In Düsseldorf sind die Jecken wetterfest

Bereits am frühen Morgen hatte an Altweiber (12.2.) eine Gruppe Frauen unter Regenschirmen vor der blauen Tür des Rathauses Stellung bezogen. Denn sie wussten, nur wer ganz vorne stand, hatte um 11:11 Uhr die Chance das Rathaus zu stürmen.

Warten auf den “Sturm”, Foto: Karina Hermsen
Doch als Venetia Nicole oben auf dem Rathausbalkon den Schlüssel von Oberbürgermeister Keller eroberte und den Countdown heruntergezählt hatte, war es die vorwitzige Hoppeditz-Figur, die als erste an der Ehrengarde vorbeistürmte. Mit den Weibern im Gefolge ging es hinauf in den Jan-Wellem-Saal, wo wohl keine Krawatte überlebt haben dürften. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hatte sich das Motto “Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!” zu eigen gemacht und war in allen Farben des Regenbogens geschminkt und gekleidet.

Endlich ist die Tür auf und das Rathaus wird gestürmt, Foto: Karina Hermsen
Auf dem Marktplatz hatten sich die Jecken ebenfalls phantasievoll kostümiert, wobei viele Regenjacken und Ponchos drüber trugen, denn das Wetter war nicht für alle Verkleidungen geeignet. Aber der Wettergott ist offenbar auch jeck, denn es hörte auf zu regnen und so sammelten sich Hunderte vor der Bühne, auf der alle Düsseldorfer Bands und Sänger zum Programm beitrugen.

Die Närrischen Marktfrauen mit OB Keller, Foto: Karina Hermsen
War es wetterbedingt auf dem Burgplatz um 11:11 Uhr noch sehr leer, änderte sich das am Mittag. Der Burgplatz ist traditionell der Treffpunkt für die Schüler*innen und es wurde wieder sehr voll.

Beste Stimmung mit der Rhythmus Sportgruppe, Foto: Karina Hermsen
Bilanz von Feuerwehr und Ordnungsamt
Die erste Zwischenbilanz von Feuerwehr und Ordnungsamt zeigte bis zum Nachmittag einen recht ruhigen Verlauf. Erneut war in der Altstadt Glasverbot, so dass an den Kontrollstellen eigentlich alles abgegeben werden musste, was aus Glas war. Allerdings wurden innerhalb der Verbotszone bis 15 Uhr 31 Verstöße (2025: 20) festgestellt. Das Glasverbot gilt noch bis Karnevalsfreitag, 13. Februar, 5 Uhr, und von Karnevalssonntag, 15. Februar, 12 Uhr, bis Veilchendienstag, 17. Februar, 5 Uhr.
Die Feuerwehr, die rund 150 zusätzliche Kräfte im Einsatz hatte, hat bis zum Nachmittag sechs Jugendliche unter 18 Jahren (2025: 5) wegen übermäßigen Konsums von Alkohol behandelt. Insgesamt wurden 33 (2025: 21) Menschen in den Unfallhilfestellen versorgt – eine Person (2025: 0) musste ins Krankenhaus gebracht werden. Von den Behandlungen in den Unfallhilfestellen waren 25 (2025: 18) Bagatellverletzungen und 6 (2025: 2) mittelschwere Fälle.
Das Ordnungsamt war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, darunter Mitarbeitende des Ordnungs- und Servicedienstes, der Verkehrsüberwachung sowie eines Security-Unternehmens. Sie führten bis 15 Uhr 434 (2025: 226) Jugendschutzkontrollen durch, von denen 121 (2025: 66) Jugendliche den unerlaubt mitgeführten Alkohol freiwillig vernichteten. 45 Minderjährige (2025: 40) wurden beim Rauchen erwischt. 7 (2025: 15) Wildpinkler werden in Kürze Post vom Ordnungsamt bekommen. Auf sie wartet ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro plus Verwaltungsgebühren. Alle Gastronomen hatten sich daran gehalten keine Terrassen aufzubauen.
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Alle Fotos: Karina Hermsen











