Düsseldorf: Studierende präsentieren Ideen für neue Trinkbrunnen

Im Februar 2026 erhielt Sabine Wenkums im Rahmen der ersten Ausschüttung für Bürgerprojekte der Stiftung Nachhaltigkeit der Stadtsparkasse Düsseldorf 5.000 Euro, für die Entwicklung des Prototyps eines dreistöckigen Trinkbrunnens für kleine Tiere, Vögel, Insekten und Menschen.

Thibauld Berly von der Stiftung Nachhaltigkeit eröffnete die Präsemtation der Trinkbrunnenentwürfe
Die Stiftung setzt sich für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Entwicklung in Düsseldorf und Monheim am Rhein ein. Die Vision ist eine Region, in der Bürgerinnen, Bürger und Organisationen gemeinsam konkrete Projekte betreuen, um Natur zu schützen und Treibhausgas.

Die Professoren Uli Budde und Martin Pfeifle mit Ideengeberin Sabine Wenkuns
„Man muss auch mal die Perspektive wechseln und die Welt aus einer anderen Sicht betrachten. Also fiel mir auf, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Insekten tagtäglich Wasser benötigen“, erläuterte Sabine Wenkums. „Aber an den bisher aufgestellten Trinkbrunnen fehlen die Möglichkeiten für Tiere und Insekten.“ Ihr gedanklicher Ansatz „More than human“ beschreibt einen transdisziplinären Ansatz in Wissenschaft, Philosophie und Design, der den Menschen nicht länger als den Mittelpunkt der Welt betrachtet. Gestalter entwerfen keine isolierten Gegenstände mehr, sondern berücksichtigen ganze Ökosysteme und die Bedürfnisse anderer Arten.

Im KreativRaum D am Worringer Platz wurden die Entwürfe präsentiert
Mit ihrer Idee wandte sich Wenkums an die Professoren Uli Budde (Fachgebiet: Gestaltung von Objekt und Produkt) und Martin Pfeifle (Fachgebiet: Gestaltung, Körper-Raum-Struktur) der Hochschule Düsseldorf, Peter Behrens School of Art. Sie überzeugte die beiden. „Vor diesem Seminar hatte ich Trinkbrunnen auch noch nicht in meinem Fokus. Aber ich bin immer auf der Suche nach lebensnahen Seminarthemen“, verriet Pfeifle. „Sabine Wenkums hat zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen an uns herangetragen.“
Die Sommer werden durch den Klimawandel heißer, also werden Trinkbrunnen im öffentlichen Raum immer wichtiger. Eine ausreichende Trinkwasserversorgung kann Leben retten. Im Sommersemester 206 und etwas darüber hinaus boten die Professoren mit Unterstützung durch Sabine Wenkums ein Design/Kommunikationsdesign-Seminar mit dem Thema Trinkbrunnen an.

“More than human” sollte zeigen, dass neben Menschen auch andere Lebewesen von den Trinkbrunnen profitieren können
Am Sonntag (11.10.) zeigten 17 Studierenden ihre insgesamt fünf Entwürfe der Trinkbrunnen im KreativRaum D am Worringer Platz. „Es ist toll, wie unterschiedlich die Herangehensweise an das Thema ist, wie verschieden die Entwürfe schließlich geworden sind“, urteilte Pfeifle. „Das Ziel war ja auch nicht, einen einzigen Trinkbrunnen zu gestalten, sondern wir möchten situationsgerecht die verschiedenen Plätze Düsseldorfs mitgestalten“, erklärte der Professor. „Da ist es schön, dass es fünf so unterschiedliche Entwürfe gegeben hat.“

Melina Murek und Monika Kizior erläutern den inklusiven Ansatz ihres Entwurfs namens Hamuli
Ein Trinkbrunnen-Entwurf lehnte sich an sich Formen an, wie sie an der Kunsthalle am Grabbeplatz zu finden sind. Andere nahmen sich die Bauten von Bernhard Pfau (Schauspielhaus) oder Frank O. Gehry zum Vorbild. Aber es gab auch Entwürfe mit einem strengen Industrie-Design-Look oder einen mit Pflanzen bestückter Trinkbrunnen.

Omid Gudarzi vom KreativRaum D im Gespräch mit Bezirksbürgermeister Thorsten Graeßner
„Wir starten im kommenden Frühjahr einen Ideenwettbewerb mit Bürgerbeteiligung für die Umgestaltung des Lessingplatzes“, berichtete der Bürgermeister des Stadtbezirks 3 (Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe, Volmerswerth), Thorsten Graeßner. „Da kann ich mir einen der Brunnen gut vorstellen.“

Auch Bezirksbürgermeister Philipp Schlee interessierte sich für die Entwürfe
Und auch Kollege Philipp Schlee, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 2 (Flingern-Nord, Flingern-Süd, Düsseltal) war sehr interessiert. „Wir haben in unserem Bezirk zurzeit drei Trinkbrunnen: im Zoopark, im Stadt-Natur-Park und im Stadtwerkepark“, erläuterte er. „Wir wünschen uns mehr davon. Beispielsweise am Hermannplatz, Hanielpark und Schillerplatz.“