Düsseldorf: Karnevalisten von Till’s Freunde bereiten sich auf den Notfall vor

Das Winterbrauchtum steht bevor und die Karnevalisten werden wieder fröhlich feiern. Das plant auch der Derendorfer Karnevalsverein Till’s Freunde 1962, aber zuvor haben sie noch eine womöglich lebensrettende Übungseinheit absolviert. Rund 20 Vereinsmitglieder trafen sich im Sana-Krankenhaus Benrath, um dort von Dr. Markos Botsaris, Sektionsleiter Gynäkologie/Endometriose und Moritz Herzog, stellvertretender Leiter der Anästhesiepflege, zu lernen, wie man eine Reanimation durchführt. Dr. Botsaris ist Senator bei Till’s Freunde und unterstützte das Interesse der Mitglieder gerne.

Moritz Herzog erklärt den Teilnehmer*innen, was zu tun ist, Foto: Claudia Key
Nachdem Senatspräsident Dr. Christopher Kallen gemeinsam mit den beiden Experten die Teilnehmenden begrüßt hatte, ging es auch gleich mit Theorie und Praxis los.
Wer in die Situation kommt, dass jemand bewusstlos wird und nicht mehr atmet, muss die Person zuerst auf den Rücken gedreht werden. Anschließend ansprechen und wenn keine Reaktion kommt, durch kneifen oder einen anderen Schmerzreiz feststellen, ob wirklich eine Bewusstlosigkeit vorliegt. Ist das der Fall, dann selber oder durch andere Anwesende den Notruf 112 absetzen und sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Dazu fünf bis sechs Zentimeter tief auf dem Brustkorb drücken, dort wo es in der Mitte hart ist – nicht zu sehr in Richtung Hals oder auf den Bauch – etwa die Höhe zwischen den Brustwarzen. Dazu so nah wie möglich an die Person knieend heranrücken, die Hände übereinanderlegen und mit dem Handballen Druck ausüben. Dabei kommt es nicht nur auf die Tiefe des Drucks an, sondern auch auf den Rhythmus. Als Orientierungshilfe kann man dabei beispielsweise die Lieder „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees, „Dancing Queen“ von ABBA, „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer oder auch das Biene-Maja-Lied summen. Die Mitarbeitenden der Notrufzentrale leiten in der Regel über Telefon an, nachdem dieses auf Lautsprecher gestellt wurde.

Bei der Praxiseinheit merkten alle, wie anstrengend eine Reanimation ist, Foto: Claudia Key
Früher wurde gelehrt, man solle auch Mund-zu-Mund-Beatmung machen, das ist nicht mehr erforderlich.
Nach der Theorie konnten die Teilnehmer*innen an Reanimationspuppen selber probieren, wie man richtig wiederbelebt. Anschließend erläuterte Moritz Herzog auch noch, wie Defibrillatoren funktionieren, die bereits an vielen Orten in Düsseldorf für Notfälle zur Verfügung stehen. Das wichtigste sei es sofort zu helfen, denn falsch könne man nur etwas machen, wenn man nichts tue, nahmen alle mit nach Hause.
Till’s Freunde wollen Vorbild mit der Übungseinheit sein und zeigen, dass sie Verantwortung für Vereinsmitglieder und Gäste übernehmen. Die Veranstaltung fand im Rahmen von „Der Senat hilft“ statt, bei der seit Jahren soziale Projekte unterstützt werden. Weitere Information zu Till’s Freund gibt es hier.