Düsseldorf: Die Altstadt-Armenküche ist ein Ort der Begegnung „ohne oben und unten“

Das „Essen für Arme und Reiche“ auf dem Burgplatz hat schon eine lange Tradition und so konnten sich am Samstag (15.8.) die Besucher*innen auf dem Burgplatz wieder über leckere Erbsensuppe, Musik und Gespräche freuen.

Pater Wolfgang Sieffert an der Bühne
Beim „Essen für Arme und Reiche“ stand neben dem Essen erneut die Begegnung im Mittelpunkt. Denn Gäste der Altstadt-Armenküche belebten gemeinsam mit unterschiedlichsten Menschen der Stadtgesellschaft den Platz. Pater Wolfgang Sieffert erzählte auf der Bühne aus dem Alltag derer, die durch Armut, Wohnungslosigkeit und vielfältige andere Probleme belastet sind, ausgegrenzt und stigmatisiert werden.

Gemeinschaft, Musik und leckeres Essen auf dem Burgplatz
Auf der Bühne sorgten die Musiker*innen von „Dead Dates“ mit Punk, „Chélona“ mit griechischen Klängen, „Wadokyo“ mit ihren Taiko-Trommeln, “Heavy Gummi” und zum Abschluss „Inferno“ für Programm. Und auch Pater Wolfgang beteiligte sich erneut mit seiner Blues-Harp (Mundharmonika).

Pater Wolfgang mit dem Duo Chélona
Fast 1.000 Portionen Erbsensuppe, 800 Bratwürste (auch vegane gehörten zum Angebot), 300 Stück Kuchen, 450 Tassen Kaffee, 2.700 Gläser Schumacher Alt und noch weit mehr mit Wasser und Soft-Drinks stillten Hunger und Durst. Ermöglicht wurde das Fest durch die mehr als 60 Ehrenamtlichen der Altstadt-Armenküche sowie durch Spenden, unter anderem durch die Stadtwerke Düsseldorf, die Bäckerei Hinkel und die Brauerei Schumacher.

Das Ehrenamtler*innen-Team am Samstag, Foto: Altstadt-Armenküche
Einer blieb allerdings bis zum Ende der Veranstaltung hungrig: das Spendenschwein, das immer wieder von den Ehrenamtler*innen durch die Reihen der zahlreichen Besucher*innen getragen wurde. Denn dass die Altstadt-Armenküche täglich warme Mahlzeit an finanziell bedürftige Menschen ausgeben kann, gelingt nur durch Spenden. Doch nicht nur das Essen gehört hinter der grünen Tür an der Seite des Rathauses zum Angebot. Wichtig ist dem Team die kulturelle Teilhabe den Menschen, die mit einem Gespräch am gedeckten Tisch beginnt und bis zum Konzertbesuch reicht. Außerdem bieten die Sozialarbeiter*innen der Altstadt-Armenküche ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte und eine anschließende Hilfestellung.

Das Spendenschwein wollte gefüttert werden
Die Altstadt-Armenküche
Die Altstadt-Armenküche ist für viele Menschen ein täglicher Ort der Begegnung „ohne oben und unten“. Ein Ort, an dem Menschen anderen Menschen mit Respekt, Interesse und Freundlichkeit begegnen – manchmal für eine kurze Zeitspanne, manchmal über Jahrzehnte. Ein Ort, an dem kein Ausweis vorgelegt und kein Termin gemacht werden muss. Ein Ort, an dem sich niemand für seine Probleme rechtfertigen muss, um sich an einen gedeckten Tisch zu setzen und Beratung sowie Hilfe zur Verbesserung der individuellen Lebenssituation zu erhalten. Das jährliche „Essen für Arme und Reiche“ ist ein Fest gemeinschaftlicher Freude und zugleich Zeichen für Gerechtigkeit und verantwortungsvolles Miteinander in der Stadt. Die Altstadt-Armenküche finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Wer unterstützen möchte, findet hier mehr Information.