Düsseldorf: Tilly unterstützt die Forderung von PETA für pferdefreie Umzüge an Karneval

Die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals – Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) agiert weltweit und setzt sich gegen Tierausbeutung, Massentierhaltung, Tierversuche und Pelzhandel ein. Schon lange kritisiert die Organisation den Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen. Dabei erhalten sie nun prominente Unterstützung. Der Künstler und Wagenbauer Jacques Tilly spricht sich für pferdefreie Rosenmontagszüge aus, sie seien „Nicht mehr zeitgemäß“.
PETA veröffentlichte ein Motiv, das Tilly in seinem Atelier vor einer seiner Karnevalsfiguren zeigt. Auf dem Foto gibt es die Aufschrift: „Ich bin gegen den Einsatz von Pferden in den Rosenmontagszügen. Das ist nicht mehr zeitgemäß, Jacques Tilly”. Der Künstler möchte die Kommunalpolitik und die Karnevalsvereine in die Pflicht nehmen, die Pferde und damit auch die Menschen zu schützen. Die Tiere seien bei den Einsätzen erheblichem Stress und Leiden ausgesetzt. PETA verweist auf gefährliche Szenen aus der Vergangenheit, bei denen Pferde durchgingen und nur mit Gewalt oder Glück Schlimmeres verhindert wurde.
Die Karnevalswagen von Jacques Tilly fallen oft durch politisch provokante Motive auf und sind in Düsseldorf mittlerweile zum Markenzeichen geworden. Außerdem entwirft er Großplastiken sowie karnevalistische Bühnendekorationen für Veranstaltungen.
Die Kommunalpolitiker in Köln, Düsseldorf und anderen Städten werden von PETA aufgefordert, Pferdeeinsätze bei Umzügen aus Gründen der Gefahrenabwehr zu verbieten. Nach Ansicht der Tierrechtsorganisation ist der Einsatz von Pferden durch laute Musik und viele Menschen Missbrauch. Die Tiere sind dabei enormem Stress ausgesetzt. Selbst bei trainierten Pferden könne eine geringe Störung den Fluchtinstinkt auslösen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2021 Leitlinien zum Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen veröffentlichten. Dagegen werde aber regelmäßig verstoßen, kritisiert PETE. So müssten immer wieder Pferde unmittelbar vor oder nach Musikkapellen laufen.
Von den Karnevalshochburgen im Rheinland hat bisher nur die Stadt Bonn verfügt, dass keine Pferde mehr beim Rosenmontagsumzug eingesetzt werden. Das Präsidium des Festausschusses Bonner Karneval begründete die Entscheidung 2021 mit Tierwohl und Sicherheit. Aber nicht nur der Karneval ist ein Thema, auch bei Volks- und Schützenfesten werden immer noch Pferde eingesetzt.