Düsseldorf: SPD zeichnet vier Organisationen mit dem Ehrenamtspreis 2026 aus

Bereits zum 22. Mal hat die SPD Düsseldorf am Sonntag (11.10.) ehrenamtliches Engagement gewürdigt. Dazu hatte die Partei ins Johannes-Rau-Haus an der Kavalleriestraße eingeladen.
Adis Selimi, Vorsitzender der SPD Düsseldorf, begrüßte die Gäste und erläuterte, dass die SPD Menschen, Projekte und Initiativen auszeichne, die sich mit besonderem Einsatz für das Gemeinwohl engagieren. Die Bürger*innen war aufgerufen Vorschläge für den Ehrenamtspreis zu machen. „Ehrenamtliches Engagement verbindet unsere Stadtgesellschaft gerade dann, wenn Menschen sich zurückziehen oder verunsichert sind. Wer mit Menschlichkeit und Solidarität für andere da ist, verdient unsere Anerkennung und gehört ins Rampenlicht“, betonte Adis Selimi. „Deshalb sagen wir mit dem SPD-Ehrenamtspreis Danke an die Menschen, die ohne großes Aufsehen jeden Tag Verantwortung übernehmen und unsere Stadt lebenswert machen.“ Dem schloss sich auch Marion Warden, Vorsitzende des Vorstandes der AWO Düsseldorf, bei ihrer Festrede an.
Die Ehrenamtspreise wurden in vier Kategorien verliehen und die Geehrten wurden von Laudator*innen vorgestellt.
Gemeinwohl und Lebenswerk
Anja Weber, ehemalige Vorsitzende des DGB NRW, hielt die Laudatio in der Kategorie „Gemeinwohl und Lebenswerk“. Dabei würdigte sie den Verein Frauen helfen Frauen Düsseldorf für den 50-jährigen Einsatz für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Der Verein betreibt bzw. unterstützt das Frauenhaus Düsseldorf, das einen geschützten Zufluchtsort für seelisch und körperlich bedrohte oder misshandelte Frauen sowie deren Kinder bietet. Ziel ist es, den Frauen Unterstützung in akuten Notsituationen zu bieten, damit sie ihr Leben wieder selbstbestimmt und gewaltfrei gestalten können. Dazu gehört die Begleitung bei Behördengängen, Terminen (Ärzte, Anwälte, Jobcenter) und bei der Suche nach einer eigenen Wohnung. Während die Mütter Termine wahrnehmen, werden die Kinder betreut. Das Engagement verbindet konkrete Hilfe mit gelebter Solidarität.
Migration, Integration und Inklusion
Auf den ersten Blick wurde es danach karnevalistisch, als der designierte Düsseldorfer Karnevalspinz, Jens Schulz, zu seiner Laudatio ansetzte. Denn geehrt wurde die Karnevalsgesellschaft Gemeinsam Jeck. Doch der Verein ist so viel mehr als Karneval. Seit 2014 verbindet die KG Gemeinsam Jeck Karneval mit gelebter Inklusion und Integration. Bei ihren Veranstaltungen feiern Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und begegnen sich auf Augenhöhe. Es gibt jedes Jahr ein eigenes Prinzenpaar, das bereits bei der großen Sitzung im November seinen ersten Auftritt hat. Aber auch die Jecken Dancer, die Tanzgruppe des Vereins, nehmen mittlerweile an Wettbewerben teil und haben schon zahlreiche Preise gewonnen. So ermöglicht der Verein gesellschaftliche Teilhabe, baut soziale Grenzen ab und stärkt den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft.
Kinder, Jugend und Nachwuchs
Die Laudatio für Leander Pfau vom TV Grafenberg 1888 e.V. hielt Laura Hayen, Vorstand des Stadtsportbundes Düsseldorf. Pfau wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Jugendfußballtrainer ausgezeichnet. Seit 2014 begleitet er durchgehend dieselbe Mannschaft und prägt die Jugendarbeit durch einen verlässlichen, zugewandten Umgang mit den jungen Spielern. Seit zehn Jahren organisiert er außerdem Fußballcamps in den Schulferien für Jungen und Mädchen. Sein langjähriger Einsatz ermöglicht jungen Menschen Sport, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung.
Kultur
Laudatorin im Bereich Kultur war Dr. Susanne Dickel (Initiatorin und Projektmanagerin platzgrün!). Sie ehrte Inge Sauer, die das Projekt “Unsere Straßen – Unsere Künstler” initiiert hat. Sauer erzählt dabei die Geschichte der Düsseldorfer Malerschule, deren Künstler Namensgeber für über 30 Straßen in Düsseldorf sind. Ziel ist es, diese Künstler und deren Kunst wieder sichtbar zu machen. Das geschieht bei Stadtrundgängen, Ausstellungen und Aktionen. Auch mit Schulen arbeitet sie zusammen, denn viele Schüler*innen kennen zwar die Straßennamen, aber nicht was damit verbunden ist. Die Menschen sollen mit Kunst und Stadtgeschichte in Kontakt kommen und zu eigenem künstlerischem Arbeiten angeregt werden.
Die ausgezeichneten Menschen und Initiativen zeigen, wie wichtig es ist, Teilhabe zu ermöglichen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und Orte der Begegnung zu stärken. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es Gelegenheit zu Austausch und Gespräch – auch über ehrenamtliches Engagement in Düsseldorf.