uhr, und von Karnevalssonntag, 15. Februar, 12 Uhr, bis Veilchendienstag, 17. Februar, 5 Uhr.

Glaskontrolle an den Zugängen zur Altstadt, Foto: Dirk Schmidt
Die Feuerwehr, die rund 150 zusätzliche Kräfte im Einsatz hatte, hat bis Freitagmorgen 21 Jugendliche unter 18 Jahren (2025: 33) wegen übermäßigen Konsums von Alkohol behandelt. Insgesamt wurden 159 (2025: 152) Menschen in den Unfallhilfestellen oder durch die mobilen Teams versorgt – 122 Personen (2025: 92) mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Das Glasverbot hat sich erneut bewährt, nur vier Feiernde (2025 1) erlitten Schnittverletzungen, die medizinisch behandelt werden mussten.

Die Polizeipräsenz war deutlich sichtbar, Foto: Dirk Schmidt
Das Ordnungsamt war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, darunter Mitarbeitende des Ordnungs- und Servicedienstes, der Verkehrsüberwachung sowie eines Security-Unternehmens. Sie führten bis Freitagmorgen 889 (2025: 324) Jugendschutzkontrollen durch, von denen 285 (2025: 108) Jugendliche den unerlaubt mitgeführten Alkohol und 192 Mal (2025 85 Zigaretten freiwillig vernichteten. 56 (2025: 86) Wildpinkler werden in Kürze Post vom Ordnungsamt bekommen. Auf sie wartet ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro plus Verwaltungsgebühren. Alle Gastronomen hatten sich daran gehalten keine Terrassen aufzubauen.
Die Polizei stellte nach einem wetterbedingt ruhigen Beginn des Altweibertages am Abend und in der Nacht eine zunehmend aggressive Stimmung fest. Ab dem Nachmittag kam es vereinzelt zu Körperverletzungsdelikten und sexuellen Belästigungen sowie zu insgesamt 14 Taschendiebstählen. Ein Taschendieb konnte in den Abendstunden durch Einsatzkräfte vorläufig festgenommen werden. Im Laufe des Abends und mit steigender Alkoholisierung der Besucher schritten die Beamt*innen niederschwellig und konsequent bei Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikten ein und fertigten mehrere Strafanzeigen. Das Besucheraufkommen nahm nach Mitternacht spürbar ab, weshalb sich die Einsatzlage im weiteren Verlauf entspannte. Es wurden 172 Personen überprüft (2025 187), 139 Platzverweise (2025 94) ausgesprochen, 16 (2025 20) Personen in Gewahrsam genommen und eine Person (2025 2) festgenommen.
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Fotos: Dirk Schmidt und Karina Hermsen











