Düsseldorf: Mitmachaktion zur Laienreanimation im Gesundheitsamt

Im Rahmen der “Woche der Wiederbelebung”, die noch bis zum Sonntag (27.9.) geht, hatte das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf am Mittwochnachmittag (23.9.) zu einer öffentlichen Übung der Laienreanimation in das Foyer ander Kölner Straße 180 eingeladen. Dort konnten lebensrettende Sofortmaßnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit Notarzt Paul Ledwig erlernt und geübt werden. Die Teilnahme war kostenfrei und das Team des Gesundheitsamtes freute sich über die gute Resonanz.

Im Foyer des Gesundheitsamtes fand die Veranstaltung statt
Bereits zum Start um 15 Uhr hatte sich rund ein Dutzend Interessierter eingefunden. Zum Teil hatten sie im privaten Umfeld bereits Situationen erlebt, bei denen eine Reanimation erforderlich war. Der Notarzt machte gleich zu Beginn deutlich, dass es nicht darum gehe, alle zu geschultem Rettungspersonal zu machen. „Wir möchten Menschen dazu bringen, dass sie auf der Straße oder im eigenen Zuhause den Menschen, wenn ein Herz-Kreislaufstillstand auftritt, helfen. Also erste Hilfe leisten“, betont er. Damit so schnell wie möglich zu beginnen sei sehr wichtig und eigentlich einfach, denn es reiche aus, durch das rhythmische Drücken auf den Brustkorb die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung zu starten. In Deutschland sei leider die Angst, dabei etwas falsch zu machen verbreitet. „Das einzige, was man falsch machen kann ist nichts zu tun“, versicherte Ledwig. Wer noch im Kopf habe, zusätzlich Mund-zu-Mund-Beatmung zu machen, könne dies getrost vergessen. Ausreichend sei es auf den Brustkorb zu drücken.
Schmunzelnd führte er aus, dass auch vieles was man im Fernsehen bei Krimis und Co sehe, leider nicht korrekt sei. Wenn die Polizei an eine Einsatzstelle komme und die Schauspieler schon auf Entfernung feststellen „der ist tot“, müssten sie eigentlich erstmal fühlen, ob noch Puls da ist und im Zweifelsfall mit Wiederbelebung beginnen, bis dann die Rettungssanitäter oder ein Arzt definitiv den Tod feststellen.
Drei wichtige Maßnahmen
Wer in die Situation kommt, dass jemand bewusstlos wird und nicht mehr atmet, muss die Person zuerst auf den Rücken gedreht werden. Anschließend ansprechen und wenn keine Reaktion kommt, durch kneifen oder einen anderen Schmerzreiz feststellen, ob wirklich eine Bewusstlosigkeit vorliegt. Ist das der Fall, dann selber oder durch andere Anwesende den Notruf 112 absetzen und sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Dazu fünf bis sechs Zentimeter tief auf dem Brustkorb drücken, dort wo es in der Mitte hart ist – nicht zu sehr in Richtung Hals oder auf den Bauch – etwa die Höhe zwischen den Brustwarzen. Dazu so nah wie möglich an die Person knieend heranrücken, die Hände übereinanderlegen und mit dem Handballen Druck ausüben. Die Mitarbeitenden der Notrufzentrale leiten in der Regel über Telefon an, nachdem dieses auf Lautsprecher gestellt wurde.
Die Herz-Kreislauf-Wiederbelebung ist sehr anstrengend, eine gute Qualität des Drückens hält selbst geschultes Personal meist nur zwei Minuten durch, weiß der Notarzt. Aber selbst wenn man anschließend „schlechter“ drückt, sei das immer noch besser als nichts zu drücken.

Nach den Erklärungen konnte ausprobiert werden
In Vierer-Gruppen konnten die Interessierten anschließend an Puppen selber üben, wie die Wiederbelebung funktioniert. Unterstützt wurden sie dabei durch eine Simulation am Bildschirm, die auch anzeigte, ob richtig gedrückt wurde. Dabei kommt es nicht nur auf die Tiefe des Drucks an, sondern auch auf den Rhythmus. Als Orientierungshilfe kann man dabei beispielsweise die Lieder „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees, „Dancing Queen“ von ABBA, „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer oder auch die Biene-Maja-Lied summen. Eine Minute dauerte jeweils eine Einheit der Simulation und die Teilnehmer*innen bestätigten, dass es recht anstrengend war.
Der Düsseldorfer Rettungsdienst reanimierte im Jahr 2025 610 Menschen. In mehr als der Hälfte dieser Fälle wurde die Reanimation von Ersthelfer*innen eingeleitet. 44 Prozent der reanimierten Personen konnten im Laufe der Reanimation in ein Krankenhaus transportiert werden. Rund ein Drittel dieser ins Krankenhaus transportierten Patient*innen kehrte anschließend wieder ins häusliches Umfeld zurück. Das zeigt, wie wichtig das schnelle Handeln ist.
Gruppierungen und Vereine, die eine Veranstaltung zum Thema Laienreanimation organisieren möchten, können sich per Mail an das Gesundheitsamt werden gesundheitsamt@duesseldorf.de . Dort wird je nach Bedarf auch an die weiteren Träger des Rettungsdienstes verwiesen.

Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert
Ersthelfer-App
In Düsseldorf ist außerdem die Ersthelfer-App “Region der Lebensretter” online. Darin sind ausgebildete Ersthelfer*innen, wie medizinisches Personal, Rettungshelfer oder Mitarbeitende im Gesundheitsbereich erfasst. Geht ein Notruf in der Leitstelle ein, bei dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand gemeldet wird, aktiviert der Leitstellendisponent automatisch die App und erhält Informationen, ob sich ein oder mehrere Ersthelfer in der Nähe des gemeldeten Ortes befinden. Diese werden dann alarmiert, sind bestenfalls noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes bei dem Patienten unterstützen gegebenenfalls die Laien bei der Wiederbelebung. In Düsseldorf sind rund 1200 ausgebildete Ersthelfer*innen in der App erfasst – weitere sind willkommen. Wer qualifiziert ist und dem Verein Region der Lebensretter beitreten möchte, kann sich beim Gesundheitsamt bei Mario Loebelt per Mail an duesseldorf@regionderlebensretter.de melden. Hier auf der Webseite gibt es weitere Informationen und auch die Möglichkeit sich selber zu registrieren.