Königin Silvia beeindruckt Düsseldorf ganz ohne Pomp und große Gesten

Ein zurückhaltend beiges Kostüm, ein freundliches Lächeln und eine leise, aber klare Stimme – mehr braucht eine echte Königin nicht. Ihre Majestät, Königin Silvia von Schweden, glänzt in Düsseldorf. Die royale Motorradeskorte wartet geduldig jeweils vor der Tür – des neuen Luisen-Gymnasiums bei dessen Einweihung, des Düsseldorfer Rathauses beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und bei der Verleihung des Düsseldorfer Preises für das Kindeswohl. So königlich kommt die Landeshauptstadt selten daher – weshalb es alle genossen haben, die dabei sein durften.
Von der Düsseldorfer Abiturientin zur Königin
Zum Beispiel die rund 1000 Schüler*nnen des Luisengymnasium. Zur Eröffnung des neuen Schulbaus kam Silvia als Abiturientin des Jahrgangs 1963 gerne an die Volmerswerther Straße. Natürlich wurde das obligatorische Band durchschnitten – nebst NRW-Schulministerin und Düsseldorfer Oberbürgermeister.

Das neue Luisen-Gymnasium an der Völklinger Straße ist offiziell eröffnet: Im Beisein von Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Stadt Düsseldorf, Meike Schrömbgens
Dann aber ließ sich die gebürtige Heidelbergerin, die sechs Jahre ln lang in Düsseldorf lebte, den Neubau ihrer alten Schule zeigen, beeindruckte die heute dort Lernenden durch Nahbarkeit und den Verzicht auf jeglichen Pomp. Sie erinnerte sich daran, wie sie Anfang der 1960er Jahre zu ihrer höheren Schule an der Bastionsstraße ging und dabei oftmals überlegte, was aus ihr denn wohl später einmal werden würde: „ ‚Königin von Schweden‘ gehörte nicht zu den Berufswünschen“, verriet Silvia in der Schulaula. Ihren Carl Gustaf traf sie erst ein gutes Jahrzehnt später – als Hostess im VIP-Bereich der Olympischen Spiele 1972 in München.
Aufbruchstimmung während der Schulzeit am Luisengymnasium
In ihrer Rede im Luisen-Gymnasium erinnerte Königin Silvia an ihre eigene Schulzeit in Düsseldorf und an die Aufbruchsstimmung, die sie während ihrer Schuljahre in der Stadt erlebt hatte. Sie hob hervor, wie sehr sich Düsseldorf im Laufe der Zeit verändert habe, und würdigte mit Blick auf den Neubau des Luisen-Gymnasiums das Engagement der Landeshauptstadt für gute Lernbedingungen und die Zukunft junger Menschen.
Besuch im Kinderhospiz
Im Kinderhospiz Regenbogenland traf Königin Silvia später auf Neele und Marlon, die dort zu Gast sind. Ohne von einem großen Tross begleitet zu werden, informierte sie sich über das Angebot des Kinderhospizes und die Lebensgeschichten derjenigen, die zurzeit gemeinsam mit ihren Familien das Hospiz in Anspruch nehmen.

Königin Silvia von Schweden beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Foto: Stadt Düsseldorf, Meike Schrömbgens
Große Bühne und ein Preis fürs Lebenswerk
Dass die Regentin aber auch mühelos auf die große Bühne und in den Ballsaal umschalten kann, wurde dann am Abend deutlich. Im Hyatt Regency Hotel im Düsseldorfer Medienhafen nahm Silvia den „Preis für Kindeswohl 2026“ entgegen. Das ist ein Gemeinschafts-Preis der Düsseldorfer Jonges und der Stiftung Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben – als Anerkennung und Würdigung von Personen, die sich in Wissenschaft und Forschung, aber auch im täglichen Leben, besonders um das Kindeswohl verdient gemacht haben.
2000 Projekte in 21 Ländern
Die schwedische Königin hat die World Childhood Foundation als Stiftung gegründet, über die mittlerweile rund 2000 Projekte in 21 Ländern unterstützt werden. Eines davon ist das Childhood-Haus an der Universitätsklinik Düsseldorf. Dort bekommen Kinder Hilfe aus einem ganzen Netzwerk von Experten.
In ihrer Rede aus Anlass der Preisverleihung berichtete Königin Silvia davon, wie sie auf ihren Staatsbesuchen immer auch mit Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch von Kindern konfrontiert wurde. Man habe darüber geredet. Sie aber habe praktisch etwas tun wollen, um den Kindern zu helfen.